15 Jahre Tamilischer Schul- und Kulturverein: Junge Familien fühlen sich in Soest zuhause

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In der Tamilischen Schule im Awo-Bewohnerzentrum lernen die Kinder und Jugendlichen die Kultur und die Sprache ihrer Eltern und Großeltern kennen. Dazu gehören Tänze, sowohl in traditioneller als auch in moderner Version.

Soest - Wir möchten auch in Deutschland unsere alte Kultur und unsere Sprache pflegen und andere daran teilhaben lassen“, sagt Indu Theivendram vom Tamilischem Schul- und Kulturverein.

Werden ihre beiden erwachsenen Kinder gefragt, wo sie sie sich zuhause fühlen, dann antworteten sie: „Ganz klar, in Soest.“ In der Börde fest verwurzelt, pflegt die Familie längst die heimischen Gepflogenheiten, dennoch denken Indu Theivendram und ihr Ehemann Periyathambay heute noch oft an Sri Lanka zurück. 

Sie betonten: „Der Anfang in Soest war schwer, aber hier möchten wir bleiben.“ Mit ihrem Verein wollen sie sich für eine gelingende Integration einsetzen, daher ist es ihnen wichtig, dass die nachkommende Generation viel über die Kultur und die Traditionen ihrer Herkunftsfamilie weiß und als Schlüssel zum Verständnis auch die Muttersprache beherrscht. 

Der 17-Jährige Lerusam besuchte schon als kleiner Junge die von Theivendrams mit begründete tamilische Schule, lernt dort Schrift und Sprache und erfährt das Wichtigste über die hinduistische Religion, Tanz und Musik. 

Er ist Soester und erzählt: „Ich bin hier geboren, doch ich möchte unbedingt den Kontakt zu meinen Verwandten in Asien halten und mich mit ihnen unterhalten können, wenn ich sie besuche.“ Begeistert berichtet er von seiner Reise zur tropischen Insel, die oft als „Perle im Indischen Ozean“ bezeichnet wird. Das Land mit seiner beeindruckenden Natur und den besonderen historischen Sehenswürdigkeiten gehört zu seiner Geschichte. Deshalb besucht der Gymnasiast zusätzlich den tamilischen Unterricht, der zweimal in der Woche nachmittags über zwei, drei Stunden läuft. 

Als die Tamilen Ende der 70er-Jahre auf der Flucht vor den Gräueln des Bürgerkrieg auch in Soest ankamen, gab es noch keine Deutsch-Stunden für Asylbewerber. 1992 entstand die tamilische Schule im damaligen Bosco-Haus an der Severinstraße. Kinder und Jugendliche sollten Tamil und Deutsch lernen. Später erfolgte der Umzug zum Awo-Bewohnerzentrum im Soester Süden. Indu Theivendram meint: „Der Wunsch der Eltern ist, dass ihre Kinder viel lernen und ein gutes Leben haben.“ Dazu möchte der Verein beitragen. Informationen über Land und Leute stehen daher im Mittelpunkt eines Festes am Samstag (26. Oktober) im Blauen Saal.

 „Wir möchten Land und Leute vorstellen“, schildert Indu Theivendram. Die Besucher sind eingeladen, in Gedanken mit auf eine Fernreise zu gehen. Sri Lanka liegt auf der anderen Seite des Globus. Die Mitglieder möchten ihren Gästen die Heimat näherbringen und einen Zugang zu Riten, Farben, Düften verschaffen. Denn: Vieles ist ganz anders als in Europa, das möchten sie zeigen und erzählen.

Fest im Blauen Saal

Der Tamilische Schul- und Kulturverein Soest stellt sich am Samstag, 26. Oktober, im Blauen Saal des Rathauses vor. Die Mitglieder zeigen ab 10.30 Uhr bis 19 Uhr eine Ausstellung mit Bildern aus ihrem Herkunftsland. Die weiteren Programmpunkte: mit tamilischen Schriftzeichen den eigenen Namen malen; Kleidung: selbst einen Sari tragen und Fotos machen; Handbemalung mit Henna; tamilische Speisen; Erklärungen zu Haushaltsgegenständen und Gewürzen. Nachmittags ab 15 Uhr erleben die Gäste Tänze und eine Modenschau mit Sari. Der Eintritt ist frei. Informationen gibt Indu Theivendram unter 0151/50611964.

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