Tausch in Ampen: Aus der Reserve für den Friedhof wird eine Wohnsiedlung

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Auf der 5000 Quadratmeter großen Wiese westlich der Amper Friedhofskapelle ist Platz für eine kleine Neubausiedlung mit sechs Einfamilien- oder Doppelhäusern. Bislang war die Fläche für eine mögliche Erweiterung des Friedhofs gedacht. Doch die hat sich erübrigt.

Ampen - Bauland auf den drei großen Soester Dörfern Ampen, Ostönnen und Deiringsen ist ein rares Gut. Die Nachfrage übersteigt das Angebot. Immerhin in Soests größtem Ortsteil, in Ampen, ist die Stadt jetzt fündig geworden.

Die Erweiterungsfläche des Friedhofs soll kurzerhand zu einer kleinen Wohnsiedlung umgewidmet werden. Heute stellt sich der halbe Hektar, der den Friedhof vom Wohngebiet am Ahnering trennt, als große Grünfläche dar. Das Areal gehört der Stadt und ist groß genug, sechs Einfamilien- oder gar Doppelhäuser zu platzieren. Eine neue, kleine Stichstraße von der Werler Landstraße aus soll zu den Grundstücken führen. 

Mit der vor zwei Jahren gestarteten Bauland-Initiative auf den drei großen Soester Dörfern will die Stadt das Abwandern gerade junger Leute verhindern. Den einen oder anderen, der hier groß geworden ist und nun nach seiner Ausbildung einen Job in der Gegend gefunden hat, zieht es tatsächlich gern wieder zurück. So haben es die Ortsvorsteher immer wieder im Stadtentwicklungsausschuss dargelegt. 

Erweiterung des Friedhofes nicht mehr nötig

Die Erweiterungsfläche des Friedhofs dafür aufzugeben, fällt allen Beteiligten recht leicht. „Sie wird schlicht und einfach nicht mehr benötigt“, sagt Uwe Dwornik von der Friedhofsverwaltung und nennt zwei Gründe: 

  •  Zum einen ist sie „in früheren Zeiten“ für den Pandemiefall mal vorgesehen worden: also für viele Tote auf einen Schlag, die etwa bei einer flächendeckenden Seuche umgekommen wären; 
  • zum anderen wird immer weniger Fläche auf dem bestehenden Friedhof benötigt. Ampen hat zwar im Lauf der Jahrzehnte seine Bevölkerung auf rund 1700 Einwohner hochschrauben können. Doch wegen des starken Trends hin zu Urnengräbern und -feldern wird immer weniger Fläche benötigt. 

Mitten auf dem Friedhof an den ganz alten Gräbern gebe es schon heute „große Leerstände“, so Dwornik. Weil also alles für die Umwandlung spricht, hat jetzt der Stadtentwicklungsausschuss ohne große Debatte und einstimmig den Weg für das Bauverfahren frei gemacht; demnächst werden die Pläne für das neue Amper Viertel mit den Anliegern besprochen.

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