Wettkochen der Bürgermeister:

Malte Dahlhoff haut auf die Backe

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Au Backe: Sämtliche Bedenken hinsichtlich der Kochkünste von Malte Dahlhoff (rechts) verwandelten sich am Donnerstagabend in der Kochschule „Bethlehems Stall“ in Gaumenfreuden.

Beusingsen – „Wer an diese Leistung ran will, der muss sich warm anziehen.“ So lautete das einhellige Urteil der Jury, nachdem Bad Sassendorfs Bürgermeister Malte Dahlhoff am Donnerstagabend gemeinsam mit Volker Kirst und Ralf Suckrau ein Dreieinhalbgänge-Menü in allerhöchster Qualität gezaubert hatte.

Das Trio setzte so die drei noch ausstehenden Kandidaten beim „Wettkochen der Bürgermeister“ gehörig unter Druck.

Eigens angefertigte Kochschürzen mit der Aufschrift „Bad Sassendorf haut heute so richtig auf die Backe“, eine gedruckte Menükarte, 20 Gäste, drei Köche, eine dreiköpfige Jury und die brandneue Kochschule „Bethlehems Stall“ in Beusingsen bildeten die Kulisse für einen Abend voller Genuss und Gaumenfreuden. Denn das, was die Herren der Kochtöpfe auf die Teller und in die Schalen zauberten, hinterließ ein wohliges Gefühl in der Magengegend.

Süppchen locker aus dem Glas geschlürft

Los ging es mit einem Bonbon: eine der Vorspeise vorangestellte Möhren-Ingwer-Suppe. Die mundete süßlich-scharf – und wurde vor allem von den Herren munter aus dem Glas geschlürft – während die Damen sich eines Löffels bedienten.

Dieser kleine maskuline Fauxpas trug dazu bei, den heiteren Grundton des Abends herzustellen. Ehe die Vorspeise serviert wurde, durften die Gäste ihren Bürgermeister beim Braten frischer Reibekuchen beobachten: Es zischte und spritzte, während parallel bereits Tatar und Salat angerichtet wurden. Der Verzehr avancierte zu einem knusprigzarten Vergnügen mit würziger Note: ein Fest der Gegensätze für den Gaumen.

Schlürfend hin zum optimalen Geschmack: Volker Kirst vom „Cappuccino“ scheute sich nicht, aus Untertassen zu probieren.

Vor dem Hauptgang ließ Malte Dahlhoff seiner guten Laune freien Lauf. Er plauderte augenzwinkernd über die Pflichten eines Bürgermeisters beim Kochen, beim Soester Wippen oder beim Fallschirm-Springen; er lüftete das Geheimnis um ein besonders schmackhaftes Salz aus Bad Sassendorfer Siede-Beständen und gab preis, dass man das Meerrettich-Pesto nur so perfekt habe herstellen können, weil man eine wichtige Zutat aus der Partnergemeinde Gaming in Österreich bezogen habe.

Ganz bodenständig gab es Nachschlag

Das Ergebnis? Zarte Rinderbäckchen mit einer runden Soße, dazu als Gegensatz ein erfrischendes Pesto und wunderbar bissfeste Möhren.

Bei aller „Haute Cuisine“ vergaßen die Protagonisten an den Töpfen nicht, dass sie mitten in Westfalen agierten: Ganz bodenständig nämlich gab‘s Nachschlag. Und ein Dankeschön. „Ohne meine beiden ,Beiköche’ hätte ich das nicht wuppen können“, meinte Malte Dahlhoff.

Der Schlusspunkt bildete an diesem Abend den Höhepunkt: Erdbeeren mit Mandelplätzchen an Vanilleschaum, dazu Erdbeereis an Balsamico und noch dazu ein kleines Erdbeerküchlein ließen keine Wünsche offen. Die verdiente Quittung: Fürs Dessert vergab die Jury nichts als Bestnoten. Apropos Jury: Mit 27 von 30 möglichen Punkten werteten Jürgen Vogt (Soester Anzeiger), Friedrich Reinold (Koch Bethelehems Stall) und Tobias Schindewolf (Koch im „hier und jetzt“) die Vorspeise fast optimal; wegen fehlender Temperatur und optischen Defizten gab‘s beim Hauptgang „nur“ 25 Punkte; und beim Dessert zogen alle ein glatte 10 – was in der Höchstpunktzahl 30 mündete. „Das Hauptgericht ist viel zu schlecht bewertet“, monierte anschließend Elke Jacobs. Die Anzeiger-Leserin war über ihren Kochtipp für den Bürgermeister an die festliche Tafel gelangt – und verlangte für sämtliche Gerichte und den gesamten Abend nichts als Bestnoten.

Apropos Bestnoten: Weil die Gäste ihrer Freude über den gelungenen Abend auch finanziell zum Ausdruck brachten, kam eine vierstellige Spenden-Summe zusammen. Die geht nun zu 95 Prozent an den Bad Sassendorfer Gemeindesportverband. Den Rest erhält am Ende der „Beste Bürgermeister-Koch“ für sein Sozialprojekt als Sieger-Bonus.

Termine und Regeln

Dienstag, 18. Juni: Bürgermeister Peter Wessel aus Erwitte Mittwoch, 26. Juni: Hans Dicke aus Möhnesee Dienstag, 9. Juli: Eckhard Ruthemeyer aus Soest Rund um das Hauptgericht „geschmorte Rinderbacke mit Möhren und Röstkartoffeln, dazu Meerrettichpesto“ dürfen die Bürgermeister mit ihren jeweils zwei Helfern die Vor- und Nachspeise frei gestalten.

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