Gartenserie

Wühlmäuse im Garten: So gewinnen Sie den Kampf gegen die nervigen Nager

Wühlmäuse verderben die Freude am Pflanzen und Ernten. Garten-Experte Klaus Fischer gibt Tipps, wie sie sich bezwingen lassen.

Soest – Haben wir Wühlmäuse im Garten festgestellt, dann gilt es zu entscheiden, was wir dagegen tun wollen. Zunächst einmal sollten wir uns angewöhnen, wenn wir etwas pflanzen wollen, was auf dem Speiseplan der Nager steht, diese Gewächse in einen engmaschigen Drahtkorb in die Erde zu setzen und darauf achten, dass der Korb auch oben geschlossen ist. (Alle Garten-Tipps von Klaus Fischer)

WühlmäuseNagetiere
Wissenschaftlicher NameArvicolinae
FamilieWühler (Cricetidae)

Wühlmäuse im Garten: So gewinnt man den Kampf gegen die nervigen Nager

Wollen wir der Natur freien Lauf lassen, dann müssen wir damit rechnen, dass die Wühlmäuse größeren Schaden in unserem Garten anrichten werden. Selbstverständlich können wir auf die Selbstregulierung der Natur setzen. Wühlmäuse haben einige natürliche Feinde, als da sind Wiesel oder Hermelin, Mauswiesel, Mäusebussard und andere Greife, Fuchs, einige Hundearten und Katzen. Diese tödlichen Fallen gibt es zu kaufen.

Da die Wühlmäuse fast immer unterirdisch leben, haben es Katzen schwer, sie zu fangen. Hunde hingegen können im Jagdeifer schon mal Beete ziemlich heftig durchwühlen und haben dann doch keinen Erfolg, weil die Maus längst über alle Berge ist – unterirdisch natürlich. Fuchs, Mäusebussard und Mauswiesel sind in der Stadt nicht die große Hilfe, eher auf dem Lande. Insgesamt aber sollten wir nicht damit rechnen, dass diese natürlichen Feinde die Wühlmäuse aus unserem Garten komplett fern halten. In meinem Garten habe ich fast alle diese natürlichen Helfer und trotzdem jede Menge Wühlmäuse.

Die meisten Gartenfreunde werden als erstes versuchen, die Schädlinge aus ihrem Garten zu vertreiben. Dafür gibt es jede Menge Ratschläge. Meine Erfahrung ist, dass einige helfen, andere eher weniger, der Erfolg aber immer nur befristet ist. Nach einigen Wochen wandern wieder Wühlmäuse von außen ein.

Wühlmäuse im Garten: Vertreibung durch Geräusche

Wühlmäuse haben empfindliche Ohren und Nasen. Also basieren viele Vertreibungsmethoden darauf, laute Geräusche zu produzieren oder für Mäuse unangenehme Gerüche.

Eine Wiese, auf der ein Mähroboter tagsüber pausenlos herumkurvt, ist praktisch wühlmausfrei – die benachbarten Beete sind es hingegen nicht. Auch ein Rasen, der täglich von Kindern kräftig bespielt wird oder auch eine Pferdekoppel haben keine dieser Nager im Untergrund. Zu kaufen gibt es elektronische Geräte, die in die Erde gesteckt werden und durch einen bestimmten Ton, den die Mäuse nicht mögen, diese vom Grundstück vertreiben sollen.

Solche Löcher im Garten sind ein Hinweis auf Wühlmäuse. Die Nager gelangen über Erdtunnel an die Wurzeln der Pflanzen.

Das mag für eine bestimmte Fläche auch für eine Weile funktionieren. Ich habe allerdings auch Geräte gesehen, in deren Nachbarschaft schon bald wieder Wühlmaushügel entstanden. Die Wirkung ist also zweifelhaft.

Es gibt Gartenfreunde, die Glasflaschen überall im Garten schräg vergraben, sodass der Hals herausschaut und der vorbei streichende Wind einen Heulton erzeugt. Mal abgesehen davon, dass man selber dieses Getute auch hört, ist der Erfolg wiederum beschränkt. Bastler bauen kleine Windräder, die mit diversen Vorrichtungen wie Schlagwerke und ähnliches Rattern, Quietschen und andere unangenehme Geräusche erzeugen, deren Schallwellen über Rohre in den Boden geleitet werden.

Wühlmäuse im Garten: Empfindliche Ohren und Nasen

Auch hierbei ist ein durchschlagender Erfolg nicht zu erwarten. Und dieses Gerumpel hören wir selber ebenfalls. Manche Gartenbesitzer versuchen, Wühlmäuse durch eine Sintflut zu vertreiben, indem sie den Wasserschlauch in ein Loch stecken und dann aufdrehen. Man staunt, wie viel Wasser in dem unterirdischen Labyrinth verschwindet. Im Durchschnitt ist ein Wühlmausrevier 100 Quadratmeter groß. Auch hierbei ist der Erfolg, wenn es denn überhaupt einen gibt, nur von kurzer Dauer. Die Mäuse kehren schnell zurück. Man kann natürlich jeden Tag eine Überschwemmung produzieren. Aber das geht sehr ins Geld. Und auf Dauer verwandeln wir unseren Garten allmählich in einen Sumpf.

Zwei weitere Methoden, Wühlmäuse zu vertreiben, sind der Einsatz von Karbid und Abgasen von Verbrennungsmotoren oder Holzvergasern. Die Handhabung von Karbid ist sehr gefährlich, zumal wenn es mit Wasser in Berührung kommt. Der Einsatz von Motorabgasen soll in besiedelten Gebieten und Trinkwasserschutzgebieten unterbleiben und dort, wo Wasserleitungen verlaufen (Abstand 100 Meter).

Allenfalls im Erwerbsanbau werden beide Methoden eingesetzt und sind keinesfalls für den Hausgarten zu empfehlen. In der nächsten Folge geht der Kampf gegen Wühlmäuse weiter. Dann sogar mit Buttersäure!

Was jetzt im Garten zu tun ist

Das warme Wetter fördert das Wachstum der Pflanzen enorm. Wer Tomaten angebaut hat, sollte diese jetzt alle drei Tage auf Geiztriebe kontrollieren und entfernen. Das sind kleine Seitentriebe, die aus den Blattachseln entspringen. Sie nehmen den Tomaten unnötig Kraft weg.

Bei Paprika sollte man die Kaiserblüte ausknipsen, das ist die erste Blüte. Das regt die Pflanze zur Bildung vieler neuer Blüten an.

Wer knabbert an meinen Pflanzen? Rehe kommen nachts in den Garten und haben eine besondere Vorliebe. Gartenexperte Klaus Fischer verrät, was zu tun ist.

Rubriklistenbild: © Christin Klose / dpa

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