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Stadt erklärt Bordsteinlösung: „Tastkante hilft Sehbehinderten“

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Von: Kathrin Bastert

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Bordstein am Londonring
Beim Richtungswechsel haben es Radfahrer am Londonring mit einer höheren Bordsteinkante zu tun. Aus Gründen, erklärt die Stadt. © Peter Dahm

Sie ist im großen Strauß der Baumaßnahmen die, die am längsten dauert: Schon seit Ende April wird der Londonring saniert.

Soest – So eine Großbaustelle wird genau beobachtet – und manches kritisch beäugt. So hat sich ein Soester mit Details der Gestaltung beschäftigt. Und wundert sich zum Beispiel im Kreuzungsbereich der Schendeler Straße darüber, dass die Bordsteine entlang der Radwege nicht – wie beim Fußgängerüberweg – auf Null abgesenkt wurden, sondern drei Zentimeter hoch sind. „Wie gefährlich solche Kanten sind, wenn sie von Fahrrädern schräg angefahren werden, wissen die Soester aufgrund der Fahrradunfälle am Bahnhof“, schreibt er.

Die Stadt Soest widerspricht: Tatsächlich handele es sich hier um ein Leitelement für Sehbehinderte. „Das ist eine so genannte Tastkante“, erklärt Sprecher Thorsten Bottin. Nötig sei sie, um Sehbehinderten den Weg zur Fußgängerampel zu weisen. „Wenn sie die eine Fußgängerampel überquert haben, finden sie anhand der Tastkante zur nächsten Ampel und können von dort den Ring überqueren.“ Die deshalb verbleibende, drei Zentimeter hohe Bordsteinkante sollte beim Überfahren mit dem Rad kein Problem darstellen, meint Bottin. „Wir müssen an solchen Stellen auch an andere Verkehrsteilnehmer denken als an Radfahrer und Fußgänger.“

Gleiches gelte für die Fußgängerquerung in Höhe Soestbach. Die Querungshilfe sei so gebaut, als wollten Radfahrer und Fußgänger vom alten Freibad aus ausschließlich in Richtung Schwemmecker Weg und nicht geradeaus den Soestbach entlang, schreibt unser Leser. Bottin: „Die Gestaltung ist hier der Gefällesituation geschuldet.“ Wer von der gegenüberliegenden Seite komme, müsse eine Steigung von immerhin 6 Prozent überwinden. Das abzufangen sei wichtig etwa für Passanten mit Rollator.

Noch eine Frage stellt der Soester, sie betrifft die Ecke Schendeler Straße und Soestbach: „Welchen Sinn hat eine Busbucht, die nicht DIN-gerecht gestaltet ist?“, will er wissen. Die Antwort der Stadt: „Das ist keine Busbucht, sondern eine Parkbucht.“

Richtig sei, dass in Höhe des ehemaligen belgischen Krankenhauses keine Baumpflanzungen vorgesehen seien. Auch wenn Standstreifen, Rad- und Fußweg hier augenscheinlich ausreichend Platz böten, um trotz Versorgungsleitungen Pflanzungen vorzunehmen, sehe das unter der Erde anders aus, erläutert Bottin. Neben Leitungen für Strom, Wasser und Telekommunikation sei in diesem Bereich ein so genannter Hauptsammler eingebaut. Dabei handele es sich um ein großes Kanalbauwerk, das 3,50 Meter in der Breite umfasse.

Die Sanierung der Fahrbahn des Londonrings ist übrigens Sache des Landesbetriebs Straßen-NRW, die Stadt ertüchtigt im Zuge ihrer Maßnahmen die Rad- und Fußwege. Planungen seien in enger Absprache erfolgt, sagt Stadtsprecher Bottin. Gebaut wird voraussichtlich noch bis zum März 2023, fast ein Jahr werden die Arbeiten dann gedauert haben.

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