Neue Gesichter beim Traditionsevent Jazznacht

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Detlef Brune hatte für sein Projekt „Cookin’ X“ den Künstler Markus Frede engagiert, der das Geschehen auf der Bühne abfilmte und verfremdet auf der Leinwand wiedergab.

Soest – Als die Blues Brothers auf den Kinoleinwänden der Welt ihr Unwesen trieben, da war sein Vater Bastian selber noch ein Kind. Mit 13 Jahren steht Valentin Porsch nun mit Sonnenbrille, schwarzem Hut, weißem Hemd und Krawatte neben seinem Onkel Patrick Porsch auf der Bühne im Schlachthof und in den großen Fußstapfen von John Belushi und Dan Ayckroydt und singt „Sweet Home Chicago“ – vielleicht eines der nächsten großen Talente, das aus der „Burning Big Band“ hervorgehen wird? 

Die hat gerade nach dem Abschied etlicher Schulabgänger und den Neuzugängen vieler neuer Gesichter wieder eine Verjüngung erfahren. Dank der Eltern der knapp 40 Nachwuchsmusiker war bei ihnen der Saal natürlich am vollsten bei der 42. VHS Jazznacht am vergangenen Samstag. Dem entgegen hatten die ersten und die letzten Ensembles wie üblich die undankbarsten Aufgaben – im Saal waren dies zu Beginn die „Muckefüchse“, die Band der erwachsenen Schüler der Musikschule, und das Orchester Wolfgang Menzel aus Arnsberg zum Ende. 

,,Jazznacht" 2019

Als der namengebende Bandleader endlich seinen Stargast, Hamms Stimmwunder Freddy Pieper, auf die Bühne bat, saßen noch 30 Leute im Saal, davon die Hälfte Kollegen aus anderen Formationen. Von den „alten Hasen“ schaute diesmal niemand vorbei, dafür aber von den  jüngeren Talenten der Szene. Saxofonist Maxim Hartmann und Sängerin Julia Finger hatten ausschließlich für diesen Abend noch einmal ihre alte Band „A10“ zusammengetrommelt. 

Im Raum 5 spielten die Bands der Jugendlichen – die einzige Ausnahme bildete Detlef Brunes neues Projekt „Maaad“, ein Name, der sich aus den Initialen der Vornamen zusammensetzt, denn hier hier galt es, einen freien Programmplatz zu füllen. Im Kino war plötzlich eine Band ausgefallen. Aus nachvollziehbaren familiären Gründen eines Musiker musste die altgediente „Hoodoo Company“ ihr erstes Gastspiel bei der Jazznacht absagen. 

Alle Bands profitierten davon, dass Brunes experimentelles Projekt „Cookin’ X“ den visuellen Künstler Markus Frede mitgebracht hatte, der bei allen vier Ensembles das Geschehen auf der Bühne abfilmte und verfremdet auf der Leinwand wiedergab. Die zweite Combo hier, die Fusion-Band „Buenos NoJazz“, spielte zum zehnten Mal in Folge, die „Groove m.b.H.“ der Uni Dortmund unter der Leitung des Soester Musiklehrers Michael Kröger, zum 18. Mal, „als einziger immer dabei war ich, gefolgt von meiner Frau Frauke, die nur einmal fehlte. Da war sie schwanger, und das Resultat davon sehen Sie hinter ihr bei den Posaunen“, verwies Kröger auf seinen Sohn Moritz, das mit Abstand jüngste Mitglied seiner Formation.

Spontan eingesprungen war bei ihm an diesem Abend auch sein Kollege Christoph Förster vom Archi. Ebenfalls ein vollwertiger Ersatz: Pastor Stefan Weyer vertrat den verhinderten Klaus Schneider als Pianist der John Holmes Combo. Er hatte wohl die kürzeste Nacht aller Musiker: Er musste am Sonntag ja schon wieder ab 8.30 Uhr in der Johanneskirche antreten – das zumindest buchstäblich beschwingt.
 

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