Zwickmühle: Staus im Soester Westen lassen sich nur auf Kosten von Bäumen beseitigen

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Jammerschade: Für eine zusätzliche Abbiegespur am Lülingsohr müssen die drei Linden (rechts im Bild) fallen.

Soest – Ohne das Fällen drei stattlicher Bäume sind die Verkehrsprobleme an der Zufahrt zum Klinikum am Lülingsohr offensichtlich nicht in den Griff zu bekommen. Der Stadtentwicklungsausschuss hat sich jetzt mit breiter Mehrheit für diese verkehrstechnisch eher minimale Lösung ausgesprochen.

Nur wenn die drei alten Bäume im Lülingsohr fallen, entsteht der nötige Platz, um eine Linksabbieger-Spur zu bauen. Die Straße dient nicht nur als Zufahrt zum Hauptparkplatz des Klinikums, über sie rollt auch der gesamte Verkehr in die Nibelungen-Siedlung oder aus sie heraus. Das Baugebiet zwischen Krankenhaus und Werler Landstraße hat nur diese eine Zufahrt. 

Weil in wenigen Wochen die neue Kindertagesstätte neben dem Klinikum eröffnet, dürfte mit zusätzlichem Verkehr zu rechnen sein. Deshalb sollte eigentlich schon längst der Knoten zum Senator-Schwartz-Ring umgebaut worden sein. Doch man habe sich bewusst auf ein Stillhalte-Abkommen verständigt, sagt Baurat Matthias Abel. 

Im vergangenen Jahr habe die Stadt abgewartet, was aus den Fusionsverhandlungen zwischen dem Klinikum und Marienkrankenhaus wird; wäre der Zusammenschluss der beiden Krankenhäuser erfolgt, hätte der womöglich große Bauarbeiten und Investitionen an diesem Standort ausgelöst – mitsamt einer „neuen“ Verkehrslösung. Doch bekanntlich ist die Fusion gescheitert. 

Um den Verkehr an dieser Stelle geschmeidiger zu gestalten, könnten Linksabbiegespuren sowohl auf dem Senator-Schwartz-Ring als auch am Lülingsohr helfen. Ohne diese Extra-Spuren hält schon mal ein einzelner Linksabbieger den Verkehr hinter sich lange auf und zerrt an den Nerven der Wartenden. Für einen Linksabbiegerstreifen auf dem Senator-Schwartz-Ring hätten sogar 12 Bäume fallen zu müssen. „Das will niemand“, sagt Abel.

Deshalb nun die kleine Lösung, bei der es aber immer noch drei ausgewachsenen Bäumen an den Stamm gehen wird. Die Entscheidung steht und soll fürs erste mit dem Linksabbieger-Streifen am Lülingsohr Entlastung bringen. Reicht das nicht, müssten die Karten neu gemischt werden und über weitere Umbauten der Kreuzung nachgedacht werden. 

Bis zur Kita-Eröffnung im August werden die auf 60 000 Euro bezifferten Straßenbauarbeiten nicht erledigt sein, ja nicht einmal begonnen haben. In dieser Jahreszeit ist das Bäumefällen wegen möglicher Vogelnester strikt verboten; frühestens im Herbst darf wieder zur Säge gegriffen werden.

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