Nachos aus der Naturschale: Zuckerrohr hat festen Platz im Schlachthof-Kino

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Zuckerrohr verdrängt Plastik: Wer seine Nachos ganz ohne Plastik genießen will, ist bei Richard Nüsken im Soester Schlachthof-Kino gut aufgehoben.

Soest – Nachos mit Käsesoße: Diese Kombination gilt bei vielen Kinogängern als unverzichtbare Begleiterin für einen guten Film. Was am Ende bleibt, ist die Plastikschale – sowie bei immer mehr Gästen ein schlechtes Gewissen. Und die Frage: Muss es eigentlich immer Plastik sein?

Muss es nicht. Jedenfalls nicht im Kino des Soester Kulturhauses „Alter Schlachthof“. Da wird ab sofort das Plastik verbannt und durch „Bagasse“ ersetzt. Bagasse, das ist ein faseriger Pflanzenrest, der bei der Zuckerproduktion aus Zuckerrohr übrig bleibt. 

„Eigentlich wollten wir anstatt Plastik Porzellan-Schalen anbieten“, meinte Kino-Chef Richard Nüsken. Doch unter anderen wegen der Lagerung, den Anschaffungskosten und der täglichen Handhabung habe man sich nun doch für das Naturprodukt entschieden. 

Klar, dass es eine eigene Verkostung gab, ehe das zu 100 Prozent biologisch abbaubare Material nun in den Tagesbetrieb geht. Das Ergebnis: Die Schalen halten gut, verkleben nicht und sind im Übrigen genauso groß wie die Plastik-Vorgänger. 

Richard Nüsken: „Ab sofort können unsere Gäste ihre Nachos aus dem Naturmaterial genießen.“ Einen kleinen Haken hat die Sache aber trotzdem: Die Reste müssen – ebenso wie die Plastik-Vorgänger – als Restmüll entsorgt werden, weil Speisereste daran haften. Trotzdem sei der Einsatz aus ökologischer Sicht sinnvoll, so Nüsken. Denn auch im Restmüll mache sich ein Naturprodukt viel besser als ein auf Ölbasis produziertes Plastik.

Apropos Naturprodukt: Auch die Strohhalme werden demnächst ausgetauscht. Anstatt Plastik gibt es dann „Bio-Plastik“ zwischen die Lippen. Weiß oder schwarz sind beim Maisstärke-Produkt dann die einzigen Farboptionen. Dafür kommen die neuen Halme haltbarer daher – und in die langen Flaschenhälse passen sie auch. Dem Genuss mit gutem Gewissen steht also nichts mehr im Wege.

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