Entscheidung in Sichtigvor gefallen

Lukas Schellewald überlegt Königsschuss kurzfristig

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Lukas Schellewald und Katharina Vogt sind die neuen Sichtigvorer Regenten.

Sichtigvor – Als Katharina Vogt noch nicht Schützenkönigin der St. Georg-Schützenbruderschaft Sichtigvor war, verließ ihr Freund Lukas Schellewald am Morgen des 29. Juli 2019 das Haus mit den Worten: „Ich schieße nur auf die Insignien!“

Ein Schützenfrühstück im Haus Teiplaß und 185 Schuss unter der Kurzstange später war die 20-Jährige aus Assinghausen im Sauerland dann eben doch Königin, wozu sie ihr 23-jähriger Freund gemacht hatte. 

Das war ziemlich genau um 11.50 Uhr, und der Jubel war groß: Lukas Schellewald hatte erst am vorletzten Wochenende die Jungschützenkönigswürde an Torben Bartsch abgegeben. Jetzt machte es das junge Vorstandsmitglied der Bruderschaft kurz entschlossen eine Nummer größer.

Und keine Geringere als Catharina Cramer selbst gratulierte den jungen Regenten mit dem mit Warsteiner Pils gefüllten Glaspokal. Für die Brauereichefin und ihren Mann Frank war es der erste Besuch unter der Sichtigvorer Vogelstange im Haselfeld überhaupt, wo es ihnen auf Anhieb gefiel. 

So ließ sie es sich auch nicht nehmen, an viele Uniform-Jacken oder wahlweise auch Hemden oder Shirts den hauseigenen Warsteiner Schützenfest-Pin zu heften. Bis Lukas Schellewald den Pokal in die Höhe stemmen konnte, hatte es 185 Schuss gedauert. Etwas mehr als im Vorjahr, aber zeitlich nach dem Beginn um 10.30 Uhr völlig im Rahmen.

Schützenfest der St. Georg Schützenbruderschaft Sichtigvor: Vogelschießen und Festzug am Montag

Es bedurfte keiner künstlichen Schießpausen, Schießmeister Christian Scobel lud die Flinte beständig nach; zumal anfangs nach den Ehrenschüssen von (dem zu dem Zeitpunkt noch amtierenden König) Burkhard Schütte, Ehrenoberst Thomas Schulte, Ortsvorsteherin Heike Kruse, Bürgermeister Dr. Thomas Schöne und Oberst Dennis Marx sich eine lange Schlange vor dem Schießstand bildete. 

Sie wurde mit der Zeit ausgedünnt, nachdem André Schütte, Sohn des Königspaars Burkhard und Susanne Schütte, mit dem 23. Schuss das Zepter und der spätere neue König Lukas Schellewald mit dem 32. Schuss den Apfel heruntergeholt hatten. Sie lichtete sich noch ein bisschen mehr nach dem 38. Schuss, der Andreas Claus die Krone brachte.

Schützenfest der St. Georg Schützenbruderschaft Sichtigvor: Festzug am Sonntag

 Und nachdem beim etwa 120. Schuss der linke Flügel fiel, verblieben Lukas Schellewald und Markus Cramer als letzte Bewerber im Rennen. Während bei dem 23-jährigen angehenden Elektrotechniker Lukas Schellewald irgendwann im Verlauf des Wettbewerbs ein Schalter umgelegt worden sein muss, der ihn seine Absicht „Ich schieße nur auf die Insignien!“ über den Haufen werfen ließ, war Markus Cramer mit dem klaren Ziel angetreten, das Ding zu wuppen: Schon im Vorjahr war er ein ernsthafter Bewerber, der von Burkhard Schütte aber übertrumpft wurde. 

Jetzt sollte es gelingen, zumal im Hintergrund eine Abmachung lief: Vor 25 Jahren war Markus Cramer König der St. Peter und Paul-Schützen Mülheim. Im gleichen Jahr schoss Thomas Schulte (heute Ehrenoberst) den Vogel bei den St. Georg-Schützen Sichtigvor ab. 

Beide sind Mitglieder im Kegelclub „Ohne Ende“, dessen Mitglieder damals auch jeweils den Hofstaat für die beiden Könige bildeten. 1994 vereinbarten die Kegelbrüder Markus und Thomas, ihre Regenten nach 25 Jahren möglichst zu wiederholen: Dann aber Markus in Sichtigvor, Thomas in Mülheim; das hätte jetzt im nächsten Jahr passieren müssen. 

Nun haben sie diesen „Thron-Tausch“ zum Jubiläum nicht geschafft, möglich ist er aber noch... Und der Hofstaat hätte auch bereit gestanden. Der setzt sich nun aus dem jungen Königspaar gewogenen Schützenbrüdern und Freunden zusammen, die gestern zur Parade erstmals gemeinsam durch Sichtigvor marschierten, zu den Klängen des Musikvereins Sichtigvor und des Tambourkorps der Schützenbruderschaft.

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