Und stoßen auf offene Ohren

Tagesmütter aus dem Kreis Soest kämpfen für Krankheitsvertretung

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Flagge gezeigt: Im Kreisjugendausschuss verfolgten die Tageseltern, wie sich Politik und Verwaltung eine Krankheits-Lösung vorstellen.

Soest – Drei Jahre haben sie vergeblich auf eine Lösung gewartet. Nun zeichnet sich Hilfe für die rund 150 Tagesmütter ab, die sich im Auftrag des Kreises um die Kinder unter drei Jahren kümmern, die nicht zur Kita gehen. Im Kreisjugendausschuss sind die Betreuerinnen jedenfalls auf offene Ohren gestoßen.

Um ihren Wünschen Nachdruck zu verleihen, machten sich über 30 Tagesmütter (und auch ein paar wenige Tagesväter) auf den Weg ins Kreishaus, um die Sitzung zu verfolgen und Präsenz zu zeigen. 

Ihre Sprecherin Nina Groß erläuerte den Politikern und Verwaltungsleuten, warum die Vertretungsfrage den Tagesmüttern, aber auch den Eltern der Kinder so sehr unter den Nägeln brennt. Gerade die Allerkleinsten unter drei Jahren benötigten vertraute Ansprechpartner; und wenn die wegen Krankheit mal ausfallen, muss es verlässlich und genauso persönlich weitergehen. 

Sozialdezernentin Maria Schulte-Kellinghaus versicherte, das Jugendamt bemühe sich um eine Lösung: „Es geht nicht um das Ob, sondern um das Wie.“ Und natürlich ums Geld. 

Nach Recherchen in anderen Kreisen stelle man nun drei Modelle zur Auswahl: Gegenseitige Vertretung der Tagesmütter gegen Extra-Honorar, Stützpunkt-Modelle mit festen Springern und mobile Vertretungen, für die sich die Tagesmütter in kleineren Gruppen zusammenschließen und sich selber eine Vertretung gegen Kostenerstattung suchen. 

„Es wird Zeit, den Knoten durchzuschlagen“, verlangte CDU-Kreistagsabgeordnete Susanne Schulte-Döinghaus. Auch die anderen Fraktionen signalisierten, sich für eine verlässliche und auskömmliche Krankheitsvertretung stark zu machen. Die 150 Tagesmütter – wir berichteten – sind in den elf Städten und Gemeinden des Kreises im Einsatz, die zum Kreisjugendamt gehören. Nur Soest, Lippstadt und Warstein unterhalten eigene städtische Jugendämter.

So könnte es laufen

Gegenseitige Vertretung ist keine Lösung für die Tagesmütter. Sprecherin Nina Groß zeigte die Konsequenzen auf: Wir müssen uns die Kinder jeden Tag ins Auto packen, damit sie die Vertreterinnen und deren Kinder kennenlernen. „Das ist praktisch unmöglich.“ Groß warb deshalb feste Ersatzleute, die von sich aus in die Gruppen gehen, die Kinder kennenlernen und im Krankheitsfall einspringen. „Die Beziehung ist der zentrale Faktor“, alles andere könne man sich sparen. Am 29. März wollen Verwaltung und Tagesmütter in kleiner Runde nun eine Lösung vereinbaren.

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