USA-Einreiseverbote für Muslime

Trumps Erlass: Entsetzen in Soester Gemeinde

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Die Entscheidungen von Donald Trump sorgen in Soest für Entsetzen.

Soest - Der amerikanische Präsident Donald Trump hat ein Einreiseverbot für Menschen aus sieben vorwiegend muslimischen Ländern verhängt. Weltweit ist die Empörung riesig. Der Anzeiger hat in Soest nachgefragt, wie die Stimmung bei der türkisch-islamischen Gemeinde ist.

„Am vergangenen Freitagmittag nach dem Gebet war das Thema Einreiseverbot in die USA für uns noch kein Thema“, sagt Seyit Ali Yildirim, Vorsitzender der türkisch-islamischen Gemeinde. Über soziale Netzwerke hat sich Yildirim aber über Trumps Dekret und die Folgen informiert. „Das ist sehr schlimm, und man fragt sich einfach: Was soll das?“ Natürlich seien am vergangenen Freitag unter den 200 Muslimen, die in die Soester Moschee zum Gebet gekommen waren, auch Menschen aus den betroffenen Ländern wie Syrien, Iran, Irak, dem Jemen oder Lybien dabei gewesen. 

Seyit Ali Yildirim

„Da sind 15 verschiedene Nationen anwesend“, so Yildirim. Spätestens nach dem kommenden Freitagsgebet wird über das Thema gesprochen und überlegt werden, was zu tun ist. Dazu will man in Soest aber noch abwarten und sich mit den Vorständen der Moscheen in Werl, Lippstadt und Menden besprechen. 

Yildirim wartet auch auf Nachricht aus Köln. Hier befindet sich der Dachverein von 900 Gemeinden in Deutschland. „Bei dem Thema Einreiseverbot für Muslime sollte man zusammenstehen und zentral den Protest organisieren“, sagt Yildirim. Er persönlich kennt niemanden, der von dem Einreiseverbot betroffen ist. 

An der Fachhochschule Südwestfalen studieren viele junge Leute aus muslimischen Ländern. Jährlich kommen allein über 100 Austauschstudenten der Swiss-German-University aus Jakarta nach Soest. Das Programm „Promos“ vergibt Stipendien weltweit – auch in die USA. „Zurzeit liegt hierfür aber keine Bewerbung vor“, sagt Sandra Pösentrup, FH-Sprecherin für den Standort Soest. An der FH gebe es wohl keinen Studenten, der aus einem der betroffenen Länder stammt und einen Aufenthalt in den USA plant. 

Es gebe zurzeit auch keinen Professor oder Dozenten, der betroffen ist. Einige Firmen aus dem Kreis Soest treiben weltweit Handel. „Das Einreiseverbot trifft uns momentan nicht“, sagt Astrid Seck, Assistentin der Geschäftsleitung von Hasbro Deutschland GmbH in Soest. „Unsere Firma ist eine Tochter der amerikanischen Hasbro Incorporated.“ Deshalb sei die Beziehung zwischen Soest und den USA natürlich eng.

 Der Vertrieb des Spielzeugs wird von Soest aus in Europa, den mittleren Osten und nach Afrika gestützt. Direktor Ernst Sieren ist viel in diesen Gebieten unterwegs – Probleme bei der Einreise in die USA stellen sich für Sieren aber nicht.

 „Wir sind von dem Einreiseverbot nicht betroffen“, sagt auch Bettina Gröblinghoff von Kverneland. Obwohl sich sicher viele darüber ärgern. Auch für die Soester Firma Magna BDW Technologies, Karosserie und Fahrwerksysteme, sei der Einreisestopp „kein Thema für die Mitarbeiter unserer Firma“.

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