Biker gehen mit Behinderten auf Tour

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Ein gutes Gespann: Die Motorradfreunde aus Werl und der Freundeskreis setzen sich für die Behinderten in den Perthes-Wohnstätten ein. Unser Bild zeigt: Ingo  Linke, Pascal Osterhoff, Annika Sobotta, Riccarda Dante, Dirk Böddecker, Günter Linke, Bernd Beckwermert, Rainer Hoffmann, Christian Stratmann, Norbert Reimertz, Kurt Tomczak und Dieter Linke (ganz rechts).

Soest/Werl - „Wenn die Bewohner Spaß haben, dann haben wir es auch“, sagt Dieter Linke. Er gehört zum Stamm der Motorradfahrer, die im Walpurgishaus und im Heinrich-Oberwinter-Haus begeisterte Mitfahrer haben und dort längst eine feste Größe sind. Viele Kilometer hat er am Lenker seiner Moto Guzzi mit Beiwagen schon für den guten Zweck zurücklegt. Bei jedem Jahresfest der beiden Perthes-Wohneinrichtungen sind die Biker des Werler Clubs und ihre Soziusse mit viel Spaß unterwegs. 

Die Spritztouren über Land führen in die nähere Umgebung bis in die Dörfer, erzählt Dieter Linke, der die Initiative seinerzeit ins Rollen brachte. Auch seine beiden Brüder Ingo und Günter stiegen später mit ein.

Die Truppe ist standhaft, der harte Kern nimmt verlässlich Kurs aufs Walpurgishaus, um Runde um Runde mit den Bewohnern zu drehen. Der große Einsatz begeistert Christian Stratmann, Leiter des Bereichs Wohnen mit den stationären und ambulanten Bereichen: „So lange ein Ehrenamt zu leisten, das ist aller Ehren wert.“

Menschen zu finden, die bereit seien, sich derart intensiv für andere zu engagieren, das sei nicht leicht. Für die Bewohner sei es einfach schön zu sehen, dass die Motorradfreunde immer wieder zur Stelle seien, um sie zu einem Ausflug einzuladen. Die Motivation, die ihn seit einem Vierteljahrhundert antreibt, beschreibt Dirk Linke so: „Wir möchten den Bewohnern eine kleine Freude machen.“ 

Die Motorradfahrer begehen ihren 25. Jahrestag, der gemeinnützige Freundeskreis Walpurgis-Haus und Heinrich-Oberwinter-Haus blickt auf die Gründung vor 30 Jahren zurück. Allen zusammen liegt es am Herzen, sich für die Wohnstätten und die Menschen, die dort leben, stark zu machen und Wünsche im Alltag zu erfüllen. Kurt Tomczak leitet diese aktive Gemeinschaft, die in einer Zeit angespannter Kassen. ideelle, materielle und praktische Hilfe leistet. 

Der Freundeskreis ermöglicht beispielsweise den Ausflug zur Waldbühne und gibt einen Zuschuss zum Sommerfest. Die Mitglieder überlegen, was sie auf die Beine stellen können. Wichtig ist ihnen, den Menschen mit Behinderung einen Platz in der Öffentlichkeit zu geben. 

„Denn dort gehören sie auch hin“, betont Rainer Hoffmann, der im Freundeskreis mitarbeitet. In langen Jahren sind Freundschaften gewachsen. „Bei den Behinderten kann ich sicher sein, dass sie mit Ehrlichkeit entgegenbringen“, meint Kurt Tomczak, der den Vorsitz vor 15 Jahren übernahm. 

Die Liste der Hilfe ist lang: Sie reicht vom Blockhaus bis zum Bollerwagen.

Freunde kaufen Crosstrainer und Kartenhalter

Der Freundeskreis möchten für die Bewohner da sein. Er springt ein, um kleine und größere Wünsche zu erfüllen. Mitglieder der Gespannfreunde Werl gehören auch zu dieser Gemeinschaft. Gemeinsam bauen sie Brücken zwischen Menschen mit und ohne Handicaps. Der Freundeskreis engagiert sich in vielerlei Hinsicht. Er kauft zum Beispiel einen Crosstrainer, schafft einen Spielkarten-Halter und sieht sich auch in der Verantwortung, einen Zuschuss für eine Beerdigung zu geben. Jubiläum feiert auch der Posaunenchor Preußen aus Lünen: Seit 25 Jahren begleitet es das Jahresfest.

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