Verspielt oder klassizistisch durch Soest

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Im Frühsommer 2015 erhielt die bis jetzt letzte Gruppe neuer Gästeführer ihre Urkunden. Aktuell werden keine neuen Stadtführer ausgebildet.

Soest - Immer am dritten Wochenende im Februar ist Weltgästeführertag. In diesem Jahr finden in 70 Städten zwischen Augsburg und Worms besondere Themenführungen statt. In diesem Jahr steht der Tag unter dem Motto „Reform – Zeit für Veränderung“.

Initiiert wird der Tag vom Bundesverband der Gästeführer in Deutschland (BVGD). Auch der 2012 in Soest gegründete Gästeführerverein Soest und die Soester Börde hat sich wieder der bundesweiten Aktion angeschlossen und bietet am morgigen Samstag, 18. Februar, und am Sonntag, 19. Februar, zwei Spezial-Führungen an. „In diesem Jahr bildet auch in Soest die Reformation einen Schwerpunkt bei den Führungen“, sagt Wilfried Bökenbrink, der Vorsitzende des Gästeführervereins Soest. 

Am Samstag wird Monika Lüdemann ihre Gruppe unter dem Motto „Die Reformation in Soest – Heinrich Aldegrever“ zu den verschiedenen Schausplätzen führen, die mit der Reformation in Soest zu tun haben. So wird ein Anlaufpunkt die Petrikirche sein. Denn seit 1530 predigte dort der Dominikanermönch Thomas Borchwede, der die Reformation in Soest einleitete. Er schlug ebenso wie der Reformator Martin Luther Thesen an die Tür des Patroklidoms. Sie gelten als das erste evangelische Glaubensbekenntnis in Soest.

 „Es gibt in der Petrikirche noch Spuren der Reformation, wie etwa das Portal und das Hochzeitsfenster“, sagt Wilfried Bökenbrink. Aber auch die Paulikirche und das Pauliviertel sind im Zusammenhang mit der Reformation zu erwähnen: Rund um die Kirche wohnten viele Anhänger der Reformation. Der Kupferstecher Heinrich Aldegrever gehörte zu den eifrigsten Parteigängern der Reformation und hinterließ in Soest zahlreiche Kunstwerke. 

Die Führung wird Monika Lüdemann halten, sie dauert etwa 1,5 Stunden. Treffen ist am Samstag um 14 Uhr unter den Rathausbögen. Die Veranstaltung ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Wilfried Bökenbrink führt seine Gäste am Sonntag, 19. Februar, ebenfalls ab 14 Uhr zu zahlreichen Häusern aus der Gründerzeit. „Zwischen 1871 – der Reichsgründung – und 1915 wurden in Soest viele Häuser neue gebaut“, berichtet er. 

Das sei auf den enormen Bevölkerungsanstieg in dieser Zeit zurückzuführen: 1870 lebten 10 000 Menschen in Soest, im Jahr 1915 waren es zwischen 22 000 und 25 000 Einwohner. „In dieser Zeit hat es auch in der Architektur spannende Veränderungen gegeben.“ Bökenbrinks Stadtrundgang trägt den Titel: „Veränderungen der Architektur in der Gründerzeit.“ Wilfried Bökenbrink wird seine Gäste zu etwa 30 verschiedenen Häusern führen, von denen die meisten unter Denkmalschutz stehen. 

So wird zum Beispiel die Post mit ihrer verspielten Architektur besucht, ebenso wie das Amtsgericht, das eher durch seine klassizistische Architektur ins Auge springt. J agu

Der Vortrag ist kostenfrei, Treffen für alle Interessierten ist am Sonntag, 19. Februar, um 14 Uhr unter den Rathausbögen.

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