Krebsarzt meint: „Wir müssen radikal umdenken“

Dr. Nils Thoennissen: „Hinter Krebs verbirgt sich oft ein hochkomplexes Entstehungsmuster.“
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Dr. Nils Thoennissen: „Hinter Krebs verbirgt sich oft ein hochkomplexes Entstehungsmuster.“

Soest – „Krebs ist eine riesige Herausforderung. Um ihr begegnen zu können, müssen wir radikal umdenken.“ Dr. Nils Thoennissen, an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster habilitierter Internist, Hämatologe und Onkologe, baut seit einem Jahr in Paradiese eine Klinik für integrative Onkologie und ganzheitliche Medizin auf.

„Hinter Krebs verbirgt sich oft ein hochkomplexes Entstehungsmuster, entsprechend multimodal, also vielseitig, muss die Behandlung sein“, erklärt Thoennissen. Operationen, Chemo- und Strahlentherapie sind oft erfolgreich, aber gleichzeitig steigt die Zahl an Neuerkrankungen weltweit.

„Wir müssen neu denken“, so der Chefarzt und Ärztliche Direktor der Klinik Kloster Paradiese anlässlich des Weltkrebstags. Er setzt auf die integrative Onkologie, bei der er modernste Schulmedizin mit wirkungsvollen komplementären Methoden etwa aus der Naturheilkunde verbindet und nicht nur den Tumor, sondern auf köperlicher, geistiger und seelischer Ebene den ganzen Menschen behandelt.

Behandlungsoptionen erweitern

In Deutschland erkranken jährlich etwa 500 000 Menschen neu an Krebs, rund 220 000 sterben an den Krankheitsfolgen. Jeder zweite, so Thoennissen, müsse hierzulande damit rechnen, im Laufe seines Lebens einen bösartigen Tumor bekämpfen zu müssen. Bis 2025 könnten laut Weltgesundheitsorganisation weltweit bis zu zwanzig Millionen Menschen neu an Krebs erkranken. Und das trotz jüngster Forschungserfolge etwa in der molekularen Genetik oder der Immunologie.

„Aber die Erfolge sind nicht so überzeugend, wie von manchen erhofft und zudem kaum noch bezahlbar“, so Nils Thoennissen. Mehr als 120 Milliarden Euro koste die Krebsbekämpfung in Europa. „Wir müssen unsere Behandlungsoptionen erweitern,“ sagt er.

Schul- und Komplementärmedizin

Die Krebszellen müssen bekämpft, aber gleichzeitig die gesunden Anteile des Patienten gestärkt werden. „Es gilt, neben der Anwendung der Schulmedizin nach nationalen und internationalen Standards mit einer tiefgehenden Entgiftung und der gezielten Stimulation des Immunsystems die Selbstheilungskräfte zu aktivieren“, betont Dr. Nils Thoennissen.

Eigenverantwortung stärken

Hierbei spielten komplementäre, ergänzende Methoden wie zum Beispiel Misteltherapie, orthomolekulare Medizin oder Akupunktur, deren Wirkung bereits wissenschaftlich belegt sei, eine bedeutende Rolle.

„Auch in der evidenzbasierten Medizin kann heute niemand mehr abstreiten, dass zahlreiche komplementäre Therapien eine symptommindernde oder, wie die Hyperthermie, die wir auch bei unseren Patienten anwenden, direkte antitumoröse Wirkung haben“, erläutert Thoennissen, der seine Vision einer zukunftsweisenden ganzheitlichen Krebsbehandlung an der Klinik Kloster Paradiese in Soest verwirklicht.

Zudem nimmt der Arzt seine Patienten mit in die Verantwortung. Denn dass der Lebensstil gesundheitliche Auswirkungen hat, ist ja mittlerweile ebenfalls unbestritten.

Rauchen, übermäßiger Alkoholgenuss, einseitige Ernährung, mangelnde Bewegung und Dauerstress tragen dazu bei, dass Menschen erkranken – auch an Krebs. Im Gegenzug ist inzwischen belegt, dass etwa eine vielseitige Ernährung, regelmäßige Entspannung und Bewegung der Gesundheit dienen.

Thoennissen sieht es deshalb auch als seine Aufgabe an, seine Patienten davon zu überzeugen und anzuleiten, ihr Leben entsprechend zu verändern.

Alle Möglichkeiten nutzen

„Das Wundermittel gegen Krebs werden wir nicht finden“, sagt Dr. Nils Thoennissen. „Diese Krankheit ist hoch komplex, und wir müssen versuchen, dieser Komplexität gerecht zu werden. Das gelingt uns aber nur, wenn wir vorurteilslos und in professioneller Kooperation alle therapeutischen Möglichkeiten nutzen, die uns zur Verfügung stehen“, hebt er hervor.

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