Vogelschutz in der Börde: EU knöpft sich Behörden vor

Der Wiesenweihe sollte mit dem Vogelschutzgebiet eine Heimat gegeben werden, doch der Bestand ging zurück.

SOEST - Die Europäische Kommission in Brüssel schlägt Krach wegen des Vogelschutzgebiets Hellwegbörde. Die Kommission hat ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eröffnet und wirft vor allem den Behörden vor, nicht genug für den Vogelschutz im Kreis Soest zu tun.

Zum Beleg verweist Brüssel auf die stark dezimierten Bestände der Wiesenweihe, der Rohrweihe und des Wachtelkönigs.

Förmlich geht es zu, wenn sich die Europäische Kommission mit einem Mitgliedsstaat anlegt. „Hiermit gestattet sich das Generalsekretariat, Sie zu bitten, beigefügtes Schreiben an den Bundesminister des Auswärtigen, Seiner Exzellenz Herrn Guido Westerwelle, weiterzuleiten“, heißt es in der förmlichen Note, die der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik in Brüssel übersandt worden ist.

Gefahr durch Windräder

Im Gegensatz dazu ohne jeden Pomp und Schnörkel verweist die Kommission auf reichlich landwirtschaftliche Betriebe „auf bisher unzerschnittenen Feldfluren“ und Windräder sowie auf die „Verringerung der stillgelegten landwirtschaftlichen Flächen“, mit denen den Vögeln das Leben schwer gemacht werde.

Neben Rotmilan, Regenpfeifer, Kornweihe, Feldlerche, Wiesenpieper, Grauammer, Turteltaube und Kiebietz gehe es vor allem um diese Vögel, die durch das Vogelschutzgebiet eigentlich geschützt und gefördert werden sollten: die Wiesen- und Rohrweihe sowie den Wachtelkönig. Wurden bei den Weihen vor neun Jahren noch jeweils 40 Brutpaare ausgemacht, sind es heute keine 20 mehr.

„Die Kommission ist daher der Auffassung, dass die Bundesrepublik Deutschland gegen ihre Verpflichtungen zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume und der wildlebenden Tiere und Pflanzen verstoßen hat“, heißt es in dem blauen Brief aus Brüssel, die Behörden hätten einfach zu wenig gegen das Aussterben der Feldvögel getan.

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