Warsteiner gab Drogen an junge Körbeckerin weiter

Soest -  Hat er nun oder hat er nicht? Er hat - entschied am Donnerstag das Schöffengericht beim Amtsgericht Soest und verurteilte einen 45-jährigen Warsteiner wegen der Abgabe von Betäubungsmitteln an eine Minderjährige in einem „minderschweren Fall“ zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten und zwei Wochen, die auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Außerdem muss der Mann eine Geldbuße in Höhe von 1000 Euro bezahlen.

Das Verfahren gegen den bislang unbescholtenen Mann war nach einem wegen fehlender Zeugen geplatzten ersten Termin im vergangenen November bereits der zweite Versuch, Licht zu bringen in einen Vorfall, der seinen Anfang am 13. April in Deiringsen genommen hatte.

Dort war der Warsteiner kurz vor Mitternacht am Steuer seines Cabrios in eine Verkehrskontrolle geraten, auf dem Beifahrersitz eine damals 17-jährige Möhneseerin. Weil die Beamten Cannabis- und Alkoholgeruch wahrnahmen und der Fahrer „deutlich berauscht“ wirkte, wurde der Wagen durchsucht.

Prompt wurden in einem Karton kleinere Mengen verschiedener Drogen inklusive Zubehör zum Konsum und zum Verpacken selbiger gefunden.

Daraufhin wurde der Mann zur Wache gebracht, die nach Ansicht der Polizisten ebenfalls unter Drogeneinfluss stehende Jugendliche wurde von weiteren Beamten bei ihrer Mutter in Körbecke abgeliefert – ohne dass sie auf Drogen durchsucht wurde oder ein Drogentest bei ihr durchgeführt worden wäre.

Auf dem Weg zur Wache habe der Angeklagte freimütig eingeräumt, die Drogen am Soester Bahnhof gekauft zu haben – auf Empfehlung der 17-Jährigen – und mit ihr gemeinsam im Wagen auch einen Joint geraucht zu haben, erklärten vor Gericht übereinstimmend die beiden Polizisten, die die Kontrolle durchgeführt hatten.

In späteren Vernehmungen bestritten der Angeklagte und die junge Möhneseerin das allerdings – vor Gericht blieb der Mann stumm und die Jugendliche versicherte, nach „schlechten Erfahrungen“ an dem Tag überhaupt keine Drogen konsumiert zu haben.

Das Gericht überzeugte die erste Aussage des Warsteiners allerdings mehr – und sprach ihn schuldig.

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