"Straße ist ohnehin reparaturbedürftig"

L856 für ein Jahr dicht: Die Bergeder sind wütend - jetzt spricht der Ortsvorsteher

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In Bergede wird es eng, wenn sich in der Ortsdurchfahrt Fahrzeuge begegnen. Demnächst sollen sich wegen der Sperrung der Landstraße 856 einige tausend Autos mehr pro Tag durch das Nadelöhr quetschen. Der Ortsvorsteher sagt: „Ich kann mir das nicht vorstellen.“

Bergede - Ein Jahr Sperre für drei Kilometer: Mit dieser Planung sorgt der Landesbetrieb Straßen NRW derzeit für großes Unverständnis – vor allem in Bergede. Denn durch das kleine Dorf zwischen Elfsen und Echtrop soll bald für lange Zeit eine Umleitung führen. 

Die Bürger stellen jedoch in Frage, ob die Straße dafür wirklich geeignet ist. Ab Juni soll die Landesstraße 856 zwischen Schalloh und der Kreuzung mit dem Haarweg für mindestens zwölf Monate voll gesperrt werden

Die etwa 6 700 Fahrzeuge, die die Strecke zwischen Soest und Warstein täglich nutzen, sollen dann über den Haarweg bis Echtrop und von dort über Wildebauer sowie Bergede weiter nach Soest geführt werden – ebenso in die Gegenrichtung. Zumindest gilt diese Regelung für Pkw. 

„Das ist sehr schlecht“, fasst Bergedes Ortsvorsteher Heinrich Reinecke zusammen. Man mache sich darüber schon seit Monaten Sorgen. Die starke Belastung der Deckmannstraße (L 857) sei vor allem im Berufsverkehr zu erkennen. „Ich bin gespannt, wie das aussieht, wenn da jetzt noch tausende Autos dazukommen“, so Reinecke, „zumal die Hauptstraße in Bergede ohnehin reparaturbedürftig ist.“ 

"Keine glückliche Lösung"

„Dieser lange und teure Aufwand ist für uns Bergeder unverständlich. Da ist keine glückliche Lösung gefunden worden“, spricht der Ortsvorsteher für die Mehrheit der Dorfbevölkerung. Gerade an den Kreuzungen mit dem Kress- und Rosenbaumweg sowie anderen Engpässen vermutet Reinecke gefährliche Stellen mit großem Unfallpotenzial. „Wir müssen abwarten und schauen, ob das alles so klappt.“

Die Situation war bereits Thema bei einer Begehung im vergangenen Herbst, wobei der Bürgermeister eine Verkehrszählung veranlasst habe. Heinrich Reinecke schlägt den Beteiligten auch eine Alternative vor: Die Autos sollen wie der Schwerverkehr über den Haarweg bis Wippringsen und von dort auf die B229 geführt werden – beziehungsweise andersherum. Dies würde natürlich einen deutlichen Umweg bedeuten, allerdings Bergede verschonen. 

Zahlreiche Netz-Reaktionen

Auch in den sozialen Medien machte sich Unmut breit. Während sich viele schon auf den „witzigen Weg zur Arbeit“ freuen, sind andere Leser grundsätzlich froh über die Sanierung: „Das wurde aber auch mal Zeit.“ Es überwiegt aber auch hier das Unverständnis: „Ein Jahr für lächerliche drei Kilometer?!? Merkt ihr noch was?!?“, „So möchte ich auch mal auf der Arbeit Urlaub machen“ und „An Flughäfen schafft man es, Fahrbahnen in 48 Stunden komplett zu sanieren“, heißt es da. 

Eine Leserin befürchtet ebenfalls schlimme Folgen für Bergede, das danach auch eine Sanierung brauche. Ein Leser äußert zudem weitere Bedenken: „Ich könnte mir vorstellen, dass die dann an der Raiffeisen-Tankstelle in Echtrop die Vorfahrtsregeln ändern, weil sonst dort gar nichts mehr geht.“

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