Wenn das Wahllokal für einen Trödelmarkt gehalten wird..

Kuriose Vorfälle in Wahllokal: "Ich brauche einen neuen Wahlzettel"

Kommunalwahl Kreis Soest
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Thomas Nübel hat schon manche Kuriosität bei Wahlen in Soest erlebt.

Am Sonntag wurde gewählt. Dafür haben die Wähler ihre Stimmen in den Wahllokalen ihrer jeweiligen Stimmbezirke abgegeben. Wir haben das Prozedere in einem Soester Lokal begleitet. Dabei kam es zu manch kuriosem Vorfall.

Soest – Sonntagmittag, Wahllokal Stadthalle im Restaurant Kattenturm: Ein Mann tritt an die mit Wahlhelfern besetzte Tischreihe heran und zeigt seinen Personalausweis vor. So weit, so normal. 

Jedoch sorgt sein Wohnort für Verwirrung. Wie kommt jemand aus Wadersloh auf die Idee, in Soest zu wählen? Die Antwort gibt es wenige Augenblicke später: Dass der Wadersloher sich mitten in einem Wahllokal befindet, war ihm gar nicht bewusst. Er wollte lediglich seine Kontaktdaten hinterlassen, um sich für den Trödelmarkt anzumelden, der direkt nebenan stattfindet. 

Dies ist nur eine von vielen kleinen Kuriositäten, mit denen Wahlvorstand Thomas Nübel und sein Team sich am Sonntag zwischen 8 und 18 Uhr konfrontiert sehen. „Das habe ich auch noch nicht erlebt“, betont der Leiter der Abteilung Bildung und Sport im Soester Rathaus. Wie viele Wahlsonntage er bereits als Wahlhelfer verbracht hat, kann er gar nicht so genau sagen. „Zwischen 20 und 30 Jahren ist es her, dass ich zum ersten Mal dabei war.“ 

Dank einer Kunststoff-Scheibe brauchen die Wahlhelfer keine Schutzmaske.

Doch bei dieser Wahl ist einiges anders. Um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, sitzen die Wahlhelfer hinter Kunststoff-Scheiben – das erspart ihnen das stundenlange Maske-Tragen. Wer schnell seine Kreuze machen und wieder verschwinden will, kommt um die Maske nicht herum. Bis zum Mittag gibt es allerdings auch nur einen Wähler, der partout ohne Maske wählen will. Das darf er – allerdings erst nach einer gewissen Wartezeit, wenn sich keine anderen Wähler mehr im Wahllokal aufhalten. 

Wenn es irgendwo hakt, ist Nübel als Wahlvorstand zur Stelle.

Während Nübel berichtet, dass er sich nicht nur als Wahlvorstand engagiert, weil er seine Rathaus-Kollegen unterstützen will, sondern vor allem die Teamarbeit mit den anderen Wahlhelfern ihm Freude bereite, schweift sein aufmerksamer Blick fortlaufend durch das Wahllokal. Gibt es irgendwo Unstimmigkeiten? Braucht jemand Hilfe? 

Das Wahllokal des Bezirks Stadthalle.

1829 wahlberechtigte Soesterinnen und Soester gibt es im Stadthallen-Wahlbezirk. 543 von ihnen haben ihre Stimme bereits per Briefwahl abgegeben. Anders als in den vorherigen Wahlen werden diese auch in den jeweiligen Wahllokalen ausgezählt. „Wir hatten uns schon gefreut, dass es Corona-bedingt eine höhere Briefwahlbeteiligung gibt. Als es dann hieß, dass die Briefwahlstimmen in den einzelnen Wahllokalen ausgezählt werden, war die Freude schnell verflogen“, berichtet Nübel. 

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Um 18 Uhr schließt das Wahllokal seine Türen, gleichzeitig steigt die Spannung bei den Wahlhelfern. „Beim Auszählen gilt: Genauigkeit vor Schnelligkeit. Wir halten uns strikt an die Vorgaben, um nicht durcheinander zu kommen. Ein fehlerhaftes Ergebnis und eine Neu-Auszählung wäre eine Horrorvorstellung“, so Nübel.  Gleichzeitig seien er und seine Teammitglieder natürlich genauso gespannt auf die Ergebnisse wie alle anderen. 

Plötzlich verlässt eine Frau eilig ihre Wahlkabine und nimmt Kurs auf Nübel. „Ich brauche einen neuen Wahlzettel“, sagt sie. Sie hat eines ihrer Kreuze beim aus ihrer Sicht falschen Kandidaten gemacht. Das Problem wird unkompliziert gelöst. Alter Zettel vernichtet, neuer Zettel ausgehändigt. Ein weiterer kurioser Fall am Wahlsonntag.

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