Runder Tisch

18 Wohnungen und vier Reihenhäuser sollen im Ensemble Schloss Mülheim Platz finden

Die Planungen für das Mülheimer Schlossensemble: Eigentumswohnungen in Schloss und Rentei, Reihenhäuser in das Werkstattgebäude, die Gräfte links und rechts der Brücke wieder mit Wasser befüllen.
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Die Planungen für das Mülheimer Schlossensemble: Eigentumswohnungen in Schloss und Rentei, Reihenhäuser in das Werkstattgebäude, die Gräfte links und rechts der Brücke wieder mit Wasser befüllen.

„Es macht Spaß, sich damit zu beschäftigen.“ Immobilienexperte Detlef Gründer, Fan des Fußball-Zweitligisten SC Paderborn und dort Dauerkartenbesitzer, hat in Zeiten der Geisterspiele ein neues Spielfeld für sich entdeckt: die Planung für das Schloss Mülheim.

Mülheim – Vor knapp zwei Wochen hat er in einer Zwangsversteigerung die letzten Grundstücke erworben, ist das gesamte Ensemble mit Schloss, Rentei sowie Werkstatt und Torhaus im Besitz seiner Familie. Bei einem Runden Tisch stellte er nun dem städtischen Beigeordneten Stefan Redder sowie Henrik Schomaker (Sachgebiet Stadtkasse) und Fabian Fischer (Sachgebiet Bauen und Denkmal) seine aktuelle Planung für die Gebäude vor. „Es lässt sich jeder Gebäudeteil verwerten“, stellte er dabei klar.

Beim Schlossgebäude selbst will er sich am Gutachten des Briloner Architekten Eckhard Lohmann orientieren. Dort sollen auf drei Etagen je vier Eigentumswohnungen entstehen. Sechs davon „mit Turmzimmern und attraktiven“ Wohngalerien, erklärt Detlef Gründer.

Auch über das Kellergeschoss mit einer Fläche von 800 Quadratmetern hat sich der Lippstädter Gedanken gemacht. Der Keller sei mit seinen großen Fenstern, die zwei Meter aus dem Erdreich herausragen, gut belichtet, verfüge über drei separate Zugänge und könne in zwei Gewerbeeinheiten aufgeteilt werden. Gründer kann sich hier gut einen Gastronomiebetrieb, aber auch eine Nutzung im Sport- oder Physiofitnessbereich vorstellen.

„Es wäre schade, wenn man diesen Gewölbekeller nur für Abstellräume nutzen würde“, erklärt der Schlossbesitzer, der ergänzt, dass eine „positive Förderzusage der wichtigste Baustein“ für die Verwirklichung der Pläne für das Schlossgebäude seien. 1,3 Millionen Euro aus dem Denkmalschutzprogramm des Bundes sind beantragt.

Unabhängig von dieser Förderung sind die Pläne für die weiteren Gebäude. „Je zwei Eigentumswohnungen mit Denkmalförderung mit einer Wohnfläche von 105 bis 135 Quadratmetern“ sollen, so Gründer, in Erd-, Ober- und Dachgeschoss in der Rentei entstehen. Die Erdgeschosswohnungen sollen einen kleinen Vorgarten bekommen. Die darüber liegenden Wohnungen sollen Balkone seitlich oder zur Möhnestraße erhalten. „Das muss abgestimmt werden mit der Denkmalaufsicht“, erklärt der Schlossherr.

Durch den Einzug von Wänden soll die 30 Meter lange Werkstatt in vier Reihenhäuser mit einer Wohnfläche von jeweils 140 bis 160 Quadratmetern aufgeteilt werden. Das Gebäude würde über gut ausbaubare Dachböden verfügen, diese sollen zur Schlossseite und zur Möhnetalseite jeweils eine Gaube bekommen.

„Die Pläne sind alle schlüssig und nicht illusorisch“, ist sich Detlef Gründer sicher. Im nächsten Schritt sollen nun die Architektenzeichnungen für Rentei und Werkstattgebäude in Auftrag gegeben werden. „Dem steht nichts mehr im Weg“, sagt Gründer, denn die Stadt würde seine Pläne durchweg „positiv begleiten“, und bei denen ginge es jetzt an „die Feinheiten“.

Zu solchen Feinheiten gehört auch die Überlegung, einen Teil der Schlossgräfte wieder mit Wasser zu befüllen: „Das wäre sehr attraktiv, wenn man rechts und links der Brücke wieder Wasser hätte.“

Wenn die Architektenzeichnungen fertig sind, möchte Gründer in die Vermarktung einsteigen und je eine Wohnung und ein Reihenhaus als Muster fertigstellen. Zu welchen Preisen Wohnungen und Häuser verkauft werden sollen, konnte er noch nicht verraten.

Beim Runden Tisch sagte Gründer zu, dass er auf Wunsch der Stadt die zuletzt ersteigerten Mauergrundstücke mit den Hauptflurstücken im Grundbuch wieder „verschmelzen“ und damit die vom Vorbesitzer vorgenommene Zerstückelung in Teilen rückgängig machen werde. „Das ist ein rechtliches Chaos und auch ein totales Vermarktungshindernis“, begründete Fabian Fischer den städtischen Wunsch. Der werde nicht automatisch dazu führen, dass es rechtlich künftig nur noch ein großes Grundstück gibt. „Da gibt es verschiedene sinnvolle Varianten.“ Es sei denkbar, für jedes Gebäude ein Grundstück zuzuschneiden, „aber das ist Sache von Herrn Gründer“, erklärte Fischer, der den Planungen positiv gegenüber steht: „Das Schloss muss wieder in Nutzung kommen, es ist eines unserer wichtigsten Kultur- und Baudenkmäler.“ Und im Denkmalschutzgesetz heiße es, dass Denkmäler genutzt werden müssen.

Anfragen: info@schloss-muelheim.de

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