Der Sturm und seine Folgen

Zweite Sturmnacht: Mann fährt in umgestürzten Baum

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An der B 229 kommt schweres Gerät zum Einsatz.

Soest -  Sturmtief „Sabine“ hat den Kreis Soest ordentlich durchgerüttelt und gibt noch nicht ganz auf. Auch in der Nacht von Montag auf Dienstag hat es noch ordentlich gestürmt. Verletzt wurde zum Glück niemand. Heute soll dem Sturm allmählich die Puste ausgehen.

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Update, 5.55 Uhr: Die Sturmspitzen der vergangenen Nacht waren - wie erwartet - nicht mehr so heftig. Für den ein oder anderen umgestürzten Baum reichte es aber noch allemal. Einer davon landete bei Lippstadt-Overhagen auf der Straße. Ein Autofahrer sah das zu spät und kollidierte mit dem hölzernen Hindernis. Die Feuerwehr leistete Hilfe, verletzt wurde aber niemand.

Update, 22.11: Der Sturm nimmt zwar wieder an Fahrt auf, hat aber anscheinend viel von seiner Gefährlichkeit eingebüßt. In der Rettungsleitstelle sind keine neuen Einsätze zu verzeichnen. Das "Alltagsgeschäft" sei wieder eingekehrt, sagt ein Mitarbeiter. Gleichwohl habe man die Wetterkarten im Blick. Das aktuell auflebende  Sturmgeschehen sei ein Vorbote dessen, was im Moment über das Ruhrgebiet weiter in Richtung Osten marschiere. Die Front wird wahrscheinlich recht schnell zwischen 23 Uhr und Mitternacht über den Kreis Soest hinwegziehen. Danach kehrt Ruhe ein. 

Update 21.12 Uhr: Aktuell lebt der Wind wieder etwas auf. Laut Prognose wird das abendliche Sturmgeschehen im Kreis Soest  gegen 23 Uhr seinen vorläufigen Höhepunkt erreichen.Böen bis etwa 90 Stundenkilometer sind dann noch einmal kurzzeitig drin. Danach flaut der Wind in der zweiten Nachthälfte bis zum Morgen auf Werte zwischen 50 und 70 Stundenkilometer ab. Das ist zwar auch noch reichlich ungemütlich, mit größeren Schäden muss dann aber nicht mehr gerechnet werden.

Update, 18.15 Uhr: Auch wenn es morgen noch einmal ziemlich windig wird: über schulfrei können sich die Schüler nicht noch einmal freuen. Der Unterricht wird an allen Schulen wieder planmäßig stattfinden. 

Update 16.06 Uhr: Sturmtief "Sabine" ist jetzt weitestgehend durchgezogen. Zwar zeigen die Wetterprognosen für die nächsten Stunden an, dass durchaus noch  mit kräftigen Böen zu rechnen ist, solche Ausmaße wie in der vergangenen Nacht sind aber nicht mehr zu erwarten. Entsprechend entspannt ist auch die Lage bei den Feuerwehren. Man arbeite noch den ein oder anderen Einsatz ab, ansonsten sei man aber wieder im Normalbetrieb, auch die Gerätehäuser sind nicht mehr besetzt, erklärte ein Mitarbeiter der Leitstelle.   

Update 14.33 Uhr: Der Landesbetrieb Wald und Holz NRW bittet dringend darum, die Wälder in den nächsten Tagen nicht zu betreten. Für die Räumarbeiten wird es in den nächsten Wochen zahlreiche kurzfristige Wegsperrungen geben. Diese Absperrungen seien unbedingt zu respektieren. Im Bereich der Fällarbeiten herrscht Lebensgefahr. Viele Schäden werden erst in den nächsten Wochen und Monaten sichtbar.  Sabine habe kräftig an den Bäumen gerüttelt, was dazu führe, dass zahlreiche Feinwurzeln der Bäume abreißen. "Gesunde Bäume kommen damit einigermaßen zurecht. Für geschwächte und geschädigte Bäume kann dies dasTodesurteil sein", heißt es in einer Mitteilung des Landesbetriebes. Die Schäden seien zwar nicht so gravierend, wie bei "Kyrill" im Jahr 2008 und "Friederike" 2018, aber Orkan Sabine hatdie Wälder in NRW in einem denkbar schlechten Zustand getroffen. "Die oberen Bodenschichten sind durch den Regen der letzten Wochen weich und geben den flachwurzelnden Fichten wenig Halt. Besonders problematisch: Viele Bäume sind durch zwei Jahre Dürre und Borkenkäfer geschwächt. Durch Millionen abgestorbener Bäume sind große Kahlflächen entstanden. Die neu entstandenen Waldränder sind instabil und haben Orkan Sabine viel Angriffsfläche geboten. Dort hat es auch die meisten jetzt schon erkennbaren Windwürfe gegeben",  sagt Michael Blaschke von Wald und Holz NRW.

Sturmschäden im Kreis Soest

Update, 13.53 Uhr:  Es lohnt sich wieder, zum Soester Bahnhof zu gehen. Auch die RB 89 Münster - Soest - Paderborn - Warburg hat den Betrieb wieder aufgenommen. Um  12.51 Uhr ist wieder eine Bahn ab Paderborn gestartet, um 12.40 Uhr konnte die Strecke ab Münster Hbf wieder bedient werden.

Update 13.37 Uhr: Auch die Stadt Soest legt eine erste Bilanz vor: 33 Einsätze im Stadtgebiet wegen Sturmtief "Sabine" sind bislang bei der Feuerwehr zu verzeichnen.  Die Bereitschaft des Kommunalbetriebes berichtet von 17 Einsätzen.  Die Soester Feuerwehr hatte bereits am Sonntagnachmittag eine Einsatzbereitschaft zusammengezogen. Bis nachts 2 Uhr gab es  27 Alarmierungen, sechs weitere am Montagvormittag, schwerpunktmäßig wegen Bäumen, die auf Straßen gestürzt waren. Darüber hinaus waren Bauzäune umgeweht worden. Die meisten Einsätze fuhr die Feuerwehr im östlichen und nördlichen Stadtgebiet, während das Einsatzgeschehen südlich der alten Bundesstraße 1 eher ruhig verlief. Um 2 Uhr wurde die Bereitschaft dann aufgelöst. Insgesamt waren 113 Feuerwehrleute auf den Beinen.  Axel Ruster, Leiter des Kommunalbetriebes, registrierte 17 umgeknickte Bäume, die seine Einsatztrupps abräumen mussten. Unter anderem fiel eine Linde an der Ulrich-Jakobi-Wallstraße um.

Sturmtief Sabine zieht über NRW: Die Bilder von Sonntag und Montag

Update, 13.27 Uhr: Die B229 zwischen Soest und Arnsberg ist wieder frei gegeben. Die Bundesstraße war seit gestern komplett gesperrt, der Ort Breitenbruch von der Außenwelt abgeschnitten.

Update, 12.50 Uhr: Gemeindebrandmeister Christian Böddeker (Möhnesee) teilt mit, dass der Ort Neuhaus gegen 12 Uhr mittags wieder über den Forstweg ohne Einschränkung zu erreichen ist. Alle Bäume sind von der Straße geräumt, die Sperrung in Richtung Stockum ist aufgehoben. Die Straße von Neuhaus in Richtung B229 ist aber mindestens noch bis Montagabend gesperrt, dort ist der Bauhof der Gemeinde im Einsatz, zahlreiche umgestürzte Bäume von der Fahrbahn zu räumen.

Bauhof auf der Forststraße im Einsatz.

Update, 12.48 Uhr: Aus dem Kreishaus kommt eineerste offizielle Bilanz der Sturmnacht.  „Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen. Zum Glück hat sich die Sturmfront in der Nacht geteilt. Der Hauptteil zog nach Norden ab, so dass es nicht so schlimm gekommen ist, wie zeitweise zu befürchten war.“ Diese Bilanz einer langen Einsatznacht rund um die Auswirkungen des Sturmtiefs Sabine zieht Kreisbrandmeister Thomas Wienecke. 1.069 Feuerwehr-Einsatzkräfte und 66 Helfer der Hilfsorganisationen fuhren 215 Einsätze (Stand 10 Uhr).

Nach einerLagebesprechung konnte die Einsatzbereitschaft der Feuerwehren kurz nach Mitternacht zurückgenommen werden. Am Montagmorgen wurden einige Stützpunktwachen aber wieder besetzt, weil das Tageslicht neue Einsätze mit sich brachte.

Angesichts tendenziell nachlassender Windgeschwindigkeiten hat der Kreis Soest entschieden, dass der Unterricht an allen Schulen in Kreisträgerschaft am Dienstag, 11. Februar, stattfindet und ebenso die Heilpädagogische Kindertageseinrichtung in Soest-Katrop öffnet.

Update, 12.41 Uhr: Die Eurobahn fährt wieder auf der LinieSoest-Dortmund (RB 89). Der Zug um 12.34 Uhr ist laut Eurobahn planmäßig in Soest abgefahren, auch in Gegenrichtung läuft der Verkehr.

Update, 12.38 Uhr: In Soest haben die Mitarbeiter der Kommunalbetriebe bereits die Bäume im Stadtpark und in den innerstädtischen Grünanlagen auf Standsicherheit überprüft. Generell dürfen die Parks betreten werden, empfehlen kann man das allerdings niemandem. Wegen des andauernden Sturms ist damit zu rechnen, dass jederzeit nochBäume umstürzen oder Äste abbrechen können.  Was dieWälder angeht,  rät die Feuerwehr sogar generell davon ab, diese zu betreten. Das sei "lebensgefährlich", sagt Christian Böddeker, Wehrführer der Feuerwehr Möhnesee.   Der Freiher-von-Wintzingerode-Park  in Bad Sassendorf ist  bis auf Weiteres gesperrt, bis die Verkehrssicherheit geklärt ist.

Update, 11.30 Uhr: Auf der Eurobahn-Strecke Soest-Dortmund (RB 59) rollt immer noch nichts. Frühestens um 12.24 Uhr  fährt hier laut Eurobahn wieder der erste Zug. Seit dem Morgen sind Mitarbeiter von Keolis un der DB-Netz auf sogenannten Erkundungstouren unterwegs, um die sichere Befahrbarkeit der Strecken zu prüfen.

Update 11.19 Uhr: "Sabine" riss am Archi-Gymnasium einen kapitalen Baum um. Marcus Roß, stellvertretender Leiter, berichtet, dass am Montagmorgen kein einziger Schüler gekommen sei. Das zeigt: Die Informationskette habe gut funktioniert. Die Leitungen der Grundschulen und der weiterführenden Soester Schulen hatten am Sonntagmittag entschieden, den Unterricht am Montag ausfallen zu lassen. Für eine Betreuung war trotzdem gesorgt:Lehrer traten vorsorglich wie gewohnt den Schulweg an, um sich um diejenigen Schüler zu kümmern, die von der Schließung nichts womöglich gehört hatten.

Auf dem Archi-Schulhof zerriss es diesen Baum. Zum Glück waren keine Schüler da.

Update, 10.49: Die Feuerwehr Welver meldet seit  Sonntagabend fünf Einsätze, immer ging es darum, Gefahren durch Bäume oder Äste zu bannen. Ein Baum war auf eine Oberleitung gefallen, berichtet Dirk Steinweg, Leiter der Welveraner Feuerwehr.

Update 10.42 Uhr: DieEurobahn hat den Betriebsstart weiter hinausgeschoben. Nach aktuellen Informationen soll aber um10.51 Uhr wieder der erste Zug auf der Strecke Soest - Dortmund (RB 59) fahren. 

Eurobahn am Soester Bahnhof.

Update 10.38 Uhr: In Bad Sassendorf  musste die Feuerwehr zu sechs Einsätzen ausrücken, zwei davon in Neuengeseke, vier im Zentralort.Umgestürzte Bäume oder gebrochene starke Äste waren zu beseitigen, in zwei Fällen drohte in der Alleestraße und in der Gartenstraße Gefahr durch lose Banner an Bauzäunen, die zudem umzustürzen drohten. Am Montag folgte dieerste Alarmierung mit dem ersten Tageslicht gegen 7.51 Uhr. Drei Mal lautete bisher der Einsatz „Baum auf Straße“. "Aber der Sturm sei noch nicht überstanden", berichtete der stellvertretende Wehrführer Ralf Suckrau. 

Update 10.26 Uhr: Die B229 ist weiterhin voraussichtlich bis Mittag für den Verkehr gesperrt. Feuerwehr und Straßen NRW erhielten am Sonntagabend, 19.30 Uhr, die Nachricht, dass zwischen Möhnesee und Arnsberg mehrere Bäume auf die Straße gefallen waren. „Die Bundesstraße wurde sofort gesperrt“, sagt Oscar Santos, Sprecher von Straßen NRW in Meschede. „Wir haben heute morgen abgewartet, bis es hell wurde und mit die Räumung fortgesetzt“, so Santos. Jetzt müsse man schauen, wie und ob das Sturmtief Sabine sich fortsetzt und weitere Schäden anrichtet. Santos: „Eine zweite Welle soll ja noch kommen“. Die Sperrung bleibt eingerichtet, eine Umleitung ist nicht eingerichtet. Auch eine Fahrt durchs Wannetal ist nicht möglich, da auch die K8 gesperrt ist. Auch die L856 in Warstein zwischen Niederbergheim und Hirschberg ist wegen Räumungsarbeiten dicht.

Update, 10.19 Uhr: In Lippetal sind seit gestern 13 Einsätze angefallen. Der Großteil der Alarmierungen waren umgestürzte Bäume. Am heutigen Montag sind die Einsatzkräfte bereits je zweimal in Lippborg, Herzfeld, Niederbauer und einmal nach Oestinghausen ausgerückt. Dort ist an einem Gewerbebetrieb am Schwarzenweg einSchornstein abgebrochen und auf ein Dach gefallen.

Feuerwehr Lippetal nachts in Aktion.

Update, 9.58 Uhr: „Jetzt erst einmal ab in die Falle!“ So fasst der Soester Feuerwehrsprecher Kai Weets die Lage am Montagmorgen zusammen. Um halb Neun lief der vorerst letzte Einsatz in Sache „Sabine“. Womöglich folgt heute Teil 2. Doch alles in allem: „Es war ruhiger als gedacht“, bilanziert der Soester Feuerwehrmann. 27 Einsätze am Sonntagnachmittag und -Abend, sechs weitere in der Nacht. In der Masse mussten die Helfer umgeknickte Bäume bergen und zerstückeln, im Wohngebiet am Wiesengraben im Soester Westen kippte ein Baum auf ein Wohnhaus und beschädigte es; Menschen sind nicht zu Schaden gekommen. Und auch auf dem gerade erst frisch sanierten Wall zwischen Grandweger- und Ulrichertertor legte sich eine alte Linde  auf die Seite.

Update, 9.49 Uhr: Die Eurobahn will ab 10 Uhr den Verkehr auf allen Strecken wieder aufnehmen. Das ist zumindest der Plan. Eine Garantie ist das aber keinesfalls. Auf der Homepage des Unternehmens heißt es vorbeugend: "aufgrund der Unwetterschäden kann keine zuverlässige Betriebsaufnahme gewährleistet werden. Erst nach Sichtung der Schäden im Rahmen von Erkundungsfahrten und erforderlichen Reparaturarbeiten, durch DB Netz, werden die Strecken sukzessive wieder freigegeben. Es ist leider absehbar, dass die Störungen den ganzen Tag über andauern werden."

Update, 9.24 Uhr: Mit schwerem Gerät wird die B 229 zwischen Arnsberg und Möhnesee frei geräumt. Die Ortschaft Breitenbruch waren ebenso wie Neuhaus seit gestern von der Außenwelt abgeschnitten. Auch die Polizei ist dort im Einsatz und  muss einige uneinsichtige Autofahrer aufhalten, die sich trotz der laufenden Arbeiten "durchmogeln" wollen. Wann die Straße wieder frei gegeben wird, steht aktuell noch nicht fest.

Update, 9.15: Die Sonne bringt es an den Tag: was nicht niet- und nagelfest gesichert war, hat Sturmtief "Sabine" umgewirbelt. Am Pier 20 direkt am Ufer des Möhnesees hat die Kraft des Sturms locker ausgereicht, schwere Müllcontainer auf die Seite zu werfen. Abgebrochene Äste bedecken an manchen Stellen Geh- und Radwege.

In Möhnesee-Delecke hat "Sabine" mit Müllcontainern gespielt.

Update, 8.45 Uhr: Mitarbeiter des Bauhofs der Gemeinde Möhnesee haben damit begonnen, die Straße nach Neuhaus frei zu schneiden. Die Bewohner des südlichsten Dorfes der Gemeinde mitten im Arnsberger Wald sind seit gestern von der Außenwelt abgeschnitten. Auf beiden Zufahrtsstraßen, die zu dem kleinen Ort führen, haben umgestürzte Bäume die Wege blockiert.

Mitarbeiter des Bauhofs schneiden den Weg nach Neuhaus frei.

Update, 8.41 Uhr: Sabine geht trotz durchgemachter Nacht vorerst noch nicht so richtig die Puste aus. Auch in den nächsten Stunden ist mit weiteren schweren Sturmböen zu rechnen. Aktuell peitschen Hagelschauer über den Kreis Soest. Mit einzelnen Gewittern und verbreitet starken Niederschlägen ist auch im weiteren Tagesverlauf zu rechnen.

Am Rosengarten in Soest hat es den Bauzaun umgeworfen.

Update, 8.15 Uhr: Aktuell laufen im Kreis Soest noch mehr als ein Dutzend Einsätze. In der Mehrzahl handelt es sich um umgestürzte Bäume, sagt ein Mitarbeiter der Rettungsleitstelle am Montagmorgen. Die Feuerwehr ist dabei im gesamten Kreis Soest unterwegs. Viele Menschen hätten mit Anbruch der Dämmerung Schäden bemerkt und die Feuerwehr zur Hilfe gerufen, heißt es von der Leitstelle. Verletzte seien im Kreis Soest nach der Sturmnacht zum Glück bislang nicht zu beklagen.

Update, 7.45 Uhr: Nicht alle Pendler hatten offenbar mitbekommen, dass im Bahnverkehr wegen der Nachwirkungen von "Sabine" heute erstmal gar nichts geht. 

Tristes Bild am Bahnhof Soest am Montagmorgen. 

Einige wenige Fahrgäste stehen an den Gleisen und können sich nur die Laufschrift "Zug fällt heute aus" auf den Anzeigentafeln ansehen - und sich am Montagmorgen nach Alternativen für den Weg zur Arbeit umschauen.

Update, 23.10 Uhr: Im Kreis Soest und ganz NRW ist mittlerweile wieder spürbar, dass der Wind wieder zunimmt. Nach einer Ruhepause kommt Sturm Sabine jetzt wieder zu alter Kraft und soll laut Schätzungen sogar noch stärker werden. Im Kreis Soest häufen sich seit etwa 22.45 Uhr wieder Einsätze der Feuerwehr.

Wir berichten in der Nacht in unserem Sturm-News-Ticker weiter über die Auswirkungen von Sturm Sabine in NRW.

Update 20.50 Uhr:Der Ortsteil Neuhaus in der Gemeinde Möhnesee ist derzeit nicht erreichbar. Aufgrund vieler umgestürzter Bäume seien die Wege nach Neuhaus nicht passierbar, erklärte Dirk Behrens vom Presseteam der Feuerwehren. Und weil man in der Nacht mit einem zweiten Sturmausläufer rechne, werde man voraussichtlich vor dem Montagmorgen nicht in der Lage sein, den Ort wieder ans Verkehrsnetz anzuschließen.

Update, 20.15 Uhr: Derzeit herrscht die Ruhe vor dem nächsten Sturm: „Im Moment ist es still“, sagte Dirk Behrens vom Presseteam der Feuerwehren im Kreis Soest. Im Kreis Soest seien bislang - stand 20.10 Uhr - rund 110 Einsätze abgearbeitet worden. Dabei handelte es sich in allen Fällen um umgestürzte Bäume, lose herumfliegende Gegenstände oder beschäftigte Oberleitungen der Bahn wie am Nachmittag in Lippstadt. Am Allwetterbad in Warstein krachte ein massiver Baum auf ein parkendes Auto. Brisant: Die Einsatzkräfte wussten auf dem Weg zur Unfallstelle noch nicht, ob jemand während des Einschlags im Auto saß. Doch es herrschte Glück im Unglück: Das Auto war leer. Die wichtige Nachricht: Bislang wurde bei allen Einsätzen im Kreis Soest niemand verletzt. Einsatzstab und Feuerwehrleuten an den einzelnen Standorten stellen sich jedoch bereits auf das nächste hohe Arbeitsaufkommen ein. „Es kommt definitiv noch mindestens ein starker Ausläufer, sagen die Daten, die uns derzeit vorliegen. Wann dieser jedoch kommt, ist noch unklar“, sagte Behrens.

Update 19.07 Uhr: Nachdem die Stadt Soest und auch der Kreis Soest wegen des Sturms ihre schulischen Einrichtungen geschlossen haben, haben viele Kinder schulfrei. Auch private Schulträger wie etwa die Freie Waldorfschule folgten dem Beispiel und rieten allen Eltern, ihre Kinder am Montag zu Hause zu betreuen. Alle Schüler, die dennoch zu den Schulen kommen, sollen dort aber trotz der Schließungen betreut werden.

Für viele wäre der Schulbesuch aber ohnehin mit großen Schwierigkeiten verbunden gewesen. Denn die Eurobahn hatte am Sonntagnachmittag zunächst die Geschwindigkeiten ihrer Züge auf 80 Stundenkilometer gedrosselt, ehe sie um 17.10 Uhr verkündete, vorerst auf allen Linien den Verkehr einzustellen. „Es bleibt abzuwarten, ob und in welcher Form die Infrastruktur und gegebenenfalls die Züge beschädigt werden“, sagte Unternehmenssprecherin Nicole Pizzuti. Voraussichtlich sei mit Einschränkungen bis Montagvormittag zu rechnen.

Wie gefährlich „Sabine“ sein kann, davon konnte sich am späten Sonntagnachmittag eine Familie aus Ostönnen überzeugen. An einer Garage in der Straße „Im Höhberg“ griff der Wind unters Dach und hob es mehrere Meter in die Luft. Beim anschließenden Herunterfallen wurden die Garagentore aus der Verankerung gerissen. Dabei fielen sie auf die in der Garage parkenden Autos. Die Feuerwehr hob nach ihrem Eintreffen die Tore an, so dass die Autos herausgefahren werden konnten.

An der Auffahrt Soest-Ost brachten Feuerwehrleute ein Schild in Sicherheit.

Anschließend rückte die Feuerwehr zu vielen weiteren Einsätzen aus. So sicherte sie das Schild der Süd-Apotheke in der Niederbergheimer Straße, das herunterzufallen drohte, schraubte ein weiteres Schild an der Autobahnauffahrt Soest-Ost ab oder sicherte Styroporteile, die von einer Baustelle am Senator-Schwartz-Ring abgefallen waren. Die waren zuvor auf die Werler Landstraße geweht.

Aktuell sind die Rettungskräfte in der Grandweg Ulricher-Wall-Straße unterwegs, wo ein Baum umgestürzt ist.

Wegen  der angekündigten orkanartigen Böen empfiehlt die Stadtverwaltung Soest allen Bürgern, ab sofort und bis Montagmorgen den Aufenthalt im Freien möglichst zu vermeiden, Gegenstände im Freien zu sichern sowie Fenster und Türen geschlossen zu halten.

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