Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt

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Mit dem Solo "Knolls Katzen", einem Telefon-Monolog von Jan Neumann, eröffnet Klaus Bunte den Spiele-Abend.

Soest  - Mit einer lustigen Inszenierung nach mehreren sehr ernsthaften Produktionen hat die Soester Theatergruppe Stage am Montag, 20. Mai, eine erfolgreiche Premiere im Café Paradies gefeiert.

Das Handy schellt. Klingelton „Theater, Theater“ von Katja Ebstein. Klaus Bunte, der eben dabei ist, den Theaterabend im Café Paradies zu eröffnen, geht ran. Und prompt ist er verwickelt in ein heilloses Hin- und Her zwischen Mutti, Meike, Mechthild und verschiedenen Nachbarn, in dem es um vermutlich tote Katzen, vermutlich vertrocknete Pflanzen, vergessene Schlüssel und aufgebrochene Türen geht. Die Geschichte von Jan Neumann wird immer konfuser. Und als das Chaos kaum noch zu steigern ist, platzt die Bombe. (Die Pointe sei nicht verraten). 

Klaus Buntes furioses Solo ist der perfekte Einstieg in einen lustigen Abend, den die Theatergruppe Stage bis Freitag jetzt jeden Tag im Café Paradies gibt.  Nach mehreren Inszenierungen, die für die Spieler genauso aufreibend waren wie für das Publikum, nach Produktionen mit kritischen sozialen und politischen Inhalten versucht Stage es jetzt mit purem Spaß – und der ist bekanntermaßen besonders schwierig zu händeln. 

Stage spielt "Konfusion im Paradies"

Die Revue „Konfusion im Paradies“ mit drei absurden Einaktern von Alan Ayckbourn und zwei Soli, die am Montag Premiere hatte, ist daher auch keineswegs anspruchslos, sondern fordert das Ensemble auf besondere Weise. 

Altmeister Frank Schindler hat lediglich die Regie des Solos „Mach die Tür auf“ von Lukas Bärfuss mit Elke Robert als Solistin übernommen. Bei den schrägen Ayckbourn-Sketchen hat er – wie schon früher beim Ayckbourn-Stück „Bettgeschichten“ – das Regie-Feld seinen „Youngstern“ Klaus Bunte, Barbara Kiwitt und Holger Schubert überlassen. 

Die drei erfahrenen Laientheater-Leute machen ihre Sache gut: Alles sitzt, die Besetzung passt, das Tempo stimmt weitgehend, Änderungen leuchten ein. Immer kommt alles anders, als man denkt. Die Pointen am Schluss sitzen. Situationskomik wird so geschickt eingesetzt, dass Publikum und selbst Akteure selber mitgerissen werden. 

Die drei Regisseure mussten mit machen Widrigkeiten kämpfen. Aber getreu dem Motto „Was nicht passt, wird passend gemacht“ haben sie getrickst, haben Texte umgeschrieben, Neues hinzugedichtet und die Tücken der Technik überwunden. Alle Spieler, die mitmachen wollten, sind integriert, und noch in der Probenphase wurden Umbesetzungen vorgenommen.

 Gespielt wird im Durchgang zwischen Theke und Garderobe. Das gezwungenermaßen kleine Publikum sitzt im Wintergarten. Viel Platz ist also nicht. Doch die Inszenierung bezieht den Raum geschickt ein.Die beiden Geländer rechts und links der Treppe zum Wintergarten werden im Ayckbourn-Einakter „Zwischen zwei Bissen“ zu Gästetische umfunktioniert. Die Theke ist ein willkommenes Requisit im aberwitzigen Einakter „Das Dorffest“. Mit der vorhandenen Cafè-Beleuchtung wird improvisiert. 

Zum Schluss gab’s herzlichen Applaus für alle. Bis Freitag sind sämtliche Aufführungen ausverkauft. Wer eine Karte ergattert hat, kann sich auf einen kurzweiligen Abend im „Paradies“ freuen.

Spieler

Günther Beulen, Monika Bringsken, Klaus Bunte, Bernd Ellersiek, Heiner Gosmann, Nadja Gosmann. Beate Grams, Ute Neuhaus-Hengstenberg Myriam Priebe, Gerd Reismann, Frank Rinsche Elke Robert, Dagmar Schindler, Ulrike Trübcher, Mareike Umezulike, Chanah und Latisha Verleger, Sarah Verleger,

Regisseure

Klaus Bunte, Barbara Kiwitt, Frank Schindler, Holger Schubert

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