Umzug in einen Problemfall

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Das Bad ist eine Baustelle. Eine Soesterin ärgert sich über die Verzögerungen.

Soest - Das Angebot der Handwerker, eine mobile Klo-Kabine draußen vor der Tür aufzustellen, habe sie dankend abgelehnt, berichtet eine Soesterin. Die Mutter kleiner Kinder ist verärgert: Ihre Wohnung ist eine Baustelle.

Ihre Familie habe einige Monate auf Reparaturen in ihrer Mietwohnung am Ardey warten müssen, schließlich für mehrere Tage Toilette und Dusche überhaupt nicht nutzen können, berichtet die Frau. Nun hofft die Soesterin, dass die Scherereien endlich ein Ende haben. „Sie sei das Warten leid“, hebt sie hervor. Die Familie richtete sich voriges Jahr im Spätsommer in dem gerade erst fertiggestellten Haus ein. 

Schon kurze Zeit später habe sie dunkle Flecken an den Wänden entdeckt, erzählt die junge Frau. Dann habe sie die Schreckensnachricht erhalten: Es handelt sich um Schimmel, verursacht durch das undichte WC – eine Mitteilung, die die Mutter gleich um die Gesundheit ihrer Kinder fürchten ließ. Sie habe sich umgehend an den Soester Bauverein als Träger des Objektes gewandt. 

Trotz mehrerer Nachfragen habe sich lange nichts getan, um die Mängel zu beheben und die Wohnung in einen passablen Zustand zu versetzen – „ein unhaltbarer Zustand“, kritisiert sie. Über Wochen haben, wie sie ausführt, mehrere Trocknungsgeräte in den Räumen gestanden. Die lang ersehnte Wohnung habe sich zum riesengroßen Problemfall entwickelt: Eine umfangreiche Renovierung sei fällig gewesen, das Bad sei gut vier Monate nach dem Einzug eine Baustelle. 

Die Mieterin fühlt sich von der Genossenschaft im Stich gelassen, denn sie sei ständig vertröstet worden. Endlich seien nun die Handwerker da, um das Bad wieder komplett herzurichten. Dr. Ulrich Berger vom Vorstand des Bauvereins betont indes: „Wir haben das Menschenmögliche getan.“ Doch habe sich all das, was hier erforderlich gewesen sei, nicht von heute auf morgen umsetzen lassen, zumal mehrere Gewerke einbezogen seien. 

Allein schon die Aufgabe, das Leck zu finden, habe geraume Zeit gebraucht. „Wir mussten erst einmal feststellen, woher das Wasser kommt“, erläutert er. Als das geklärt war, seien genaue Abstimmungen der Beteiligten erforderlich gewesen. Termine hätten koordiniert werden müssen, unter anderem mit der Versicherung. „Das braucht alles seine Zeit“, meint Dr. Ulrich Berger und weist zudem auf die vollen Auftragsbücher der Firmen hin. 

Der Familie sei auch angeboten worden, vorübergehend eine Ersatzwohnung zu bekommen. Er räumt die Unannehmlichkeiten ein, die Situation sei sicherlich nicht schön. Er sagt aber auch: „Wir haben uns nicht gewehrt und nichts abgelehnt. Doch nicht alles steht in unserer Macht.“ „Wir sind eine Genossenschaft, und zu deren Merkmalen gehört es, dass wir uns gegenseitig helfen“, fügt Berger hinzu. Die Mieter seien schließlich auch Mitglieder. 

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