Stadtoper Soest feiert Zehnjähriges

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Bei der Operngala zum Zehnjährigen der Soester Stadtoper wurden im Blauen Saal Höhepunkte der vergangenen Aufführungen noch einmal gezeigt.

Soest - Als Chorleiter Michael Busch im Jahr 2004 seinem Musikverein die Idee einer Stadtoper präsentierte, nickten alle und freuten sich. Tatsächlich aber konnte sich damals niemand so recht etwas unter einer Stadtoper vorstellen und schon gar nicht, dass sich diese Idee zu einer Erfolgsgeschichte entwickeln würde, die in zehn Jahren fünf Produktionen auf die Bühne, halb Soest auf die Beine bringen und eine begeisterte, eingeschworene Fangemeinde etablieren würde.

Viele Freunde waren am Sonntag in den Blauen Saal gekommen, als das Zehnjährige mit einer Gala und Riesenbeifall gefeiert wurde. Nicht eine Stadtoper ist über die Bühne gegangen, ohne zuvor einige Hürden überwinden zu müssen. Da war es fast folgerichtig, dass auch die Gala nicht ohne Probleme ablief. Diesmal streikte die Heizung im Blauen Saal. Drinnen war es kälter als draußen. Die Besucher nahmen’s gelassen, hüllten sich in ihre Mäntel und klatschten sich warm.

Das war nicht schwer, denn sie bekamen „ganz große Oper“ geboten. Fünf Solisten, Pianist und das „Almaviva“-Paar Cornelia Fisch und Michael Busch, sozusagen die Eltern der Stadtoper, ließen die vergangenen zehn Jahre musikalisch Revue passieren. Und weil alle diese Akteure von Anfang an wahre Sympathieträger waren, wurde es ein toller Abend.

Friedrich von Mansberg führte durchs Programm. Als „Stadtopern“-Mann der ersten Stunde wusste er, wovon er sprach. Bei der Premiere im Jahr 2005 mit Mozarts „Zauberflöte“ in der Thomä-Kirche hatte er die Tamino-Partie gesungen. 2010 gab er den Eisenstein in der „Fledermaus“ und in den beiden Mozart-Opern im „Schlachthof“ führte er Regie.

Bilder von der Operngala

Operngala zum 10jährigen Bestehen der Stadtoper

Jedes Mal, wenn Mansberg einen Kollegen ankündigte, brandete Applaus auf. Die Fans lieben ihre „Stadtopern“-Sänger: den kecken Rotschopf Pamela Heuvelmans, die schöne Sarah Längle, die als Donna Anna in „Don Giovanni“ die Entdeckung dieses Sommers war, den strahlend-fröhlichen Kejia Xiong und den unglaublichen Bass Martin Blasius, der in tiefste Tiefen führt. Mit dem Duett „Bei Männern, welche Liebe fühlen“ hatten Busch und Fisch, den Abend eingeleitet, dann folgtenHighlights, die Soli, Duette, Terzette und Ensembles, aus den fünf „Stadtoper“-Produktionen.

Und nicht nur die. Jeder Solist hatte seine Lieblingsarie mitgebracht, so dass die Besucher unter anderem auch prachtvolle und ergreifende Werke von Händel, Rossini, Lehar und sogar Robert Stolz zu hören bekamen. Die Sänger übertrafen sich gegenseitig an Schmelz und Stimmvolumen, Strahlkraft und Glanz.

Das Publikum nahm jede Nuance war, lachte und schmachtete mit. „Kaum etwas sonst erreicht so viele Menschen wie die Oper“, stellte von Mansberg fest. Die Oper zeigt die Welt wie sie sein könnte und sein sollte.“

Bilder von Don Giovanni

Stadtoper Don Giovanni

Mit dem Finalchor der jüngsten Produktion, dem „Don Giovanni“, endete der kühle, aber herzerwärmende Abend. Das letzt Wort hatten aber die Stadtoper-„Erfinder“ Cornelia Fisch und Michael Busch. Sichtlich ergriffen trugen sie ein Duett von Henry Purcell vor.

Bevor jedoch alle von allgemeiner Rührung ergriffen wurden, schnappten sich die die anderen den Pianisten Ekkehard Tschoeps. Er hatte den ganzen Abend über als Begleiter Schwerstarbeit geleistet. Jetzt musste er sich ein letztes Mal an den Flügel setzen und mit „Brüderlein und Schwesterlein“ aus der „Fledermaus“ lud die Sängerschar zum Umtrunk ein und zum Schwelgen in Erinnerungen.

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