Für 3,45 Millionen Euro wird das Internet in Warstein schnell gemacht

Stefanie Stoof hielt symbolisch die Schüppe, und Josef Sommer, Alfred Bathe, Dr. Thomas Schöne und Uwe Gerber das Glasfaserkabel.

Hirschberg - Mit einem symbolischen ersten Spatenstich, für den Stefanie Stoof aus der Wirtschaftsförderungs- und Immobilienabteilung die Schüppe hielt, hat der Ausbau für schnelles Internet in Warstein am Freitag an der Kurfürstenstraße in Hirschberg begonnen. Hätte die junge Frau die Schaufel ins Erdreich gerammt, hätte sie möglicherweise ein Glasfaserkabel durchstoßen. Davon wird die Telekom knapp fünf Kilometer verlegen, 20 Kilometer liegen bereits unter der Oberfläche.

Wenn auch die geplanten 45 Schaltschränke stehen, von denen an der Kurfürstenstraße bereits zwei aufgebaut wurden, dann können die Warsteiner Internet-Nutzer schrittweise ab Dezember mit einer Geschwindigkeit von bis zu 100 Megabit pro Sekunde im Internet surfen.

Bürgermeister Dr. Thomas Schöne in Begleitung von Wirtschaftsförderer Alfred Bathe und Stefanie Stoof dankte den Telekom-Vertretern Uwe Gerber, Josef Sommer und Martin Friederitzi persönlich für das neue Angebot an die Warsteiner Webnetz-Nutzer. Wie Kaufmann Uwe Gerber sagte, geht die Telekom erheblich in Vorleistung: „Das Glasfaserkabel einschließlich Verlegen kostet pro Kilometer etwa 70 000 Euro, ein Schaltschrank etwa 40 000 Euro“. Bei den genannten Zahlen (25 Kilometer Kabel, 45 Schaltschränke) summiert sich die Investition auf etwa 3,45 Millionen Euro.

Begrenzt ist sie auf ca. 9200 Haushalte und Betriebe mit der Vorwahl 02902, also Warstein, Hirschberg, Suttrop und Belecke. Für Mülheim, Sichtigvor und Waldhausen wurde bereits eine andere technische Lösung gefunden, die Bürger in Allagen und Niederbergheim müssen auf die Breitband-Förderung durch Bund und Land hoffen, für die es einen Koordinator beim Kreis Soest gibt. Er ist auch zuständig für die Anbindung der Gewerbegebiete an das schnelle Internet.

„Ich freue mich, dass die Arbeiten in unserem Stadtgebiet nun starten“, sagt Bürgermeister Dr. Thomas Schöne. „Schnelle Internetverbindungen sind aus dem Leben unserer Bürgerinnen und Bürger nicht mehr wegzudenken – privat und geschäftlich. Sie sind ein wichtiger Standortvorteil.“ Was Alfred Bathe bestätigte: „Wenn Häuslebauer oder Käufer früher gefragt haben, ob bereits Gas- oder Wasserleitungen liegen, so wollen sie heute wissen, wie die Anbindung ans Internet ist. Eine Bau- oder Kaufentscheidung hängt oft von diesem Thema ab.“

„Die Planungen sind abgeschlossen, jetzt wird gegraben“, sagt Uwe Gerber, Regio Manager der Deutschen Telekom. „Wir werden die Beeinträchtigungen für die Anwohner so gering wie möglich halten, denn wir gehen immer in überschaubaren Bauabschnitten vor.“

So kommt das schnelle Netz ins Haus: Auf der Strecke zwischen der örtlichen Vermittlungsstelle und dem Verteiler wird das Kupfer- durch Glasfaserkabel ersetzt. Das sorgt für erheblich höhere Übertragungsgeschwindigkeiten. Die Verteiler werden zu Multifunktionsgehäusen (MFG) umgebaut. Die großen grauen Kästen am Straßenrand werden zu Mini-Vermittlungsstellen. Im MFG wird das Lichtsignal von der Glasfaser in ein elektrisches Signal umgewandelt und von dort über das bestehende Kupferkabel zum Anschluss des Kunden übertragen. Um die Kupferleitung schnell zu machen, kommt Vectoring zum Einsatz. Diese Technik beseitigt elektromagnetische Störungen.

Dadurch werden beim Hoch- und Herunterladen höhere Bandbreiten erreicht. Es gilt die Faustformel: Je näher der Kunde am MFG wohnt, desto höher ist seine Geschwindigkeit.

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