Soester Stadtwerke treffen Nerv

Tierschützer kritisieren Pinguin-Pläne fürs Aquafun

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In Lübbenau gibt es Pinguine in den „Spreewelten“ bereits, in Soest wollen Tierschützer das verhindern.

Soest -  Pinguine im Aquafun? Mit diesem Plan haben die Soester Stadtwerke ganz offensichtlich einen Nerv getroffen – weit über die Region hinaus: Jetzt sind auch überregional agierende Tierschützer auf die Pläne aufmerksam geworden.

So sieht der in Düsseldorf ansässige Verein „Animal Public“ schon die Haltung von Pinguinen in den „Spreewelten“ in Lübbenau sehr kritisch und warnt nun davor, nach dem Vorbild der Anlage in Brandenburg auch in Soest zu verfahren. „Leider können wir dort rechtlich nichts machen“, erklärte die Vorsitzende des Vereins, Laura Zodrow gegenüber dem Anzeiger, „da wir kein Klagerecht haben“.

In NRW sei aber, so Zodrow, wegen des hier geltenden Verbandsklagerechts durchaus damit zu rechnen, dass Tierschutzverbände den Rechtsweg beschreiten könnten – nach ihrer Einschätzung mit guten Erfolgsaussichten.

Denn für die Haltung der Tiere gebe es zwar keine konkreten Vorschriften, allerdings müssten die Bedingungen in jedem Falle den Vorgaben des Tierschutzgesetzes genügen. Und da hat Zodrow große Bedenken.

Wenn die Besucher tatsächlich das Gefühl bekommen sollten, „mit den Pinguinen zu schwimmen“, dann bedeute das für die Tiere, dass ihnen Rückzugsmöglichkeiten fehlten und dass sie ihren Lebensrhythmus den Öffnungszeiten des Bades anpassen müssten.

Dabei sei die Haltung der Tiere ohnehin bereits „nicht unkompliziert“, argumentiert die Düsseldorfer Tierschützerin. Pinguine reagierten sehr empfindlich auf Keime, was schon in mehreren Zoos wiederholt zu Todesfällen in den dortigen Kolonien geführt habe. Nach ihrer Einschätzung wäre das Aquafun ungeeignet, weil es dort „zu eng und zu warm“ für Pinguine würde.

Den Standort Soest hält Zodrow aber auch aus einem anderen Grund für ungeeignet: Anders als in Lübbenau, wo die Besucher aus einem weiten Umkreis kommen um die Pinguine zu erleben, weil es dort in der Region keine Tierparks gebe, sei die „Zoo-Dichte“ in Nordrhein-Westfalen eine der höchsten im Land. Um Pinguine zu sehen müsste deshalb niemand weite Wege nach Soest in Kauf nehmen.

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