Alltägliche Wegwerfmentalität

Soester sehnen sich nach einer sauberen Stadt

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Sind das die letzten Überreste der Kirmes? Glasflaschen verschwinden im Großen Teich schnell, die Reinigung hingegen dauert zig Stunden.

Soest - Eigentlich ist es doch ganz einfach: „Wenn sich jeder im öffentlichen Raum so verhalten würde, wie er das auch in seinen eigenen vier Wänden tut, dann hätten wir eine Menge Dreck weniger da draußen“, ist Detlef Märte sicher.

Als Leiter der Abteilung für Ordnungsangelegenheiten bei der Soester Stadtverwaltung weiß er aber, dass es eben nicht so einfach ist. Und deshalb müssen sich er selber und seine Mitarbeiter immer wieder darum kümmern, dass Unrat in der Umwelt landet, der da definitiv nicht hingehört.

Um es gleich vorweg zu sagen: Es ist nicht so, dass Soest, sowohl die historische Altstadt als auch die Quartiere außerhalb der Wälle oder die Ortsteile ringsum, zu den Schmuddelkindern unter den deutschen Kommunen gehören. 

Mehrheit achtet auf ihre Stadt

„Natürlich gibt es immer wieder Fälle, wo in irgendwelchen Ecken Müll abgeladen wird oder zum Beispiel Verpackungen achtlos weggeworfen werden“, räumt Märte ein. „Aber grundsätzlich“, bricht er eine Lanze für die überwältigende Mehrheit der Bürger, „achten die allermeisten Soester auf ihre Stadt".

Das heißt natürlich nicht, dass die zuständigen Mitarbeiter seiner Abteilung nicht immer wieder mit Personen zu tun hätten, die negativ auffallen. Das komme durchaus vor, räumt Märte ein, aber wohl deutlich seltener, als manche Bürger glauben würden. Möglicherweise habe das damit zu tun, dass die Mitarbeiter an ihrer Dienstkleidung gut zu erkennen seien und Passanten einfach vorsichtiger seien, vor deren Augen etwas in die Landschaft zu werfen.

Rechtliche Grundlage dafür, was im Stadtgebiet erlaubt ist und was nicht, ist die „Ordnungsbehördliche Verordnung der Stadt Soest“, die in der aktuellen Form seit 2012 gilt und sich an ein Muster anlehnt, das auch in vielen anderen Kommunen gilt. 

Selten hohe Bußgelder verhängt

Verstöße gegen Bestimmungen in dieser Verordnung können für die Übeltäter teuer werden – theoretisch: Von 5 bis 1 000 Euro reicht die Spanne der Bußgelder, die ausgesprochen werden können. „In der Praxis kann ich mich aber an keinen Fall erinnern, wo wir das auch tatsächlich verhängt haben“, erklärt Märte. 

Das bezieht sich aber ausdrücklich nicht auf Fälle, in denen Bürger ermittelt werden können, die Sperrmüll oder gar giftige Stoffe achtlos irgendwo in der Umwelt entsorgen – in solchen Fällen werden selbstverständlich saftige Bußgelder fällig. Bei leichteren Verstößen bleibt es aber bei Erklärungen und Ermahnungen – in der Hoffnung, dass sich Übeltäter in Zukunft so benehmen werden wie in ihrem eigenen Zuhause.

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