Bürgerinitiative warnt vor 5G-Strahlung

+
„Es gibt Studien, nach denen Mobilfunk das Gehirn schädigt, für Tumore verantwortlich ist und die Zeugungsfähigkeit herabsetzt“, so Prüße. 

Soest - Ulrike Prüße macht sich Sorgen um die Gesundheit der Menschen in Soest. Ihre Überzeugung: Schon jetzt gibt es zu viel Handy-Strahlung in der Stadt. Kommt das neue 5G-Netz, drohen noch deutlich höhere Gefahren. Jetzt hat sie eine Bürgerinitiative gegründet.

„Wir stehen vor einem Paradigmenwechsel“, sagt die Heilpraktikerin im Anzeiger-Gespräch. Denn während der Fokus in der Vergangenheit auf den chemischen Verbindungen und Reaktionen gelegen habe, müsse man sich künftig an den elektromagnetischen Wellen orientieren. Denen sei der Mensch zwar auch in der Natur ausgeliefert, doch die künstlich erzeugten Strahlen der Handynetze seien nicht zu unterschätzen. „Es gibt Studien, nach denen Mobilfunk das Gehirn schädigt, für Tumore verantwortlich ist und die Zeugungsfähigkeit herabsetzt“, so Prüße. 

Viele Menschen seien schon heute von den Auswirkungen betroffen, oftmals „nur“ durch Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen oder Müdigkeit. Erwiesen sei zudem, dass etwa die Bienen ihre Orientierung durch die künstlichen Wellen verlören. Und jetzt also das neue Netz: Viel mehr Leistung soll es für die technischen Endgeräte generieren – und nach Ansicht von Ulrike Prüße auch viel mehr Gefahren mit sich bringen. Weil für das neue Netz Funkmasten im Abstand von 100 Metern nötig seien; weil die kurzen Wellen „abgehackt“ und damit noch weiter entfernt von natürlichen Wellen konstruiert seien; und weil es keine Studien gebe, die die Auswirkungen auf menschliche Zellen mit ihren sensiblen DNA-Informationen erforscht hätten. Einschätzungen gehen dahin, dass die Strahlung vor allem in die Haut gehe, so Prüße. Deshalb müsse man sich auf Auswirkungen und Erkrankungen in diesem Bereich ganz besonders einstellen. Gemeinsam mit Erle Bosma und Regina Runte hat Ulrike Prüße jetzt eine Bürgerinitiative gegründet. 

Die nennt sich „Bürgerinitiative 5G freie Zone Soest“ und fordert den sofortigen Ausbaustopp. Um das eigene Anliegen in den Rat der Stadt zu bringen, sollen kurzfristig Info-Abende im Kulturhaus „Alter Schlachthof“ initiiert sowie Vorträge gehalten werden. Zudem soll es eine Unterschriftenaktion geben, um per Bürgerantrag Gehör im Rat zu finden. „Gerade Soest hat als digitale Vorreiter-Kommune eine besondere Verpflichtung, die Gefahren zu prüfen“, meint Prüße. Ihre Forderung: Neben dem Ausbau-Stopp müsse sich die Lokalpolitik auf den EU-Vertrag besinnen, in dem in den „Grundsätzen der Vorsorge und Vorbeugung“ auf die Pflicht zur Prüfung hingewiesen werde. Zudem sei eine „Beweislastumkehrung“ angesagt, also die Beweisführung der Unbedenklichkeit vor der Einführung des neuen Netzes.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare