Ärger im Baugebiet Soest-Nord

Grundstückskäufer beklagen Mängel bei Kaufverträgen und gravierende Verzögerungen

Baugebiet Soest Nord aus der Luft
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Noch sind die Bauplätze leer. Im Baugebiet im Soester Norden hat es Verzögerungen bei den Kaufverträgen gegeben, zudem laufen die letzten Erschließungsarbeiten noch.

So wirklich warm geworden mit der „Kalten Nahwärme“ im neuen Baugebiet Soest Nord sind viele der Grundstückskäufer bislang nicht. Das hat offenbar dazu beigetragen, dass es zu erheblichen Verzögerungen bei den Beurkundungen der Kaufverträge gekommen ist. Jetzt aber soll Schwung in die Sache kommen.

Soest – Eine Familie, die namentlich nicht genannt werden möchte, hatte nach eigenen Angaben bereits vor fast einem Jahr, nämlich im Juli 2020, den Zuschlag für eins der Baugrundstücke erhalten und erwartete den Vertragsabschluss für den vergangenen September. Daraus aber wurde nichts, stattdessen kam der Kaufvertrag erst im Januar. Der aber war so gestaltet, dass sich der Notar weigerte, ihn zu beurkunden – nach Angaben der Familie kein Einzelfall.

In der Folge seien, so heißt es, die Verträge in der ursprünglichen Form zurückgezogen worden. Erst vor wenigen Tagen seien die neuen Schriftsätze verschickt worden – mit entsprechenden Verzögerungen für Bauherren, die eigentlich schon viel früher los legen wollten.

Lars Eiert, bei der Sparkasse zuständig für die Vermarktung der rund 135 Baugrundstücke für Einfamilien- und Doppelhäuser im ersten Bauabschnitt, bestätigt Verzögerungen, macht dafür aber unter anderem Schwierigkeiten bei der Bearbeitung in Folge der Corona-Pandemie verantwortlich. Inzwischen hätten die ersten Beurkundungen aber stattgefunden, weitere seien in der Bearbeitung.

Rund 100 der Grundstücke seien reserviert, der Bestand werde nun abgearbeitet. Insgesamt lägen rund 300 Bewerbungen von Interessenten vor.

Wärme kommt aus drei Metern Tiefe

Für die Versorgung der Wohnhäuser im neuen Baugebiet holen die Stadtwerke im Süden des Baugebietes die Wärme in rund drei Meter Tiefe aus dem Erdreich. Von dort aus wird sie über kurze Distanzen zu den Gebäuden geführt. Nach Angaben der Stadtwerke macht das wirtschaftlich nur Sinn, wenn sich alle Grundstückskäufer an diesem Modell beteiligen – das auch von der Politik so gewollt ist. Eine dezentrale Versorgung mit Erdwärme mache alleine schon deshalb keinen Sinn, so die Stadtwerke, weil dann eine große Zahl vom Wärmepumpen in dem Wohngebiet betrieben werden müssten und die dafür ebenfalls nötigen tieferen Bohrungen in dem Areal aus geologischen Gründen nicht möglich seien.

Wie Eiert weist auch Andre Dreißen, Chef der Soester Stadtwerke, darauf hin, dass die Versorgung eines Baugebietes in dieser Größenordnung mit „Kalter Fernwärme“ juristisches Neuland in Soest sei. In der Tat habe es Probleme bei der Abwicklung gegeben, unter anderem, weil Grundstückskäufer nicht damit einverstanden gewesen seien, dass sie sich langfristig an das Netz der Stadtwerke anschließen müssen, wenn sie dort bauen wollen. Auch die Preisgestaltung sei vereinzelt kritisiert worden.

Als Folge daraus, so Dreißen, seien Details der Kaufverträge geändert worden, an der Verpflichtung zum Anschluss an die Wärmeversorgung der Stadtwerke habe sich aber nichts geändert.

Eiert rechnet damit, dass die Erschließung des ersten Bauabschnittes östlich der Oestinghauser Landstraße und unmittelbar nördlich des Rings bis Juli abgeschlossen sein wird. Der weiter nördlich gelegene Teil dieses Abschnitts soll bis Anfang Oktober erschlossen sein.

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