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Stadt zieht Kirmesbilanz: Nur die Busunternehmen haben Grund zur Klage

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Von: Kathrin Bastert

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Stadt zieht Kirmesbilanz
Die Kirmesbilanz beim Katerfrühstück fällt positiv aus. © Karin Hillebrand

Soest ist zufrieden mit der „besonderen“ 683. Allerheiligenkirmes. Nur die Busunternehmen haben Grund zur Klage.

Soest – Kommen sie oder kommen sie nicht? Die Frage, ob sich die Besucher in annähernd gleicher Zahl zur Allerheiligenkirmes aufmachen würden wie in normalen Jahren, sie war die wohl größte Unbekannte in der Veranstaltungsrechnung der Soester Stadtverwaltung. Jetzt kennt sie die Antwort: Die Besucher kamen, am Mittwoch, Donnerstag und Freitag in großer Zahl, am Samstag und Sonntag in Massen.

In Summe schätzt Bürgermeister Eckhard Ruthemeyer das Aufkommen auf etwa 70 bis 80 Prozent eines normalen Kirmesjahres, und in einem solchen dürfte von einem Mittelwer von 1 Million Besucher ausgegangen werden.Ob nicht vielleicht eine andere Wetterlage noch einen Schub gebracht hätte; wer weiß. Er könne sich jedenfalls an solch einen Dauerregen zum Kirmesauftakt nicht erinnern, sagt Ruthmeyer.

Kirmesbilanz: Verlagerung der Besucherströme

Es ist unterm Strich eine positive Bilanz, die Stadt, Schausteller und Helfer beim traditionellen Katerfrühstück am Montagmorgen ziehen. Die Schausteller sprechen zwar von Umsatzeinbußen und davon, dass von Mittwoch bis Donnerstag und auch noch am Freitagnachmittag die Besucherzahlen niedriger waren als sonst. Am Samstag und Sonntag aber war die Stimmung unter den Karussellbetreibern und an den Buden bestens. „Die Allerheiligenkirmes hat gezeigt, welchen großen Stellenwert die Veranstaltung in unserer Region hat“, sagt Thomas Schneider, Vorsitzender des Schaustellervereins Soester Börde. Der Leiter der Soester Polizeiwache, Holger Hinzmann, sprach von einem insgesamt „friedlichen Fest“.

Festzustellen war diesmal eine Verlagerung der Besucherströme. Viele Familien seien schon am Donnerstagnachmittag auf der Kirmes unterwegs gewesen – „vielleicht, weil der ein oder ander Vater diesmal auf den Pferdemarktbummel verzichtet hat“, überlegte Ruthemeyer. Auch am Freitagnachmittag waren viele Eltern mit ihren Kindern unterwegs. Insgesamt sei erkennbar gewesen, dass viele junge Leute die Kirmes besuchten.

Kirmesbilanz: Stadt lässt 40 Fahrzeuge abschleppen

Samstag und Sonntag waren es vor allem die auswärtigen Besucher, die das Kirmesmanagement auf die Probe stellten. Denn es wurde zwischenzeitlich so voll auf den Straßen innerhalb der Wälle, dass am Samstagabend und am Sonntagnachmittag gesperrt werden musste. 40 Fahrzeuge ließ die Stadt abschleppen.

Dazu passt, dass die Busgesellschaften eine miserable Auslastung bilanzieren: „So wenige Fahrgäste hatten wir noch nie“, sagt RLG-Betriebsleiter Jürgen Schmidt, und wird von Westfalenbus-Betriebsmanager Rainer Oesterheld voll bestätigt. Nur am Sonntag kam die Frequentierung der Park&Ride-Plätze an frühere Jahre heran. Ansonsten fuhren gerade mal halb so viele mit dem Bus zur Kirmes wie sonst.

Probleme mit der Maskenpflicht habe es in den Bussen aber keine gegeben. Dazu passt die positive Bilanz der 3G-Kontrolleure: 4200 Kontrollen führte die Stadtwache auf dem Kirmesgelände durch, und nie hätte es dabei Probleme gegeben, berichtete der Bürgermeister. Nur in fünf Fälle leitete die Stadt ein Bußgeldverfahren wegen Verstößen ein.

Kirmesbilanz: 75 000 Armbänder ausgegeben

Der Renner waren die Kirmesbändchen, die auch für Geimpfte oder Genesene am Kirmestag als Nachweis dienten: 75 000 Stück waren ausgegeben nach fünf Kirmestagen. Mit dem Verteilen an Geimpfte und Genesene hatten die Betreiber der Teststellen mehr Arbeit als mit ihrer eigentlichen Aufgabe: An allen kooperierenden Teststellen habe die Zahl der Tests an den fünf Kirmestagen etwa 4400 betragen, sagte Ordnungsamtschef Detlef Märte.

Er bilanziert für sein Team 150 Dienste, 111 Mitarbeiter waren im Einsatz. „Es war größtenteils ruhig“, sagt er, „schon beunruhigend ruhig.“ Marktmeister Klaus Matteikat berichtet, dass auch die Anwohnerbeschwerden in diesem Jahr weniger waren als sonst. „Mein Dank gilt den Anwohnern der Innenstadt, die müssen schon was mitmachen“, sagt er.

Größte Herausforderung bei dieser „Spätstart“-Kirmes sei die Nachplatzierung nach Absagen bei Großgeschäften gewesen. Von den Nachplatzierten hätte einige noch absagen müssen, weil das Personal fehlte. Das DRK, THW und Feuerwehr schlossen sich am Montagmorgen dem Chor der positiven Stimmen an. Und Birgit Moessing, Leiterin der Tourist Information, setzte gar noch eins drauf. Man wisse ja, dass die Soester kirmesverrückt seien.

In diesem Jahr aber waren am Kirmesstand der Wirtschaft und Marketing Soest (WMS) reihenweise Kirmes-Artikel ausverkauft. „Die Identifikation mit der Allerheiligenkirmes ist nicht mehr zu toppen!“

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