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Weiß wie Schnee: So bleibt das Gewand der Soester Weihnachtsengel strahlend weiß

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Von: Achim Kienbaum

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Soester Weihnachtsengel Kassandra Hölscher
Leuchtet mit dem Weihnachtsschmuck um die Wette: Das weiße Kleid des Gewand der Soester Weihnachtsengel. Ursula Groneberg-Taege sorgt dafür, dass das so bleibt. © Peter Dahm

Was so ein richtiger Engel ist, der macht sich bei der Arbeit die Flügel natürlich nicht schmutzig – das strahlend weiße Gewand aber sehr wohl. Wie das Kleid trotzdem immer strahlend weiß bleibt.

Soest – Damit das pünktlich zu den Schichten von Weihnachtsengel Kassandra Hölscher und ihren zwei Kolleginnen jeden Tag wieder makellos rein ist, legt sich in Soest schon seit Jahren ein anderer Engel ins Zeug: Der heißt Ursula Groneberg-Taege – und hat seinen ganz persönlichen Himmel in der Walburgerstraße.

Gerade wenn kleine Menschen bei Schmuddelwetter in der Vorweihnachtszeit zum vertraulichen Date mit einem der insgesamt drei Engel auf dem Soester Weihnachtsmarkt nicht nur ihre Wünsche mitbringen, sondern auch diverse Anhaftungen an Schuhen und Kleidung, kann so ein Engelskleid schnell und leider auch ziemlich offensichtlich leiden.

Damit Kassandra Hölscher (rechts) und ihre beiden himmlischen Kolleginnen immer strahlend weiße Dienstkleidung haben, wäscht Ursula Groneberg-Taege das Gewand auch zu außergewöhnlichen Zeiten.
Damit Kassandra Hölscher und ihre beiden himmlischen Kolleginnen immer strahlend weiße Dienstkleidung haben, wäscht Ursula Groneberg-Taege das Gewand auch zu außergewöhnlichen Zeiten. © Kienbaum

Weil es aber nur ein Outfit für das junge Trio gibt, das pünktlich zu Dienstbeginn um 17 Uhr an der Kinderbäckerei wieder sehr sauber und sehr weiß sein muss, spricht Dirk Bröcking, einer der Organisatoren des Weihnachtsmarktes von der Soester Wirtschaftsförderung, täglich mindestens ein Dankesgebet, dass er Ursula Groneberg-Taege hat – und manchmal auch zwei.

„Bescheidener Beitrag“

In ihrer Reinigung in der Walburgerstraße ist das himmlische Gewand in den allerbesten Händen, wenn es von höchst irdischen Verschmutzungen befreit werden muss.

„Je nachdem, was da hängen geblieben ist, wird das Kleid erst gereinigt, dann gewaschen und anschließend noch in der Mangel getrocknet, bevor es auf einem Hänger auf die Abholung wartet“, erklärt sie das Prozedere.

Dafür nimmt sich Ursula Groneberg-Taege zwar die nötige Zeit – mehr als einmal kam das Kleid erst kurz vor Feierabend rein und musste bis zum nächsten Morgen wieder sauber sein – Geld aber nimmt sie nicht.

Ein Stück Kohle im Nikolaus-Stiefel

„Das ist mein bescheidener Beitrag dazu, dass die Weihnachtsengel sich in ihrem Kleid wohlfühlen und die kleinen Besucher des Weihnachtsmarkts auch“, will sie von einer Bezahlung für ihre Dienste nichts wissen – obwohl Dirk Bröcking ihr das mehrfach angeboten hat.

Ein wenig ist ihr „bescheidener Beitrag“ aber wohl auch Ausdruck der Verbundenheit zu ihrer Heimatstadt: Hier wurde sie geboren, hier wuchs sie auf, hier ist sie geblieben – und hier spielen natürlich auch ihre eigenen Erinnerungen an die Weihnachtstage ihrer Kindheit.

Soester Weihnachtsengel Kassandra Hölscher
Soester Weihnachtsengel: Kassandra Hölscher. © Gero Sliwa

Engel gab es damals natürlich auch schon, liebe Kinder, begegnet ist Ursula Groneberg-Taege ihnen damals aber noch nicht. Dafür denkt sie noch oft an die Stiefel, die sie am Nikolaustag gefüllt fand – immer mit mindestens einem Stück Kohle darin, neben Süßem natürlich.

Gewand hatte nie schwarze Flecken

„Meine Mutter hat mir erklärt, dass die Kohle ein Zeichen dafür ist, dass ich zwar ein gutes Kind gewesen bin, aber ein paar Dinge wohl auch nicht so perfekt gewesen sind“, zwinkert die in Ehren ergraute 62-Jährige.

Und schwört mit demselben kleinen Zwinkern, dass sie Kohleflecken noch nie aus dem Kleid der Soester Weihnachtsengel waschen musste.

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