Wohnen in der Kaserne: Auch ohne konkrete Pläne ist Interesse groß

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Hier sollen über 300 Wohnungen hin: Die alte Adam-Kaserne im Soester Südwesten.

Soest - 130 Interessenten haben sich bereits gemeldet, die sich eine Wohnung oder ein Haus in der alten Adamkaserne vorstellen können. Noch gibt es dort bis auf die alten Kasernenblocks und viel Wildnis nichts: keine Grundrisse, keine Größen, keine Preise. Das große Interesse an der berühmten Katze im Sack beweist einmal mehr, wie leer gefegt der Soester Immobilienmarkt weiterhin ist.

Lars Eiert vom Immobilienbüro der Sparkasse führt seit ein paar Tagen die Liste der potenziellen Kasernen-Bewohner. „Ich notiere mir Namen, Telefonnummern und Mailadressen.“ Mehr kann der Makler kaum leisten. „Alles ist im Fluss, wir haben noch nichts Konkretes gesichtet.“

Eiert versteht das Geschäft; er hat in den vergangenen Jahren das gesamte Ardey-Viertel – Soest größtes Neubauviertel der Jungzeit – an Mann und Frau gebracht. Hier geht jetzt nichts mehr: „Es ist restlos abgekauft.“

Im „Belgischen Viertel“ – so der neue Name für das Kasernen-Areal – sollen in naher Zukunft über 300 Wohnungen entstehen: in mindestens einem der alten Mannschafts-Blocks, vor allem aber auf den Freiflächen entlang der Clevischen Straße. Knapp die Hälfte der Wohnungen dürfte sich in Mehrfamilienhäusern finden; aber auch Häuslebauer, die nur die Ihren in den eigenen vier Wänden um sich haben wollen, sollen demnächst die Auswahl unter 75 Bauplätzen haben.

Der eigentliche Verkauf der Schollen soll im Februar nächsten Jahres starten. Bis dahin müssen Stadt und Wirtschaftsförderungs-Gesellschaft (als Eigentümerin) ihre Hausaufgaben machen und die Pläne baureif kriegen. Einen Vorgeschmack auf die bisweilen komplizierte Soester Gemengelage – einerseits schnell viele gute Wohnungen schaffen, andererseits die Denkmal-Optik nicht zu stören – hat unlängst die Sitzung des Gestaltungsbeirats geliefert. Ein Investor für den Block am Toreingang hatte versucht, auf der Freifläche neben dem Militärgebäude möglichst viele Wohnungen in einem Neubau-Riegel zu platzieren. Den Experten missfiel es: „Die Kaserne bekommt ein ganz anderes Gesicht!“, fürchten sie.

Am Ende muss der Soester Stadtrat entscheiden, was er haben will: In den Blocks, die stehen bleiben; anstelle der Blocks, die abgerissen werden; und auf dem nördlichen Teil der Kaserne, die heute verwaist daliegt. Nach den Ferien sollen die Entwürfe der Öffentlichkeit vorgestellt werden und die Bürgerbeteiligung beginnen.

Womöglich erfahren dort auch die 130 Interessenten Näheres über ihre eigenen vier Wände von morgen.

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