"Das ist eine Baustelle.."

Nach Baustellen-Kritik an Soester Unfallschwerpunkt: Absperrbaken verdecken die Sicht nicht mehr

So sah es am 11. Juli aus: Nach zehn Metern Sicht ist Schluss: Eine breite Warnbake macht es Autofahrern unmöglich, einen ausreichenden Blick auf die Arnsberger Straße in Richtung Soest zu nehmen.

Soest – Nach der Kritik an der Positionierung der Absperrbaken im Baustellen-Bereich an der Arnsberger Straße hat Straßen NRW reagiert.

Update, 12. Juli: Offenbar wurde noch einmal gründlich kontrolliert, ob die Absperrbaken in der Baustelle an der Arnsberger Straße, wo aktuell eine Ampelanlage errichtet wird, nicht doch eine Gefahr für den Verkehr darstellen. 

Die breite Bake, die verhinderte, von der Autobahn-Abfahrt nach links in Richtung Soest zu schauen, wurde nun auf die Seite gelegt, so dass nun eine problemlose Kontrolle der Vorfahrt-berechtigten Arnsberger Straße von der Abfahrt aus möglich ist.

12. Juli: Die Absperrbake wurde auf die Seite gelegt. Ein freier Blick auf die Arnsberger Straße ist nun möglich.

Unsere ursprüngliche Berichterstattung zum Thema 

Anfang August soll die Ampelanlage, die die Kreuzung der Arnsberger Straße mit der Autobahn-Anschlussstelle Soest/Möhnesee sicherer machen soll, fertig sein. Doch bevor Sicherheit im Kreuzungsbereich Einzug nehmen soll, sorgt die Baustelle für weitere Gefahren.

Vor allem nach dem schweren Verkehrsunfall mit vier Verletzten am 5. Juli gab es von vielen Seiten Kritik an den Positionen der Absperrbaken, die die Sicht für Autofahrer, die von der Autobahn auf die Arnsberger Straße fahren wollen, einschränken würden. 

Dieser Umstand ist bislang unverändert. „Natürlich“ habe man den Unfall bei Straßen NRW, dem zuständigen Baulastträger, wahrgenommen. Der Unfall sei zum Anlass genommen worden, den zuständigen Bauüberwacher zu beauftragen, die Beschilderung zu überprüfen, erklärte ein Sprecher von Straßen NRW. 

"Nicht durchrasen wie jeden normalen Tag"

Dieser Bauüberwacher sei jeden Tag vor Ort und überprüfe auch jeden Tag die Standorte der Warnbaken auf ihre Richtigkeit. Die Standorte wurden zuvor in einer Verkehrsanordnung von Auftraggeber Straßen NRW an die ausführende Baufirma übergeben. „Wo welches Schild zu stehen hat, ergibt sich aus Regelplänen, die wir von Seiten des Bundes zur Hand haben“, erklärte der Straßen-NRW-Sprecher, der bei seinem Landesbetrieb keine Versäumnisse erkennt, sondern die Verkehrsteilnehmer zur Verantwortung zieht: „Es handelt sich um eine Baustelle. Da kann man eben nicht durchrasen wie jeden normalen Tag, sondern muss Vorsicht walten lassen.“ 

Doch mit dem Versuch, die Verantwortung auf diejenigen zu schieben, die bei Unfällen am Ende die Leidtragenden sind, macht es sich Straßen NRW zu leicht, wie ein einfaches Rechenbeispiel zeigt: 

Befährt ein Autofahrer die A44 in Richtung Dortmund und will sie an besagter Abfahrt auf die Arnsberger Straße verlassen, muss er seinen Wagen an einem Stoppschild zum Stillstand bringen. Er blickt nach links, um zu schauen, ob aus Richtung Soest Verkehr auf ihn zurollt, oder ob der Weg bis zur Einfädelspur auf der gegenüberliegenden Straßenseite frei ist. Doch nach etwa zehn Metern endet für ihn die Sicht auf die Arnsberger Straße – sie wird durch eine breite Absperrbake verdeckt.

Bei zehn Metern bleibt zu wenig Zeit für eine Reaktion

Fährt der Autofahrer nun los, weil er kein Auto oder Motorrad kommen sieht, und hinter der Absperrbake taucht plötzlich doch ein anderes Fahrzeug auf, das in Richtung Möhnesee unterwegs ist, ist eine Kollision fast nicht mehr zu vermeiden. Denn selbst wenn dieses Fahrzeug die im Baustellenbereich vorgeschriebenen 50 Stundenkilometer fährt, liegt allein der Reaktionsweg – also der Weg zwischen dem Erkennen eines Hindernisses und dem ersten Ansatz eines Bremsmanövers – bei etwa 15 Metern. 

Bleiben unterm Strich zwei Möglichkeiten, dass sich bis August kein weiterer schwerer Unfall im Kreuzungsbereich ereignen wird: Entweder, die Positionen der Absperrbaken werden noch einmal gründlich überdacht. Oder es muss auf ein Wunder gehofft werden.

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