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Keine schöne Bescherung: Firmen sagen reihenweise Weihnachtsfeiern ab

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Von: Achim Kienbaum

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Das gemeinsame Anstoßen auf der Weihnachtsfeier fällt bei den meisten heimischen Unternehmen in diesem Jahr aus.
Das gemeinsame Anstoßen auf der Weihnachtsfeier fällt bei den meisten heimischen Unternehmen in diesem Jahr aus. © dpa

Eine alles andere als schöne Bescherung erleben derzeit viele Soester Gastronomen: Nach einem ohnehin schwierigen Jahr fällt jetzt auch noch ein wichtiger Umsatzbringer zum Jahresende aus – die Weihnachtsfeiern.

Soest – „Normalerweise haben wir im Sudhaus jedes Wochenende zwei größere Veranstaltungen von Firmen mit mehreren Dutzend Gästen“, erklärte Jens Wieners am Montag gegenüber unserer Zeitung. „Gerade ist aber die letzte noch vorhandene Reservierung storniert worden“.

Wieners betreibt neben dem Sudhaus auch die beiden benachbarten Restaurants „Aloysius“ und „Zwiebel“ – beides beliebte, und oft schon Wochen vorher ausgebuchte Lokale für Weihnachtsfeiern von kleineren und größeren Belegschaften. Aber wo in anderen Jahren galt, dass nur der frühe Vogel einen Wurm fängt und noch einen Tisch bekommt, gilt jetzt: (Fast) nur der späte Vogel lässt den Wurm auch wieder los – und sagt die Reservierung wieder ab.

„Viele Firmen haben sich das wahrscheinlich in Folge der rasant steigenden Inzidenzen in den vergangenen Wochen schon länger überlegt“, glaubt Wieners, „aber die meisten Stornierungen kommen erst jetzt, ein paar Tage vor den vereinbarten Terminen“. Das ist wirtschaftlich für ihn natürlich ein herber Verlust.

Dabei hat er noch Glück im Unglück: „Dank unseres Online-Buchungssystems werden die meisten der durch die Absagen frei werdenden Tische schnell wieder besetzt“, erklärt Wieners – in aller Regel dann aber nicht mehr von größeren Gruppen, sondern von deutlich kleineren.

Hoffnung auf den Weihnachtsmarkt

Eine der allerersten Adressen für Weihnachtsfeiern ist auch das Hotel „Zum Wilden Mann“ am Markt. Und auch dort steht das Telefon bei Chef Thorsten Pälmer nicht still: „Rund ein Drittel aller Feiern mit bis zu 40 Personen sind schon abgesagt worden“, muss auch er berichten. Derartige Einbrüche bei den Umsätzen könnten zwar nicht annähernd durch kleinere Gruppen aufgefangen werden, dennoch sieht Pälmer nicht allzu schwarz – und setzt große Hoffnungen auf den Weihnachtsmarkt.

„Wir hatten schon die ersten Gruppen von auswärtigen Besuchern, die eine Runde über den Weihnachtsmarkt gedreht haben und anschließend zum Essen bei uns eingekehrt sind“, erklärt Pälmer. Er hofft, dass sich der Markt vor seiner Haustür auch in diesem Jahr wieder als Publikumsmagnet erweisen wird – wenn auch in bescheidenerem Maße wegen der Pandemie. „Die Menschen haben Lust drauf!“

Von der Dimension her nicht ganz so bescheiden ist traditionell die wohl größte betriebliche Weihnachtsfeier in der Stadt, die der Firma Kuchenmeister in der Stadthalle. Wie eine Sprecherin des Unternehmens am Montag gegenüber unserer Zeitung bestätigte, wurde auch diese Feier abgesagt – oder besser: in den Frühling verschoben.

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