27-jähriger Student in Haft

Taxiräuber muss fast fünf Jahre ins Gefängnis

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Der Student aus Ghana, der sich für eine Serie von Raubüberfällen auf Taxifahrer vor dem Arnsberger Landgericht verantworten musste, räumte alle Vorwürfe ein.

Soest - Eine Serie von Raubüberfällen, die im vergangenen Dezember begann und erst mit der Festnahme des Täters Anfang Februar endete, verbreitete damals Angst und Schrecken unter Soester Taxifahrern. Jetzt erhielt ein 27-jähriger Student die strafrechtliche Quittung dafür: Vier Jahre und neun Monate lang wird er in Haft verbringen müssen.

Vor der Großen Strafkammer des Landgerichtes in Arnsberg war relativ schnell klar, was genau sich damals zugetragen hatte – der Angeklagte hatte bereits im Vorfeld der Verhandlung ein umfassendes Geständnis abgelegt. Das beschleunigte dann auch nicht nur die Beweisaufnahme, sondern bewahrte ihn auch vor einer noch längeren Freiheitsstrafe – die Staatsanwältin hatte sieben Jahre und neun Monate gefordert.

Besonders nachteilig wirkte es sich für den Angeklagten aus, dass er bei den ersten beiden der insgesamt drei Überfälle ein Messer eingesetzt hatte, um seine Opfer einzuschüchtern. Beide von ihnen sagten als Zeugen aus und schilderten eindrücklich, dass sie bis heute unter den psychischen Folgen der Überfälle leiden.

Der Fahrer, der am 18. Dezember von dem jungen Afrikaner ausgeraubt wurde, der erst im März 2016 für ein Studium nach Soest gekommen war, berichtete davon, dass der Fahrgast ihn damals kurz vor Mitternacht zum Müllingser Weg dirigiert hatte, beim vermeintlichen Bezahlen seiner Rechnung plötzlich ein Messer gezückt und ihn damit bedroht hatte und schließlich mit rund 400 Euro Beute die Flucht ergriffen hatte.

Nur wenige Wochen später, am 22. Januar, schlug der Räuber erneut zu: In den frühen Morgenstunden stieg er in der Puppenstraße in das Taxi einer 55-jährigen Lippetalerin und beorderte auch sie zum Müllingser Weg. Bei einem Gerangel, dessen genauer Verlauf gestern ungeklärt blieb, erlitt die Frau eine Schnittwunde am Arm. Wieder erbeutete der Täter rund 400 Euro.

Am 6. Februar dann ein ganz ähnliches Muster, dieses Mal entriss der Täter einem Fahrer die Geldbörse allerdings und verschwand, ohne dabei eine Waffe zu verwenden.

Der Angeklagte erklärte vor Gericht, dass ihn massive Geldprobleme jeweils spontan dazu bewegt hätten, die Überfälle zu begehen. Jedes Mal habe er an den Abenden zuvor Geld in einer Spielbank verloren, das habe seine ohnehin bereits vorhandenen Schulden noch drängender gemacht. Er wendete sich an die Zeugen und bat sie um Entschuldigung.

Sein Studium an der Fachhochschule kann der Ghanaer allerdings vergessen: Nach Verbüßung seiner Haftstrafe wird er in sein Heimatland abgeschoben werden.

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