Gartenserie

Wühlmäuse im Garten: Mit Buttersäure gegen die unersättlichen Nager

Wer diese Nager im Garten hat, ist nicht zu beneiden. Wühlmäuse sind unersättlich und vermehren sich stark. Haben sie einmal vom Garten Besitz ergriffen, richten sie enorme Schäden an - und man wird sie schwer wieder los. Was man gegen die Plagegeister tun kann, erklärt unser Gartenexperte.

Soest - Es gibt viele Rezepte, Wühlmäuse durch unangenehme Gerüche zu vertreiben. Einige hat Garten-Experte Klaus Fischer in der letzten Folge geschildert. Für alle diese Methoden gilt aber, dass der Erfolg recht unterschiedlich ist und auch nur für eine befristete Zeit anhält. Sobald die unangenehmen Gerüche verschwunden sind, werden Wühlmäuse von außen mit großer Wahrscheinlichkeit wieder einwandern. (Alle Beiträge der Gartenserie)

WühlmausNagetier
Wissenschaftlicher NameArvicolinae
FamilieWühler (Cricetidae)

Empfohlen werden für Wühlmäuse unangenehm riechende Pflanzen, die am besten in die Gänge der Mäuse geschoben werden. Dazu gehören Knoblauch, Holunder, kreuzblättrige Wolfsmilch, Kaiserkrone, Walnussblätter, Fichten und Thuja. Über Knoblauch, Zierlauch, Holunder und Kaiserkrone als abschreckende Begleitpflanzung amüsieren sich meiner Meinung nach die Wühlmäuse sehr. Im Gegenteil lassen sie sich von diesen Gewächsen nur wenig abschrecken, sondern haben sie teils zum Fressen gerne.

Besser ist da schon dieses Rezept: Aus Holunderblättern, Fichten- oder Thujazweigen setzt man am besten eine Jauche an. Man füllt einen Eimer mit den Pflanzenteilen und gießt alles mit Wasser auf. Diese Mischung lässt man zwei bis drei Wochen gären, gelegentlich umrühren. Dann wird die Brühe in die Wühlmausgänge gekippt. Wir müssen selber aber eine robuste Nase haben.

Wühlmäuse im Garten: Abhilfe aus dem Gewürzregal

Eine Gartenfreundin schwört auf Nelkennägel, gemeint ist das Küchengewürz, das einen sehr starken Geruch hat. Man muss aber versuchen, möglichst alle Gänge damit zu bestücken und regelmäßig die Nelkennägel erneuern. Das ist viel Arbeit und auf Dauer ziemlich teuer. Es gibt spezielle Wühlmaus-Gaspatronen. Die werden ebenfalls in die Gänge gesteckt. Dann sondern sie allmählich ein stinkendes Gas ab, das durch die Gänge zieht und so die Mäuse vertreibt. Auch hier gilt, dass der Erfolg nur befristet ist.

Ein anderer Tipp: Man stecke Menschenhaare in die Gänge. Den Geruch mögen die Wühlmäuse wohl auch nicht so gerne und verziehen sich – so zumindest die Theorie. Wer jetzt nicht seinen eigenen Schopf dafür opfern möchte, der kann beim Friseur mal nachfragen, ob er einen Beutel Haare bekommen kann. Pfefferminzöl und Essig sind ebenfalls Mittel, die durch ihren Geruch Wühlmäuse vertreiben. Man beträufelt alte Lappen damit und schiebt diese in die Gänge. Das muss man allerdings regelmäßig wiederholen, weil der Geruch nach einiger Zeit verflogen ist.

Wühlmäuse im Garten: Buttersäure wirkt und stinkt gewaltig

Eine sehr wirksame Methode ist der Einsatz von Buttersäure. Wir können selber so etwas erzeugen, wenn wir Buttermilch über Wochen verfaulen lassen. Das stinkt gewaltig. Dann gießen wird die üble Tunke in die Mauselöcher. Das müssen wir aber regelmäßig wiederholen, weil auch dieser Gestank nach einiger Zeit vergeht.

Einfacher ist es, direkt Buttersäure zu besorgen und einzusetzen. Aber Vorsicht, die Säure ist gefährlich (Handschuhe, Schutzbrille, Gasmaske) und stinkt unvorstellbar. Deshalb soll sie nur im Freien verwendet werden. Wir suchen zuerst einen Gang, indem wir mit einer Metallstange auf Verdachtsflächen in den Boden stechen. Den Gang merken wir, weil die Stange plötzlich leichter eindringt. Dann öffnen wir den Gang vorsichtig mit dem Spaten.

Wühlmäuse im Garten: Gestank ist unerträglich

Wühlmausgänge sind hochoval, Maulwürfe machen querovale Gänge. Wir benötigen alte Lappen, die wir in Stücke schneiden. Wir wickeln ein Lappenstück um eine Stange, beträufeln es mit Buttersäure und schieben es dann weit in den Gang, auf der andere Seite des Lochs machen wir das Gleiche. Dann verschließen wir das Loch und markieren die Stelle mit einem Stöckchen. Das wiederholen wir im Garten überall dort, wo wir Wühlmausgänge finden. Dabei sollten wir darauf achten, dass keinerlei Buttersäure auf unsere Kleidung gelangt. Denn andernfalls können wir die nach der Aktion nur entsorgen, weil der Gestank unerträglich ist und nicht herausgeht. Auch die Handschuhe werden entsorgt.

Haben wir gründlich gearbeitet, fliehen die Wühlmäuse aus unserem Garten. Was die Nachbarn dazu sagen, steht allerdings auf einem anderen Blatt. Das Mittel sollte über Wochen und Monate wirken. Irgendwann aber ist auch diese Wirkung vorbei. Wir merken es spätestens dann, wenn wir wieder frische Wühlmaushügel entdecken. Übrigens können auch Maulwürfe Buttersäure absolut nicht leiden und verschwinden. Wird unser Garten wieder von Wühlmäusen besiedelt, dann beginnt die Prozedur von vorne.

Rubriklistenbild: © Niklas Fischer

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare