Fachberatungsstelle gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen 

Zahl der Ratsuchenden verdoppelt sich 

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 Die Zahl der Ratsuchenden in der Beratungsstelle gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen hat sich verdoppelt-

Soest - Die Ehrenamtlichen des Kinderschutzbundes Kreisverband Soest wundern sich: Bis Ende 2018 veränderten sich die Zahlen in der Fachberatungsstelle gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen kaum gegenüber dem Vorjahr. Im Januar ging’s los. Da stieg die Zahl der Ratsuchenden rapide an. 

Am Ende des Berichtszeitraums bis August 2019 hatte sich dieZahl gegenüber dem Vorjahreszeitraum fast verdoppelt hatte. 400 Beratungsgespräche wurden geführt, davon mehr als jedes fünfte anonym. 

Woher dieser plötzliche Anstieg resultiert, wie Betroffene von der Beratungsstelle erfahren haben oder was zu einer Sensibilisierung für das Thema geführt hat – darüber mochten die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Kinderschutzbundes nicht spekulieren. Sie freuen sich, dass sie ihre Angebote weitgehend aufrecht erhalten konnten. 

Dabei musste im Berichtszeitraum eine Sozialarbeiterin eingearbeitet werden, die die Stelle der Ende Februar ausgeschiedenen Mitarbeiterin eingenommen hatte. Sie wird vom Kreis Soest bezahlt. Alle organisatorischen Aufgaben dagegen leisten die Ehrenamtler ohne Entlohnung. 

Anlass für die Beratungsgespräche war nicht nur sexuelle Gewalt, sondern auch Übergriffe unter Kindern und Jugendlichen selbst. Die Ratsuchenden waren zum überwiegenden Teil weiblich. Mit den meisten (82 Prozent) konnte innerhalb von drei Tagen ein Termin vereinbart werden, mit 17 Prozent innerhalb von sieben Tagen. Sie wurden persönlich beraten, nur 13 Prozent am Telefon. Mails werden nicht verschickt.

 Die Beraterinnen werden nicht erst tätig, wenn das sprichwörtliche „Kind in den Brunnen gefallen“ ist, sondern auch vorsorglich. Sie absolvierten 24 Veranstaltungen, vor allem in Schulen (13), Kitas und Einrichtungen der Jugendhilfe sowie bei Vereinen und Verbänden. Präventionsangebot auf der Kippe Ob dieses präventive Angebot im bisherigen Umfang aufechterhalten bleiben könne, bleibe abzuwarten, heißt es allerdings vom Kreisverbands-Vorsitzenden Hans Meyer und seinen Mitstreiterinnen. Mit der Befürchtung reagieren die Aktiven auf die Tatsache, dass sich die Beratungszahlen zuletzt deutlich erhöht hatte.

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