Gartenserie

Wühlmäuse im Garten: Diese Fallen töten zuverlässig die gefräßigen Nager

Haben Wühlmäuse einmal vom Garten Besitz ergriffen, richten sie enorme Schäden an - und man wird sie schwer wieder los. Was man mit Gift und Fallen dagegen kann, erklärt unser Gartenexperte.

Soest – Bislang haben wir uns mit dem Vertreiben von Wühlmäusen beschäftigt. Wie, erklärt unser Gartenexperte Klaus Fischer in der ersten und auch in der zweiten Folge seines Kampfes gegen die Wühlmäuse. Alle diese Mittel sind aber nicht dauerhaft. Und wir haben nur wenig Kontrolle, welche Wirkung wir erzielt haben. Deshalb geht es heute um das Fangen der Plagegeister und letztlich auch deren Tod. Nur so haben wir eine hundertprozentige Erfolgsgewissheit. (Alle Garten-Tipps von Klaus Fischer)

WühlmäuseNagetiere
Wissenschaftlicher NameArvicolinae
FamilieWühler (Cricetidae)

Es gibt zwei Sorten von Wühlmausfallen. In der ersten werden sie lebend gefangen, in der zweiten getötet. Wer also die Tiere nicht umbringen will, der benötigt Lebendfallen.

Wühlmäuse im Garten: Röhrenfallen sind einfach und günstig

Einfach und preiswert sind Röhrenfallen. Sie bestehen aus einem Rohr aus Plastik oder Metall, dass etwa den Querschnitt eines Wühlmausgangs hat. Beide Enden sind durch einen leicht beweglichen Deckel verschlossen, der nur nach innen öffnet. Für einen Jagderfolg benötigen wir mehrere solcher Röhren. An verschiedenen Stellen werden vorsichtig die Gänge geöffnet und die Fallen hinein platziert. Dabei sollten wir Handschuhe tragen, um menschliche Gerüche zu vermeiden.

Außen markieren wir den Standort der Falle durch einen Stock. Läuft die Maus durch ihren Gang, kommt sie leicht in das Rohr, aber nicht mehr hinaus, weil der Deckel nur nach innen öffnet. Wir müssen täglich die Fallen kontrollieren, andernfalls verhungern und verdursten die Mäuse in der Falle. Haben wir eine oder mehrere Mäuse gefangen, müssen wir sie wieder los werden, wenn wir sie nicht töten wollen. Uns bleibt da nur, sie in freier Natur (nicht auf einem Acker) möglichst weit weg von unserem Garten auszusetzen.

Wühlmäuse im Garten: Ein Eimer tut es auch

Im Handel gibt es noch mehrere weitere Systeme für Lebendfallen, die aber nicht so einfach und preiswert sind wie die Röhrenfallen. Man kann auch einen Eimer benutzen, um die Tiere lebendig zu fangen. Dafür müssen wir einen Gang in Breite des Eimers freilegen und dann den Eimer in dieser Lücke vergraben. In den Eimer können wir noch Mäuse-Leckerlis deponieren, etwa Möhren, Topinambur oder ein Stück Sellerie. Der Effekt ist, dass die Mäuse, vom Duft der Knabbereien angelockt, in den Eimer springen, den dann allerdings nicht mehr verlassen können, weil seine Wände zu hoch und zu glatt sind.

Zwei Wühlmausfallen, links eine Zangenfalle und rechts die Super Cat mit Lochstecher und Taststabe. Beide Fallentypen töten die Wühlmaus. Man braucht etwas Geduld, bis sich ein Jagderfolg einstellt.

Im Handel werden Wühlmaus-Schussapparate angeboten. Ich selber habe diese noch nicht ausprobiert. Ein Gartenfreund aber hat den Schussapparat in seinem Garten verwendet und tatsächlich dreimal Erfolg gehabt – allerdings wurden Maulwürfe erlegt. Das Problem lässt sich aber lösen, wenn man vorher sicher stellt, dass das Gerät in einen Wühlmausgang eingesetzt wird, der hochoval ist, Maulwurfgänge sind queroval. Auf jeden Fall scheinen diese Apparate wirksam zu sein.

Wühlmäuse im Garten: So funktionieren die Tötungsfallen

Bei den Tötungsfallen gibt es welche mit und ohne Köder. Besonders einfach in der Handhabung ist die „Supercat“. Man sucht zuerst einen frischen Wühlmausgang, indem man auf Verdachtsflächen mit einem Stab in den Boden sticht. Hat man einen Gang gefunden, hebt man mit einem passenden Lochstecher die Erde oberhalb des Ganges aus und platziert die Falle darin, die von außen gespannt werden kann. Man sieht von außen, ob die Falle ausgelöst hat. Am besten nutzt man mehrere Fallen und bearbeitet systematisch den Garten von einer zur anderen Seite. Immer Handschuhe tragen, um menschliche Gerüche an der Falle zu vermeiden.

Für spezielle Köderfallen für Wühlmäuse, die ähnlich wie die bekannten Mausefallen mit einem Schlagdraht arbeiten, sucht man zunächst einen frischen Gang und hebt dann mit dem Spaten vorsichtig die Erde oberhalb des Ganges aus, bis der Gang auf beiden Seiten des Lochs freigelegt ist. Dann platziert man die mit einem Köder (z.B. Möhre) bestückte und gespannte Falle direkt vor dem Gang. Am besten nimmt man zwei Fallen für beide Gangeingänge. Der Gangeingang muss lichtdicht abgeschlossen sein. Zangenfangen arbeiten ähnlich und werden in einen Gang gesetzt.

Wühlmäuse im Garten: In großen Gärten helfen Giftköder

Als letzte Methode, Herr der Wühlmausplage zu werden, gibt es noch Giftköder. Diese empfehlen sich besonders bei sehr großen Gärten, und wenn zahlreiche Wühlmäuse den Garten heimsuchen und man mit den Fallen nicht mehr hinterher kommt. Die Handhabung ist einfacher als bei den mechanischen Fallen.

Der Gang wird geöffnet, die Giftportion hineingegeben und dann der Gang wieder verschlossen. In der Regel verlassen die Mäuse ihr Gangsystem nicht mehr, wenn sie das Gift gefressen haben. Wer aber Hund oder Katze hat, sollte dennoch sehr vorsichtig mit dem Gift sein, denn es kann auch die Haustiere und andere tierische Gartenbewohner schädigen.

Rubriklistenbild: © Niklas Fischer

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