So sauber sind die Soester Volksfeste

Wirtschaftsförderung: Kaum Feinstaub durch Kirmesfeuerwerk

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Kirmes und Feuerwerk, das darf gerne auch in den nächsten Jahren zusammen gehören – findet Prof. Monika Dobberstein.

Soest - Die Ratsfraktionen der CDU und der Grünen  haben  Klärungsbedarf bei der Nachhaltigkeit des Kirmesfeuerwerks, der Volksfeste insgesamt  und bei Solaranlagen in der Altstadt. Die Wirtschaftsförderung  hat dazu jetzt Antworten geliefert.

Wenn es um den Schutz des Klimas geht, hört der Spaß auf – jedenfalls für einige besorgte Bürger, die im traditionellen Höhenfeuerwerk am Freitag der Allerheiligenkirmes wegen des dabei freigesetzten Feinstaubs vor allem eine unnötige CO2 Belastung sehen. Wie gravierend diese Belastung genau ist, wollten die Soester Grünen wissen. Jetzt bekamen sie eine Antwort. Verfasserin der Antwort auf eine Anfrage der Grünen-Ratsfraktion ist Prof. Monika Dobberstein, Geschäftsführerin der städtischen Wirtschaftsförderung (WMS), die die Allerheiligenkirmes organisiert. 

Das Feuerwerk 

Nach ihren Recherchen verursacht das Kirmesfeuerwerk lediglich 17,7 Gramm Feinstaub und verbraucht 0,004 Gramm CO2. Es habe Überlegungen gegeben, dafür einen Ausgleichsbetrag zu spenden, so Dobberstein. Dieser Betrag habe sich aber auf der Grundlage der von der Bewegung „Fridays for Future“ geforderten Summe von 180 Euro pro Tonne CO2 auf nicht einmal einen Cent belaufen. „Diese Zahl macht deutlich, wie gering die Auswirkungen eines Feuerwerks auf die CO2-Bilanz ist“, schreibt sie und folgert: „Es gibt also keinen Grund, den Zuschauern diesen Spaß vorzuenthalten“. 

Mittelfristig könnte das Kirmesfeuerwerk, zumindest in seiner gewohnten Form, aber aus einem ganz anderen Grund ein Auslaufmodell sein: Die ehemalige Strabag-Fläche soll bekanntlich entwickelt und damit bebaut werden – was dazu führen könnte, dass die Leuchtraketen dann nicht mehr vom Sportplatz an der Werkstraße abgefeuert werden könnten. 

Bei der "Probierbar" gibt´s das Bier nur in Gläsern.

Nachhaltige Volksfeste 

Ein anderes Thema hat die CDU-Fraktion in den Fokus genommen mit ihrem „Nachhaltigkeitsfahrplan“ für alle Volksfeste in der Stadt. Auch hier ist die Wirtschaftsförderung als Organisatorin Ansprechpartnerin. „Die Nachhaltigkeit unserer Veranstaltungen ist der WMS schon lange ein Anliegen“, verweist Dobberstein auf einen Paragrafen zur Abfallvermeidung, der mit einigen Anpassungen bereits seit 2004 Bestandteil aller Verträge mit Standbetreibern sei. 

Und sie nennt Beispiele dafür, was auf den Volksfesten bereits geleistet werde: 

Große gastronomische Veranstaltungen wie der Weihnachtsmarkt, der Winzermarkt oder zuletzt auch die „Probierbar“ setzen schon seit vielen Jahren auf Gläser oder Tassen. 

Grünkohl wird auf Porzellantellern serviert, das „Café Twin“ und Gustav Schneider mit seinen Reibekuchen nutzen Esspapier, die Imbisse Schneider und Bürger Pappeschalen, Flammlachs wird im Brötchen gereicht. 

Die Gastronomen von „Kater“ und „Wilder Mann“ wollen, möglichst bereits im nächsten Jahr, ihre Suppen in Glasschalen servieren. 

Lediglich Einweggeschirr zur Mitnahme, so Dobberstein, sei noch aus Plastik. 

Die "Dachlandschaft" der Soester Altstadt ist ein Schatz, der nach Ansicht der Wirtschaftsförderung nicht beschädigt werden sollte.

Altstadtdächer 

Eine Meinung hat die Chefin der städtischen Wirtschaftsförderung als „Vertreterin des Stadtmarketings und des Tourismus“ auch zur Anregung der Grünen, Solaranlagen auf einsehbaren Dachflächen in der historischen Altstadt zu erlauben. „Unsere Dachlandschaft ist etwas ganz Besonderes und ein echtes Asset“, argumentiert sie. „Das sollten wir nicht aufgeben!“. 

Schließlich gebe es außerhalb der Wälle viele Dächer, die noch frei von Solaranlagen seien. Für Dobberstein ist klar: „Darauf sollten wir unsere Anstrengungen konzentrieren“.

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