Ein traditionell großes Vergnügen in Soest

Video und Fotostrecke online zum Wippen der Schützen in den Großen Teich

Soest - Falls irgendjemand unter den Besuchern des Wippens am Dienstagabend bei tropischen Temperaturen klammheimlichen Neid darüber verspürt haben sollte, dass die drei Malefikanten angeblich ja „zur Strafe“ ein kühles Bad nehmen durften, der dürfte sich spätestens bei einem verstohlenen Schnuppern an den Missetätern nach ihrem Sprung in den Großen Teich eines Besseren besonnen haben: Derartige Ausdünstungen wünscht man nicht einmal Charakteren, die sich offensichtlich schon im Vorfeld Anrüchiges geleistet hatten.

Denn dass das Trio sich das Eintauchen in die Hinterlassenschaften ungezählter Zugvögel redlich verdient hatte, wurde spätestens bei den Urteilsbegründungen klar, die Scharfrichter Burkhard Schnettler gewohnt schnittig und schneidend vortrug. Dabei war der gestrenge Blick der Bürgerschützen in diesem Jahr über die Soester Stadtgrenzen hinaus geschweift.

Mit Hans-Jürgen Raulf war ein Belecker in ihr Fadenkreuz geraten, der nicht nur mit Verstärkung in Person seiner Ortsvorsteherin Elke Bertling und des Warsteiner Bürgermeisters Dr. Thomas Schöne angerückt war, sondern auch „seine“ Kanoniere mitgebracht hatte. Die ließen es zwar gleich mehrfach kräftig krachen, vor seiner gerechten Strafe konnten aber auch sie den Vorsitzenden des Belecker Heimatvereins nicht bewahren.

Wippen am Großen Teich 2017

Dass Geld nicht stinkt, dürfte dem ersten der Malefikanten, der die neu installierte Wippe erklomm, als professionellem Steuerberater wohlbekannt gewesen sein – auf Volker Kaiser selber traf das am Ende des milden Sommertages nicht mehr zu.

Er hatte sich den Zorn der rechtschaffenen Soester Schützen damit zugezogen, dass er sich trotz allen Gewichtes seiner Position als Kammerpräsident ganz offensichtlich nicht nachhaltig genug für eine spürbar leichtere Steuerlast eingesetzt hat. Möglicherweise wird ihm ja der gestrige Abend neuen Schwung bei diesem Unterfangen beschert haben.

An Schwung gemangelt hatte es Karsten Köhler ganz sicher nicht, als er sich jener Verfehlung schuldig machte, die ihn gestern schließlich ins Verderben führte. Ganz im Gegenteil: Der junge Mann habe es ausgerechnet als König seiner Bürgerschützen an der nötigen Disziplin und Weitsicht mangeln lassen, so der Vorwurf. Nur so sei zu erklären, dass Gattin und Mitregentin Nicole pünktlich zum Fest im vergangenen Jahr mit Nachwuchs niederkam – und der Gemahl die Festivitäten ohne sie erlebte.

Dem Trio wird´s eine Lehre sein – dem in dichten Reihen um den Teich versammelten Pöbel war es ganz eindeutig einmal mehr ein großes Vergnügen. Dass es so gerne weitergehen darf beim Jahresfest der Bürgerschützen, machte Kommandeur Thomas Carls bei seiner Begrüßung deutlich: Gänzlich unbesorgt vor irgendeiner Sanktion, so seine Einladung, dürfe es die ganze Stadt am kommenden Wochenende beim Schützenfest gerne auch mal richtig krachen lassen.

Rubriklistenbild: © Dahm

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