Weißer Schulhof in Soest: Gut für die Schüler, vor allem aber für die Umwelt

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Die erste Testfläche entsteht am Westeingang des Archi.

Soest - Geredet wird derzeit eine Menge über ein besseres Klima.  Schülerinnen am Archigymnasium sind schon  weiter. Sie streichen einen Teil ihres Schulhofs in Weiß. Nicht nur so, sondern nach umfangreichen Untersuchungen, wie sich der helle Grund auf Strahlung, Wärme und eben Klima auswirkt.

Inzwischen haben die Mädchen der 7a erste Preisgelder für ihr Projekt „Weiß statt heiß“ eingeheimst. Mit dem soll ihr Schulhof nicht nur schöner, sondern auch umweltfreundlicher daherkommen soll. Denn der graue Asphalt, auf dem sie hier ihre Pausen verbringen, sieht nicht nur trist aus, er strahlt auch bei Sonnenschein mächtig Wärme ab und trägt so – sicherlich im Kleinen – zur ebenso unnötigen wie belastenden Erderwärmung bei. 

„Unsere Vorbilder sind weiße Straßen in Kalifornien und Griechenland“, sagen Abeer, Carolin, Eva, Julia, Lena, Leonie, Katharina, Mara, Mia und Maike. Ja selbst die Stadt Soest habe sich beim Ausbau der Fußgängerzone zwischen Post und Markt bereits bewusst für helle Steine entschieden. 

Drinnen (im Labor) und draußen (auf einer Teilfläche des Pausenhofs) haben die Gymnasiastinnen ganze Versuchsreihen mit unterschiedlichsten Farben und Zutaten gestartet – und durchaus Überraschendes festgestellt: Zum Beispiel, dass die Reflexionsperlen, die der besseren Erkennbarkeit bei Dunkelheit den Farben für die Straßenmarkierungen beigegeben werden, in Sachen Erwärmung eher negative Folgen haben. 

Die ganzen Versuchsreihen und Messungen sind sorgfältig dokumentiert; in dieser Woche geht es an den Probeanstrich einer 70 Quadratmeter großen Fläche an der Schule. Patrick Schnell, Bio- und Chemierlehrer und Betreuer der jungen Forscherinnen, erinnert sich gut, wie alles losging. „Es war an einem Friday (for Future) im Februar“, als über das Klima, den Protest gegen die Behäbigen und ganz praktische Folgen im Unterricht gerungen wurde. Danach sind die Schülerinnen geradezu auf einer Welle der Begeisterung und Anerkennung geritten.

 Sie stellten ihr Projekt unter anderem dem Energiekonzern Innogy vor und heimsten prompt Forschungs- und Preisgelder ein, mit denen sie Farbe und Sensoren für den Asphalt kaufen konnten. 

70 Qudratmeter in Weiß, um das Klima zu retten, ist das eine gute Idee? „Das ist richtig klasse, was die Schüler machen“, sagt Dr. Udo Engelhardt. Der Meeresbiologe hat in den vergangenen Tagen wiederholt über das Klima referiert und so manchen Soester damit erst aus seiner Lethargie geholt. Natürlich, so der Forscher, mindere das nicht den CO2-Ausstoß. 

Doch die Initiative sei in doppelter Sicht wertvoll: „Sie ist Teil der Anpassungsstrategie und trägt zu einem besseren Mikroklima in Soest bei.“ Just in der Stadt, die wegen ihrer Muldenlage an heißen Sommertagen „koche“ und vier, fünf Grad mehr Hitze aufweise als die Felder drum herum. 

Zum anderen wirke das Schüler-Projekt motivierend. Nicht nur die jungen Macher würden erkennen, dass sie in der Lage sind, etwas zu bewirken, es könnte durchaus auch auf Eltern, Lehrer und sonstige Soester ansteckend wirken.

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