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Nach Taliban-Machtergreifung: 107 Afghanistan-Flüchtlinge in Soester ZUE

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Von: Daniel Schröder

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van Wessem Kaserne Soest Flüchtlinge
107 Afghanistan-Flüchtlinge sind jetzt nach Soest gekommen. © Peter Dahm

Die Machtergreifung der Taliban in Afghanistan hat unmittelbare Auswirkungen auf das 5000 Kilometer Luftlinie entfernte Soest.

Soest – In der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) für Flüchtlinge am Hiddingser Weg wurden jetzt 107 aus Afghanistan evakuierte Personen aufgenommen, bestätigte ein Sprecher des NRW-Ministeriums für Kinder, Familien, Flüchtlinge und Integration.

Die Neuankömmlinge seien im Rahmen von Evakuierungs-Flügen der Bundeswehr nach Deutschland gerettet worden. Insgesamt habe die ZUE Soest eine maximale Aufnahme-Kapazität von 150 Personen. Das Land hatte für die Aufnahme von afghanischen Ortskräften und ihren Familien unmittelbar ein Kontingent von 800 Plätzen in den Landesaufnahmeeinrichtungen bereitgestellt. Neben der ZUE in Soest habe laut des Sprechers auch die ZUE Viersen afghanische Staatsangehörige aufgenommen.

Afghanistan-Flüchtlinge nach Taliban-Machtergreifung: NRW auf „ausreichend Aufnahmen vorbereitet“

„Im Bedarfsfall können kurzfristig in der ZUE Rheine weitere Personen untergebracht werden. Angesichts der dynamischen Lage erfolgt die Verteil- und Transferplanung des Bundes auf die Länder und die Mitteilung zu den aufzunehmenden Personenkontingenten kurzfristig“, hieß es. Nordrhein-Westfalen sei jedoch „ausreichend auf Ad-hoc-Aufnahmen vorbereitet“. Die Landesregierung habe darüber hinaus dem Bund angeboten, 1000 Frauen aus Afghanistan aufzunehmen.

Der Ministeriums-Sprecher erklärte auf die Frage, wie es für die in Soest aufgenommenen Afghanen nun weitergehe: „Die Personen verbleiben zunächst für einen kurzen Zeitraum in der Landesaufnahmeeinrichtung.“

Die ZUE in Soest

Die ZUE in Soest wurde im März 2021 eröffnet. Die Gesamtkapazität liegt bei 1200 Plätzen. Mit einer Fläche von rund 55000 Quadratmetern nimmt die ZUE Soest rund 25 Prozent der gesamten ehemaligen Kanaal-Van-Wessem-Kaserne in Anspruch, die sich im Eigentum des Bundes, vertreten durch die Bundesimmobilienanstalt (BImA) befindet. Durch die neue ZUE werden insgesamt neun Gebäude der ehemaligen Kaserne genutzt. Fünf Gebäude dienen der Unterbringung der Bewohner. Eines davon steht ausschließlich vulnerablen Personen zur Verfügung.

Am Donnerstag hat sich nach ersten Erkenntnissen ein Anschlag im Bereich des Flughafens in Kabul ereignet. Dabei soll es auch Todesopfer gegeben haben.

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