Jahresstatistik des Kreises zeigt:

Zahl der E-Autos verdreifacht

Eine ausreichende Zahl von Ladestationen, wie hier vor dem Aquafun, fördert den Kauf von E-Autos.
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Eine ausreichende Zahl von Ladestationen, wie hier vor dem Aquafun, fördert den Kauf von E-Autos.

Soest – 1532 ausschließlich elektrisch angetriebene Fahrzeuge waren Ende vergangenen Jahres im Kreis Soest gemeldet. Das sind fast dreimal so viele wie im Jahr zuvor (2019: 640 = Zunahme von 139,4 Prozent) Das zeigt die Jahresstatistik der Abteilung Kfz-Zulassungen und Fahrerlaubnisse.

Der Kreis Soest liegt mit dieser Entwicklung nicht nur voll im Bundestrend – auch das Bundeswirtschaftsministerium meldet
mit 16 000 neu zugelassenen Fahrzeugen im August eine Verdreifachung gegenüber dem Vorjahresmonat. Die zunehmende Beliebtheit von E-Fahrzeugen kommt vor allem auch dem ambitionierten Ziel der Kreisstadt entgegen, „Klimaneutralität bis 2030“ zu erreichen.

E-Fahrzeuge gelten als klimafreundlich, weil sie vor allem in Verbindung mit regenerativ erzeugtem Strom deutlich weniger Kohlendioxid produzieren.

Ausdrücklich ist im Klimapakt der Stadt Soest festgeschrieben, dass 90 Prozent der zurzeit noch mit dem üblichen Verbrennungsmotor rollenden Fahrzeuge durch E-Autos ausgetauscht werden sollen. 780 Millionen Euro müssten die Halter dafür ausgeben, prognostiziert die Stadt.

Hersteller haben rund 80 Modelle auf dem Markt

Rund 80 Modelle von E-Autos haben die gängigen Hersteller laut ADAC zurzeit auf dem Markt. Sie kosten zwischen 7000 Euro (Renault Twizy 45) und 186 000 Euro (Porsche Taycan Turbo S) und haben eine Reichweite von bis zu 660 Kilometern.

Der Umstieg von einem Benziner und Diesel-Fahrzeug auf eines der alternativen Autos setzt eine entsprechende Infrastruktur voraus.

In diesem Punkt tun sich die Stadtwerke Soest als Partner im Klimapakt hervor. Sie arbeiteten mit der Stadt zusammen an einem Ladesäulenkonzept. Es gehe um öffentliche Säulen und private Lademöglichkeiten, sagt Stadtwerke-Sprecher Harald Feine. Durchschnittlich würden beispielsweise in der Woche zwei bis drei neue Privatstationen gebaut.

Wie teuer dieser Einbau wird, hängt von den individuellen Gegebenheiten, beispielsweise von der Stärke des vorhandenen Stromanschlusses ab. Der Einstiegspreis für eine Wallbox (Aufladestation) liegt bei 699 Euro, mit Einbau unter optimalen Bedingungen kostet sie 920 Euro. Erledigt werden die Arbeiten innerhalb von drei Wochen ab Bestellung, sagt Harald Feine.

Auch der Kreis Soest schreibt in seinem E-Mobilitätskonzept fest, dass die Ladekapazität bis 2030 „bedarfsgerecht“ ausgebaut werden soll.

Stadtwerke bieten günstige Stromtarife

Die Stadtwerke Soest informieren über die Technik und versuchen, die E-Autos durch verschiedene Angebote attraktiv zu machen: Sie stellen - wie erwähnt - die Ladesäulen im Kompaktpaket mit allem Zubehör auf, bieten günstigere Stromtarife als den Haushaltstarif für E-Autos an. Sie halten E-Fahrzeuge zum Testen vor und verweisen auf eine App, mit der deutschlandweit an rund 1200 Stationen „getankt“ und abgerechnet werden kann. Und der lokale Versorger geht selbstverständlich mit gutem Beispiel voran und lässt seine Mitarbeiter aktuell mit sechs vollelektrischen Autos und zwei Hybrid-Fahrzeugen aus aus seinem Fuhrpark die Dienstfahrten unternehmen.

Die Zahl der E-Autos ist zwar gestiegen Aber dass sie trotz Förderung nicht geradezu explodiert ist, mag an der Preisentwicklung liegen. Daran ist vor allem der Akku beteiligt, das kostenträchtigste Teil eines E-Autos.

Laut einer Studie der Gesellschaft E-Autos Deutschland sinken die Preise für Akkus ständig. Zudem können Käufer mit Förderung beim Kauf von E-Fahrzeugen rechnen. Mag sein, dass Interessierte auf den idealen Kaufzeitpunkt spekulieren.

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