Wenn's ums Klima geht, ist das Gesprächs-Klima schnell überhitzt...

Klimagerät für besseren Mittagsschlaf der Kita-Kleinsten: Wütende Reaktionen

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Sie haben im Sommer heiße Zeiten durchgemacht: Die Kleinen der Zwergenbande, die unterm Dach spielt und schläft.

Soest – Eine Lektion, wie aufgeladen gerade das (Gesprächs-)Klima ist, wenn es ums meteorologische Klima geht, erfährt dieser Tage die Kindertagesstätte Im Tabrock. Die wollte für ihre Allerkleinsten, die im Sommer bei großer Hitze nicht in den Mittagsschlaf finden konnten, ein Klimagerät zum Kühlen kaufen – und erlebt gerade wütende Reaktionen.

Auslöser war am Samstag die Einladung zu einem Waffelstand bei Kaufland auf der Facebook-Seite „Du weißt Du bist Soester, wenn...“ Dort stand zu lesen: „Von dem Erlös des Waffelverkaufs wollen wir gerne eine Klimaanlage für die Zwergenbande kaufen, damit sie im Sommer nicht so schwitzen müssen.“

Die Reaktion erfolgte prompt. „Da demonstriert die nächste Generation für die Umwelt und ihr wollt in einen Kindergarten in Nordeuropa eine Klimaanlage einbauen. Habt ihr es immer noch nicht begriffen???“, konterte eine Schreiberin. „Warum nicht?!“, schrieb eine Kita-Mutter zurück. 

Eine andere klärte auf und erinnerte an die 40 Grad, die es selbst im mitteleuropäischen Soest diese Saison gab. Man sollte durchaus an anderer Stelle etwas für den Klimaschutz leisten, aber die unerträgliche Hitze unterm Dach nicht ausgerechnet die Kleinsten spüren lassen. „Es gibt mittlerweile in jedem neuen Bürogebäude und Hotel ne Klimaanlage. Aber die Kleinsten sollen leiden.“

Zwischen vier Monaten und drei Jahren jung

Kita-Leiterin Heidrun Funke, die selber nicht auf Facebook postet und deshalb von dem Schlagabtausch noch nichts mitbekommen hatte, reagiert verblüfft. Sie berichtet von der Initiative der Eltern und des Teams, wegen der Hitze unterm Dach Abhilfe schaffen zu wollen. 

Die Szenen seien wirklich nicht schön gewesen: „Mit klatschnassen Haaren sind die Kleinen immer wieder aufgewacht“, weil es einfach zu heiß zum Schlafen war. Die Kleinen heißt in diesem Fall: Die elf „Zwerge“ sind mal gerade zwischen vier Monaten und drei Jahren jung. 

Schlagabtausch schaukelte sich hoch

Doch selbst der Hinweis auf das Leiden der Steppkes hat die besorgte Klima-Schützerin nicht überzeugt: „Weil meiner Meinung nach das falsche Signal an Kinder gesendet wird. Wir schaffen eine bequeme, angenehme Welt. Sommer ist vielleicht auch mal heiß, aber dann hat man ihn auch wahr genommen. Das gehört zum Leben einfach dazu.“ 

Der Schlagabtausch schaukelte sich noch ein wenig hoch: „Diese Klima-Debatte geht mir auf den Keks.“ Am Ende schossen sich ein paar User auf die Kritikerin ein: „Ich hoffe, du hast kein Auto und lebst in einem Zelt im Wald.“ 

Und: „Noch was, dass sich die Dame noch mehr aufregen kann. War gerade nur zum Shoppen in Venlo. Jaaaaaa ich bin mit dem Auto gefahren.“

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