Wohnen in alter Soester Kaserne: Das Wasser bleibt über der Erde

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Schon heute recht grün: Die alten Bäume in der Adam-Kaserne sollen nach Möglichkeit stehen bleiben.

Soest - Der Regen von den Hausdächern und Wegen landet für gewöhnlich im Kanal unter der Straße. Im neuen Wohnviertel in der ehemaligen Adam-Kaserne am Meiningser Weg wird das anders sein. Ökologie wird aber auch an vielen anderen Stellen im „Belgischen Viertel“ groß geschrieben. Der Umweltausschuss hat sich das Vorhaben jetzt einmal durch die grüne Brille näher angesehen.

1000 Menschen könnten hier in den kommenden Jahren eine neue Bleibe finden: in den alten, denkmalgeschützten Blocks vorn am KasernenEingang oder in neuen Häusern aller Größen und Formen, für die etwa Dreiviertel der 10 Hektar großen Kasernenbrache umgewandelt werden.

Noch steckt die Katze ein wenig im Sack, erst in Kürze will die Stadt der breiten Öffentlichkeit auf einer Bürgerversammlung das Vorhaben im Detail vorstellen und sich eine erste Resonanz sichern.

Der Umweltausschuss hat sich jetzt bereits durch die Pläne gearbeitet. Besonders markant: Durch das gesamte Kasernengelände wird sich in Ost-West-Richtung ein breiter Grünstreifen ziehen. Er trennt (ansatzweise schon heute) den südlichen Teil mit den sieben großen Mannschafts-Blocks entlang des Meiningser Wegs vom nördlichen Teil mit dem alten Exerzierplatz, Schuppen und Freiflächen. Erhalten in diesem nördlichen Teil wird von den Gebäuden praktisch nichts, wohl aber die Bäume, die den Übungsplatz säumen. „Wir planen gleichsam um diese Bäume herum“, sagt Olaf Steinbicker, der Chef der Soester Stadtentwicklung. Drei kleine Viertel mit eigenen Nachbarschaften entstehen hier im nördlichen Teil der Kaserne, ein viertes auf der Südseite zwischen den großen Blocks und dem Boleweg.

Die Häuser bekommen Solar- oder Grasdächer, die neu zu pflanzenden Bäume dürfen nicht allzu riesig ausfallen; denn sonst würde die Freude an dem Sonnenstrom vom Dach nicht lange währen.

Der Grünstreifen mitten durch die Anlage speichert und sammelt das Regenwasser aus der Siedlung und leitet es oberirdisch zum Langen Graben, der westlich hinter der Kaserne vorbeiführt. Ja sogar über die Lautstärke der Wärmepumpen haben sich die Planer Gedanken gemacht; das Brummen soll später die Nachbarn nicht stören.

Beim Abriss des alten Kinos an der Clevischen Straße hatten die Biologen bereits ein Auge auf Fledermäuse geworfen, letztlich aber keine entdeckt (wir berichteten). Weil aber nicht auszuschließen ist, dass die Tiere trotzdem noch in irgendwelchen Ritzen und Mauerspalten stecken, soll vorsorglich für sie ein separater Raum in der französischen Kapelle (Block 3) reserviert werden. „Die werden sehr komfortabel überleben“, versicherte ein Planer.

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