Französische Kapelle

Gedenkstätte wird als Bildungsort billiger

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Farbige Wandmalereien von Heiligen kennzeichnen die Französische Kapelle

 Soest - Das Thema „Gedenkstätte in der Adamkaserne“ scheint einen versöhnlichen Abschluss zu finden. Die Verwaltung stellt dem Kulturausschuss in der Sitzung am 12. September Gestaltungsmodelle für das Dachgeschoss von Block 3 vor.

Dort befindet sich die Französische Kapelle, die unter Denkmalschutz steht und trotz aller Umbauten an den Kasernengebäuden erhalten bleiben muss. Den Unterschied zwischen den Alternativen mache die museumspädagogische Ausrichtung der Gedenkstätte und damit die Förderungswürdigkeit des Projekts aus, erläutert Beigeordneter Peter Wapelhorst. 

Das gesamte Dachgeschoss von Block 3 wurde erneut vermessen – danach stehen 726 Quadratmeter zur Verfügung – inklusive der Französischen Kapelle, die 50 Quadratmeter misst. Laut Wapelhorst wollen die Vereine – die Geschichtswerkstatt Französische Kapelle und die Stiftung Belgisches Museum (BST) – nicht die gesamte Fläche nutzen. Sie arbeiten ehrenamtlich. Die Stadt Soest würde die Kaltmiete übernehmen. 

Würden 500 Quadratmeter rund um die Kapelle als Bildungsort ausgebaut, könnte die Stadt für diese „große Lösung“ mit Zuschüssen und Förderungen vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und der Landeszentrale für politische Bildung (LZpB) rechnen. Die Belastung für Soest würde sich auf 24.850 Euro pro Jahr belaufen, ohne Förderung wären es 54.000 Euro. 

Zudem könnte ein Investor die restlichen rund 230 Quadratmeter verplanen. Es könnten regelmäßige Öffnungszeiten, Führungen und ein museumspädagogisches Programm angeboten werden. 

Minimalistisch wäre es, nur die Französische Kapelle als Besichtigungsort zu nutzen. Die Stadt müsste den Ausbau zu 80 Prozent bezahlen, könnte nur viermal im Jahr öffnen und Führungen anbieten. Zwischen der „großen Lösung“ und der minimalistischen liegt die dritte Möglichkeit, nur 275 Quadratmeter im Obergeschoss zu nutzen. 

Zunächst war der westliche Teil ins Auge gefasst worden. Der aktuelle Plan sieht den mittleren Teil vor, weil dann die geforderten Fluchtwege gegeben wären. Der Bereich könnte zum reinen Besichtigungsort ausgebaut werden und würde die Stadt jährlich 45.210 Euro ohne Förderung und 29.500 Euro mit Förderung kosten.

 Möglich wären regelmäßige Öffnungszeiten und Führungen. Die Sitzung des Kulturausschusses beginnt morgen um 17 Uhr im Kleinen Sitzungssaal des Rathauses.

"W sind erfreut und positiv überrascht.“ Das sagt Werner Liedmann, stellvertretender Vorsitzender der Geschichtswerkstatt Französische Kapelle, zur Beratungsvorlage für den Kulturausschuss. Er erkennt erstmals Signale für eine positive Ratsentscheidung. Das Ja des Rates sei Voraussetzung, um entsprechende Förderanträge zu stellen. Ebenfalls steht aber fest: Im gesamten Prozedere müssen noch weitere formelle Hürden genommen werden. „Solide Verwaltungsarbeit“, meint auch Inga Schubert-Hartmann, die dem Beirat des Vereins angehört. Blickt Werner Liedmann zurück auf den bisher schwierigen Weg, stellt er fest: „Es hat sich gelohnt, den Rücken zu strecken.“ Er weist auf ein besonderes Datum hin: Zum 75. Male jähre sich am 6. April 2020 die Befreiung des Offiziersgefangenlagers. Ein Tag des Gedenkens auch für die französischen Partner, die mit einer große Gruppe nach Soest kommen wollen. Er berichtet außerdem von einer Reihe von Neuanmeldungen. Unterstützer, denen die Arbeit des Vereins wichtig sei, hätten sich angeschlossen. Die Geschichtswerkstatt sieht sich zudem aktuell nach Archivräumen für ihren Material-Fundus um. Dort könnten zum Beispiel Schüler arbeiten und recherchieren.

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