Überraschender Fund

Eine Hammer-Geschichte: Wie kam das Werkzeug in den Mörtel der Wiesenkirche

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Eine Hammer-Geschichte: Stefan Stubenhofer und Thomas Tießke fanden dieses achtlos zurückgelassene Werkzeug bei Arbeiten an der Wiesenkirche.

So ganz leicht sind Thomas Tießke und Stefan Stubenhofer nicht zu überraschen, als Steinmetze haben sie bei Arbeiten an alten Gemäuern schon eine Menge erlebt. Aber als ihnen jetzt in der Wiesenkirche in luftiger Höhe auf einmal der Stiel eines Hammers ins Auge fiel, der aus einem Mörtelbrocken herausragte, da stellten sie sich schon einige Fragen.

Soest – Alte Hämmer bleiben auf ehemaligen Baustellen – und nichts anderes sind Gebäude ja – schon mal liegen, aber Fundort und Umstände geben schon zu denken, sagen die beiden Steinmetze. „Hämmer waren früher keine Dutzendware, sondern wertvolle Arbeitsinstrumente, auf die natürlich gut geachtet wurde“, erklärt Stubenhofer. Wer immer aber diesen Hammer vergessen haben mag, der scheint, so seine Vermutung, nicht besonders pfleglich mit seinen Werkzeugen umgegangen sein.

Das allerdings würde einem Eindruck entsprechen, den auch das Umfeld der Stelle nahe legt, an der das Gerät gefunden wurde: In rund 25 Meter Höhe, direkt über dem Scheitelpunkt des nach Osten gerichteten Chorfensters, steckte der Hammer in einem Mörtel, der bereits arg bröselt – entsprechend gravierend sind die Schäden in diesem Bereich der Traufe, die derzeit repariert werden müssen. Die Brüchigkeit des Materials, das an vielen Stellen ohne großen mechanischen Kraftaufwand gelöst werden kann, hat einen einfachen Grund: „Es ist einfach ziemlich schludrig gearbeitet worden“, erklärt Stubenhofer. Unter anderem seien Materialen verfüllt worden, die zu einem beträchtlichen Teil aus minderwertigen Abfällen bestanden haben.

Das passiert jetzt mt dem Fund

Achtlos weggeworfen wird das Arbeitsgerät nicht, das die beiden Steinmetze gefunden haben: „Wir werden es vom Mörtel befreien, reinigen und weitergeben an die Fachleute vom Denkmalschutz beim Landschaftsverband in Münster“, erklärt Stefan Stubenhofer. Dort könnte dann wahrscheinlich auch das Alter des Hammers genauer bestimmt werden.

Daher vermutet er, dass der Hammer möglicherweise bei Arbeiten in den 30er-Jahren achtlos im Mörtel zurückgelassen wurde, als an der Wiesenkirche in diesem Bereich gearbeitet wurde. „Damals musste es schnell gehen, darunter litt natürlich die handwerkliche Sorgfalt“.

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