Hightech-Ermittlung

Täglicher Straßencheck: Stadt spürt Schlaglöcher per App auf

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Ludger Joachimsmeier (rechts) und Daniel Moz machen das Handy klar für den Soester Straßen-Check.

Soest – Die Stadt Soest – seit Jahresbeginn digitale Modellkommune in Nordrhein-Westfalen – ist so richtig auf den Geschmack gekommen. Ihr neuestes Hightech-Werkzeug: Per Smartphone an der Windschutzscheibe bekommen die Kommunalbetriebe ständig aktuell den Zustand der 400 Kilometer Stadtstraßen auf den Schirm.

Ist irgendwo ein neuer, kleiner Riss, könnte schnell und preiswert geflickt werden, bevor sich die Macke zu einem teuren Schaden auswächst. „Gewöhnliche Smartphones der neuesten Generation genügen für diesen Dienst“, sagt Danilo Jovicic, der mit ein paar Gleichgesinnten das System entwickelt hat und mit seiner Firma Vialytics mittlerweile in 50 deutschen Städten das Straßennetz checkt. 

Das Handy schießt alle vier Meter ein Bild von der Fahrbahn und den angrenzen Geh- und Radwegen; und es dokumentiert über einen Bewegungssensor Unebenheiten und Schlaglöcher. Die Rohdaten wandern in den Computer und werden dort aufbereitet. 

An dieser Stelle kommt sogar künstliche Intelligenz (KI) ins Spiel: „Mit jedem neuen Bild, mit jeder Rückmeldung aus den Kommunen, was es mit den Schäden genau auf sich hat und was an Reparaturen und Kosten aufgelaufen ist, wird das System ständig schlauer.“ Ziel, so Jovicic, wird auf Dauer sein, den Straßenbehörden gleich die passende Analyse und den besten Vorschlag zu liefern. 

Doch schon heute ist Dirk Mackenroth, bei den Kommunalbetrieben für das Soster Straßennetz zuständig, begeistert von der digitalen Erfassung des Straßenzustands. Seine Mitarbeiter seien ohnehin in kurzen Abständen auf sämtlichen Routen unterwegs, um die Verkehrssicherheit im Auge zu behalten.

 Klebt das Handy vorn an der Scheibe, bekommt Mackenroth nun laufend ein Update, wie es draußen aussieht. Früher vergingen oft Jahre, bis jede Straße auf Herz und Nieren überprüft wurde. 

Er hat gleich ein Beispiel parat: Reißt an einer Stelle die Fahrbahn, könnte für rund 300 Euro der Schaden behoben werden. Dringt aber erst Wasser und anderes ein und führt zu massiven Schäden, müsste eines Tages groß saniert werden. Mackenroth: „Ich kaufe mir etliche Jahre Wartezeit für ein paar Euro.“

 Die ersten Testläufe hat es bereits im Soester Norden gegeben: In zwei von drei Straßen sind prompt junge Schäden auf dem Schirm sichtbar geworden, die zuvor noch niemand im Blick hatte. Nach der Kirmes, wenn die Außendienstler mit dem Handy-Check geschult sind, sollen die Straßendaten gesammelt werden.

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