Vorerst wird es keine neuen Windräder in Soest-Müllingsen geben

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Für den Bau der neuen Riesen-Räder in Müllingsen soll erst einmal ein neuer Flächennutzungsplan her.

Soest / Müllingsen – Der umstrittene Bau zweier Riesen-Windräder zwischen Müllingsen und Bergede gerät für Investoren wie betroffene Anrainer zur Geduldsprobe.

Das fing schon Donnerstagabend im Stadtentwicklungsausschuss an, als die Nachbarn der Mühlen bis nach 22 (!) Uhr warten mussten, bis „ihr“ Punkt aufgerufen wurde. Und das geht voraussichtlich noch mindestens ein Jahr so weiter. 

Der Reihe nach. Der Ausschuss hat zu später Stunde zweierlei entschieden: 

– Die Stadt erteilt ihr Einvernehmen für den Windrad-Bau erst einmal nicht, weil im alten, aber noch gültigen Flächennutzungsplan nur Räder mit bis zu 100 Metern Höhe zulässig sind. Die zwei neuen Mühlen sollen 230 Meter hoch werden. 

– Voraussichtlich am 19. Dezember soll ein neuer Flächennutzungsplan eingefädelt werden; sollte dies der Ausschuss exakt so beschließen, würde das gesamte Vorhaben erst einmal um ein Jahr zurückgestellt. 

Damit wäre für alle Fälle Zeit gewonnen, das Projekt eingehend zu prüfen und Klarheit zu gewinnen, was der Gesetzgeber eigentlich genau will, sagt Olaf Steinbicker, Abteilungsleiter für Stadtentwicklung und Bauen im Soester Rathaus. Denn die Diskussion um Windenergie ist gerade im Fluss. 

Wirtschaftsminister Peter Altmaier hat ins Klimapaket der Bundesregierung Auflagen gepackt, die in Müllingsen kaum zu erfüllen werden: Abstand von 1000 Metern zur nächsten Siedlung (mindestens fünf Häuser). Doch was genau versteht Altmaier alles unter fünf Häusern: Auch Bauernhäuser, Stallungen, leer stehende Bauten? Und wie sieht es mit Übergangsregelungen aus – also mit dem Uralt-Plan in Soest? 

13 der 14 Mitglieder im Ausschuss verweigerten jedenfalls fürs Erste ihr Einvernehmen und dürften in einem Monat auf ein neues Planverfahren setzen. Werner Liedmann von den Gründen ist damit nicht einverstanden. Es gehe schließlich ums Klima.

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