Studienfahrt der VHS Soest zur Gedenkstätte Auschwitz

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Referatsleiterin Anja Plesser stellte gestern die VHS-Studienreise nach Auschwitz vor. Zum Programm gehört eine gemeinsame Vor- und Nachbereitung.

Soest - Wie konnte es überhaupt so weit kommen? Diese Frage zu den Gräueltaten der Nationalsozialisten steht im Mittelpunkt einer Studienreise der Volkshochschule nach Auschwitz. Ein ehemaliger Rechtsextremist und einstiger erklärter Holocaust-Leugner begleitet die Gruppe. Er hat dieser Ideologie abgeschworen, steht für „Experten-Gespräche“ zur Verfügung und möchte seinen Bildungs-Auftrag erfüllen. 

Die Reise zur Gedenkstätte des ehemaligen deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagers in der südpolnischen Stadt Oswiecim vermittelt mit erschütternden Bildern und Objekten einen Einblick in ein düsteres Kapitel der Geschichte. Der Ort steht als Symbol für die bis heute unfassbare fabrikmäßige Ermordung von Menschen. 

„Die Dimension und die Details der Planung, um diese Maschinerie in Gang zu halten, sind erschreckend“, sagt VHS-Referatsleiterin Anja Plesser. Sie hat den Schauplatz des organisierten Massenmordes bereits zweimal besichtigt und weiß, wie nahe es geht, Gaskammern und Todeswand zu sehen. Doch mehr denn je sei es wichtig, über das eigentlich Unsagbare zu sprechen und hautnah zu erleben, was es bedeutet, wenn braunes Gedankengut heute wieder um sich greift, betont sie.

 Das gesellschaftliche Klima in Bezug auf den Rechtspopulismus und besonders den Antisemitismus verändere sich derzeit rasant. Verstärkt seien menschenverachtende Tendenzen auszumachen. „Viele Menschen verspüren angesichts des Themas einen Überdruss“, gibt die Referatsleiterin zu bedenken. Allerdings herrsche auch große Unwissenheit. Daher müsse Vergangenes angeschaut werden, um die Gegenwart und die Zukunft zu verstehen und im Sinne der Menschlichkeit zu gestalten. 

„Die Reiseteilnehmer bleiben bei der Verarbeitung ihrer Eindrücke nicht allein, sondern werden fachlich geführt“, schildert Anja Plesser. Der frühere Rechtsextremist, der aktiv im Aussteigerprogramm des Landes-Innenministeriums tätig ist, wird aus seiner Sicht erläutern, warum trotz eindeutiger abscheulicher historischer Verbrechen wieder eine zunehmende Radikalisierung zu beobachten ist. 

Die Studienreise im Rahmen der Erwachsenenbildung geht vom 15. bis 19. Januar 2019. Die Fahrt wird als Bildungsurlaub anerkannt. Weitere Informationen gibt es bei Anja Plesser, VHS Soest, unter Telefon 02921/103 1121; a.plesser@soest.de. www.vhssoest.de

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