Vier Soester Kirchengemeinden schließen sich zu neuer Gemeinde Emmaus zusammen

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Gemeinsam in der Emmaus-Gemeinde: Die vier Pfarrer (von links) Thomas Gano, Kai Hegemann, Stefan Weyer und Friedemann Kölling. Mit dabei: Superintendent Dieter Tometten (2. von rechts).

Soest – Die vier evangelischen Soester Kirchengemeinden Wiese, Johannes, Hohne und Thomä schließen sich zusammen. Ab 2020 firmieren sie unter dem Namen Evangelische Emmaus-Kirchengemeinde Soest, 8 500 Gläubige werden dazugehören.

„Wir befinden uns auf der Zielgeraden“, sagt Johannes-Pfarrer Stefan Weyer, der zusammen mit seinen angehenden „Kollegen“ Kai Hegemann, Thomas Gano und Friedemann Kölling die Fusion vorstellt. Mehr als sechs Jahre habe man nun eine solche Verschmelzung erörtert, ihre Vor- und Nachteile gewogen, einen gemeinsamen Haushalt durchkalkuliert, eine Satzung geschrieben und sich natürlich auch das Stellen-Tableau genau angesehen. 

Denn die evangelischen Kirchengemeinden werden kleiner, haben weniger Geld und somit auch weniger Pfarrstellen. Fürs Erste werden die vier Pfarrer gemeinsam weiterarbeiten. Doch schon jetzt zeichnet sich ab: Sie werden mit drei Pfarrstellen auf mittlere Sicht auskommen müssen. 

Da passt es gut, dass Pfarrer Gano in absehbarer Zeit in Pension geht, also für den Zusammenschluss weder ein neuer Pfarrer benötigt noch ein amtierender mit anderen Aufgaben betraut werden muss. 

Für Kirchengemeinden, die über Jahrhunderte in Hofen, Epochen und Beständigkeit gedacht und gelebt haben, bedeute ein solcher Schritt Einschneidendes. Doch Superintendent Dieter Tometten sieht in dem „besonderen Anlass auch etwas Befreiendes“. Aus einem Kleinerem entstehe ein Größeres – „das könnte etwas Belebendes haben“.

Wobei Zusammenarbeit für die Vier nicht wirklich neu ist: Seit Jahren kooperieren die Wiese- und die Hohne-Gemeinde sehr eng miteinander, ebenso Johannes und Thomä. Der große Vorteil: Künftig benötigen sie nicht viermal das Grundlegende: Haushalt, Presbyterium, Verwaltung, Hintergrund. Und sie erreichen mit ihrer Größe wieder so viel Kraft, um sich Küster- und Kirchenmusiker-Dienst zu guten Konditionen leisten zu können. 

Bei den Gemeindeversammlungen über Pfingsten, so berichten die vier Pfarrer übereinstimmend, habe es keine grundsätzliche Kritik gegeben. Natürlich haben sich Gemeindemitglieder danach erkundigt, ob etwa ihre Spende exakt für diesen oder jenen Kirchturm auch künftig genau dort landet. Wird sie, wurde ihnen versichert. Im vergangenen Jahr hatten sich bereits die Kirchengemeinden in Dinker, Welver, Borgeln und Schwefe zur „Niederbörde“ zusammengetan. Mit weiteren Kooperationen im Kirchenkreis wird gerechnet.

Emmaus

Die Verantwortlichen der vier Gemeinden haben erst gar nicht versucht, alle ihre angestammten Namen im neuen Gemeindenamen zu retten. Wie hätte sich das auch angehört?! Thomä-Johannes-Maria-zur-Wiese-zur Höhe-Gemeinde? Ein kleiner Kreis (ohne Pfarrer) hat sich stattdessen mit einem Berater hingesetzt und den Namen Emmaus gewählt. Jenen Ort bei Jerusalem, wo zwei Jünger Jesus begegnet sein sollen

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